Obst und Gemüse auch vor dem Schälen zu waschen ist ausgesprochen wichtig, das rät auch die Verbraucherzentrale Bayern. Denn die auf der Schale haftenden Schmutzpartikel und Keime können durch das Schneiden an der Messeroberfläche haften bleiben und so in das Fruchtfleisch von Obst oder Gemüse gelangen.

Waschen ist also auch angesagt, wenn du Gurke, Karotte, Mango & Co. vor dem Verzehr schälst. Und darüber hinaus gibt es noch mehr zu beachten.

Wie säubert man Obst und Gemüse richtig?

Am besten wäscht man Obst und Gemüse noch vor dem Zerkleinern. Je nach Empfindlichkeit der Früchte eignet sich kaltes bis lauwarmes Wasser. "Spezielle Reinigungs- oder Spülmittel sind nicht nötig und auch nicht sinnvoll", meint Silke Noll, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

Robuste Früchte, wie Kartoffeln, Äpfel oder Gurken kann man unter fließendem Wasser vorsichtig mit einer Bürste waschen. Danach optional mit einem trockenen Tuch abreiben, um den Reinigungsprozess noch gründlicher zu machen. 

Empfindliche Sorten, wie Erdbeeren (warum du sie niemals unter fließend Wasser waschen solltest, erklären wir hier), Himbeeren oder Salat sollte man in stehendem Wasser kurz und gründlich säubern. 

Starke Verschmutzungen auf Früchten: Lieber einmal öfter waschen

Stark verschmutzte Lebensmittel sollten mehrmals mit viel Wasser gewaschen werden. Dadurch wird der Schmutz entfernt, doch es bleiben möglichst viele Vitamine und Nährstoffe erhalten.

Wichtig ist bei der Fruchtwäsche auch, dass man das Obst und Gemüse immer möglichst kurz vor dem Verbrauch wäscht. Durch das Waschen wird nämlich auch die natürliche Schutzhülle der Früchte entfernt, was sie zu einem idealen Ort für Keimvermehrung macht.

Nicht nur Keime können sich auf den ungewaschenen Lebensmitteln befinden, sondern auch zahlreiche andere Krankheitserreger und Pestizide.

Krankheitserreger und Keime auf ungewaschenem Obst und Gemüse

Besonders Bakterien und Viren sind einer der am meisten vertretenen Krankheitserreger auf Früchten. Bakterien, wie Salmonellen, Colibakterien und Listerien, ebenso wie Noroviren oder Hepatitis-A-Viren, lösen Magen-Darm-Erkrankungen aus. 

Aber auch gefährlichere Krankheiten, die sogar lebensbedrohlich werden können, werden durch diese Erreger ausgelöst. So können beispielsweise Schimmelpilze langfristig durch Giftstoffe Leberkrebs auslösen.

Die Krankheitserreger gelangen vor allem durch fäkale Verschmutzungen, beispielsweise im Gießwasser, auf die Früchte. 

Keime auf Früchten: Welche Sorten sind anfälliger?

Es gibt einige Obst- und Gemüsesorten, die anfälliger für Keime sind, als andere. Besonders Sprossen und Fertigmischungen aus Blattsalaten und Rohkostmischungen beinhalten oft viele Keime. Ungeschnittenes Obst und Gemüse hat eine natürliche Schutzbarriere, die als Schild gegen Krankheitserreger wirkt. Zellsaft, der aus geschnittenen Früchten austritt, begünstigt nämlich die Keimfortpflanzung.

Zusätzlich zum Schneiden sorgen auch die Plastikverpackungen der Fertigmischungen dafür, dass das Wachstum von Mikroorganismen angeregt wird.  Durch das Reinigen können auch Pestizide von der Oberfläche von Obst und Gemüse entfernt werden. Allerdings bleibt fast die Hälfte der Pestizide auch nach einer gründlichen Reinigung auf der Schale zurück.

Eine Studie an der University of Massachusetts hat allerdings eine Möglichkeit entdeckt, wie man die Pestizidverunreinigung senken kann. Dabei ließen die Expert*Innen Äpfel in einer Mischung aus Natron und Wasser für 15 Minuten liegen (mehr zur Wunderwaffe Natron liest du hier). Dadurch konnte ein Großteil der Pestizidbelastung entfernt werden. Allerdings gilt dies nur für die oberflächlichen Schadstoffe, bei bereits eingedrungenen Pestiziden ist diese Reinigung nicht so effektiv.

Trotz der zurückbleibenden Pestizide ist ein Waschen vor dem Schälen allerdings wegen der genannten Krankheitserreger und Keime sehr wichtig.