• Cola Light, Fanta Zero, Sprite ohne Zucker: Die zuckerfreien Getränke gelten wegen ihres Süßstoffs als ungesund
  • Eine Studie hat die Auswirkung von Saccharin, Sucralose und Aspartam auf den Darm untersucht
  • Sie fanden heraus, dass Darmbakterien ab einer bestimmten Menge Softdrinks leichter in die Darmwand eindringen

Sind zuckerfreie Limonaden gesund? Ein Forschungsteam der britischen Anglia Ruskin University stellte Ergebnisse seiner Studie 2021 im International Journal of Molecula Sciences vor: Es fand heraus, dass die am häufigsten verwendeten künstlichen Süßstoffe Saccharin, Sucralose und Aspartam Darmbakterien zum Eindringen in Darmzellen veranlassen können. 

Cola, Fanta, Sprite: Light-Getränke schaden dem Darm

"Es gibt viele Bedenken über den Konsum von künstlichen Süßstoffen, wobei einige Studien zeigen, dass Süßstoffe die Schicht von Bakterien, die den Darm unterstützen, bekannt als die Darm-Mikrobiota, beeinflussen können", erläutert Studienhauptautor Dr. Havovi Chichger.

Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass künstliche Süßstoffe die Anzahl und Art der Bakterien im Darm verändern können. Die aktuelle Forschungsarbeit ist die erste Untersuchung, in der mögliche pathogene, krankheitsfördernde Auswirkungen der künstlichen Süßstoffe Saccharin, Sucralose und Aspartam aufgezeigt werden.

Insbesondere haben die Süßstoffe Wechselwirkungen mit Darmbakterien vom Typ Escherichia coli (E. coli) sowie Enterococcus faecalis (E. Faecalis). Offenbar sind die Süßstoffe die Bakterien pathogen, also erregend und können krankheitsfördernd sein.

Ergebnis zu Cola Light und Co: Darmwand besonders betroffen

"Unsere Studie ist die erste, die zeigt, dass einige der Süßstoffe, die am häufigsten in Lebensmitteln und Getränken vorkommen normale und gesunde Darmbakterien dazu bringen können, pathogen zu werden", bestätigt Dr. Chichger. Diese krankheitsfördernden Veränderungen seien geprägt durch verstärkte Bildung von Biofilmen und eine erhöhte Verklebung und Einfall von Darmbakterien in menschlichen Darmzellen. 

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Besonders betroffen seien Epithelzellen im Darm, also die Zellen, die die Darmwand auskleiden. Die Darmbakterien seien durch die von den Süßstoffen veranlasste Veränderung in der Lage, sich an die Darmzellen anzuheften, in diese einzudringen und sie zu töten. 

"Diese Veränderungen können dazu führen, dass unsere eigenen Darmbakterien in unseren Darm eindringen und ihn schädigen, was mit Infektionen, Sepsis und Multiorganversagen in Verbindung gebracht werden kann" verdeutlicht der Studienautor. 

Bereits zwei Dosen Softdrinks am Tag sind schädlich

Es sei bereits aus früheren Untersuchungen bekannt, dass Bakterien wie E. faecalis, die Darmwand überwinden und in den Blutkreislauf gelangen können. Dies sei mit einer Ansammlung der Bakterien in den Lymphknoten, der Leber und der Milz verbunden, wodurch das Risiko für eine Reihe von Krankheiten erhöht sei, einschließlich Infektionen und Blutvergiftung. 

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Die Forschenden fanden heraus, dass bereits zwei Dosen Diät-Softdrinks wie Cola Light eine Konzentration von Süßstoffen beinhalten, die die Pathogenität sowohl von E. coli als auch von E. Faecalis deutlich verstärken

Zum einen sei die schädliche Auswirkung der Süßstoffe auf die verstärkte Bildung von Biofilmen im Darm zurückzuführen. In solchen Biofilmen wachsen die Bakterien schneller und hätten eine höhere Wahrscheinlichkeit, Giftstoffe abzusondern. Zum anderen erhöhe sich die Gefahr, dass pathogene Darmbakterien in sogenannte Caco-2-Zellen eindringen, die sich in der Darmwand befinden. 

Wichtig zu erforschen, wie Süßstoffe sich auf die Gesundheit auswirken

Alle drei untersuchten Süßstoffe, also Saccharin, Sucralose und Aspartam, hatten der Studie zufolge eine ähnlich schädliche Wirkung auf die Darmflora, wobei Saccharin keine signifikante Wirkung auf die E.coli-Invasion hatte.  "Wir wissen, dass übermäßiger Zuckerkonsum ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung von Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes ist", betont Dr. Chichger. Daher sei es wichtig zu verstehen, wie sich Süßstoffe als Zuckeralternative auf die Gesundheit auswirken. 

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