• Wasser mit oder ohne Kohlensäure: Was ist gesünder?
  • Ist Wasser mit Kohlensäure schlecht für die Zähne
  • Mehr Appetit: Macht Sprudelwasser dick?
  • Stört Mineralwasser unseren Säure-Basen-Haushalt?
  • Sodbrennen: Wie schädlich ist Kohlensäure-Wasser wirklich für den Magen?

Mindestens 1,5 Liter sollen Erwachsene pro Tag trinken, um ihren täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Für die meisten Menschen ist der Griff zur Wasserflasche deshalb selbstverständlich. Während die einen dabei stilles Mineralwasser bevorzugen, mögen die anderen ihres lieber mit Kohlensäure.

Doch ob spritzig oder Medium: Gerade um das Sprudelwasser ranken sich viele Mythen. So heißt es oft, die enthaltene Kohlensäure sei ungesund. Aber ist das Gas-versetzte Wasser tatsächlich schlechter für die Gesundheit als stilles? Oder ist es letztlich doch nur eine Geschmacksfrage? 

Wasser mit Kohlensäure: So setzt es sich zusammen

Als Kohlensäure bezeichnet man die Verbindung aus Wasser und dem Gas Kohlenstoffdioxid. Tatsächlich enthält Sprudelwasser nur sehr wenig dieser echten Kohlensäure. Der Großteil des Kohlenstoffs liegt als im Wasser gelöstes Kohlendioxid vor. 

Unter hohem Druck bleibt das Kohlendioxid im Wasser gelöst. Erst wenn sich der Druck verringert, entweicht es als Gas. Das passiert etwa, wenn man eine Flasche Wasser mit Kohlensäure zum ersten Mal öffnet. Jeder kennt das kräftige Zischen in diesem Moment.

Auch bei den Bläschen, die nach dem Öffnen noch im Wasser enthalten sind und zur Oberfläche aufsteigen, handelt es sich genaugenommen nicht um Kohlensäure, sondern um Kohlendioxid.

Wasser mit Kohlensäure ist leicht sauer

Eine Besonderheit von Wasser mit Kohlensäure: Es hat einen niedrigeren pH-Wert. Laut Stiftung Warentest liegt sein pH-Wert bei etwa 5,3, stilles Wasser hat den neutralen pH-Wert von 7. Wasser mit Kohlensäure ist also leicht sauer – das ist einer der Gründe, warum es angeblich ungesünder sein soll und zahlreiche Auswirkungen auf den Körper haben könnte.

Aber welchen Unterschied macht der pH-Wert in diesem Fall wirklich?

#1. Kohlensäure ist schlecht für die Zähne: Was steckt hinter dem Mythos?

Ein weit verbreiteter Glaube ist, dass Kohlensäure den Zähnen schaden würde. Dieser Vorwurf ist laut Stefan Zimmer, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin – Universität Witten/Herdecke, völlig unberechtigt. Für die Zähne entsteht beim Trinken von Sprudelwasser kein Nachteil, da die beigesetzte Kohlensäure sofort zerfällt. 

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Ein Schluck Sprudelwasser nach dem Essen kann sogar dabei helfen, kariesfördernde Substrate zu entfernen. Durch die Spülwirkung können außerdem Säuren verdünnt werden, die die Zähne angreifen und Zahnerosionen verursachen.

Auch die amerikanische Zahnarzt-Vereinigung (American Dental Association) widerspricht diesem Argument – sie hält Mineralwasser mit Kohlensäure für unbedenklich. Dabei beruft sie sich auf eine Studie, in der Experimente mit Zähnen in stillem Wasser und Wasser mit Kohlensäure durchgeführt wurden. Der Zahnärzte-Vereinigung zufolge ließ sich kein Unterschied im Effekt der beiden Wasserarten feststellen.

#2. Sprudelwasser macht dick: Steigert Kohlensäure den Appetit?

Kohlensäure-Wasser könnte unter Umständen die Gewichtszunahme fördern, zumindest laut einer Studie aus dem Jahr 2017. Forscher hatten an Ratten beobachtet, dass diese – wenn sie kohlensäurehaltige Getränke erhielten – schneller zunahmen als Ratten, die dieselben Getränke jedoch ohne Kohlensäure erhalten hatten. Offenbar hob die Kohlensäure den Ghrelinspiegel. Ghrelin ist ein Hormon mit appetitanregender Wirkung.

Die Wissenschaftler*innen haben für ihre Studie jedoch nur mit Ratten und 20 Studenten geforscht. Die Ergebnisse sind damit nicht aussagekräftig, meint Stiftung Warentest. Bislang gibt es noch keinen zuverlässigen Nachweis, dass Sprudelwasser tatsächlich dick machen könnte.

Experten raten dazu, den eigenen Appetit in Verbindung mit Sprudelwasser zu beobachten. Jeder Körper könnte individuell auf die Kohlensäure reagiere. 

#3. Kohlensäure-Wasser macht sauer: Stört das Getränk unseren Säure-Basen-Haushalt?

Wie bereits erwähnt hat Sprudelwasser tatsächlich einen höheren pH-Wert als stilles Wasser und ist damit saurer. Mit dieser Begründung wird in der Naturheilkunde mitunter von kohlensäurehaltigen Getränken abgeraten.


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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt jedoch Entwarnung: "Die enthaltene Kohlensäure ist recht instabil und zerfällt schnell wieder in ihre Bestandteile CO2 und Wasser". Beim Öffnen der Flasche entweicht die Kohlensäure zischend (in Form von CO2). "Der übrige Teil zerfällt im Magen. Das sorgt dafür, dass man aufstoßen muss bzw. ein Teil gelangt über den Verdauungstrakt ins Blut und wird unbemerkt über die Lunge abgeatmet. Damit trägt kohlensäurehaltiges Wasser nicht zu einer Übersäuerung des Körpers bei."

Aber auch in diesem Fall gibt es laut Zentrum der Gesundheit keine eindeutige Antwort. Es heißt also auch hier: sich selbst beobachten. Bei einigen Menschen kann sich Kohlensäure auf den pH-Haushalt auswirken. Das kann zu Sodbrennen oder auch Verdauungsproblemen führen. Bei anderen kann das Sprudelwasser sogar den gegenteiligen Effekt haben. Bei Verstopfung könnte kohlensäurehaltiges Wasser demnach sogar empfehlenswerter sein als stilles Wasser.

#4. Kohlensäure schadet dem Magen: Bereitet und Sprudelwasser Sodbrennen?

Fakt ist: Wer Kohlensäurehaltige Getränke zu sich nimmt, nimmt Gas (CO2) auf - und das sucht sich auch wieder seinen Weg nach draußen. Laut Experten des NDR gelangt ein Teil davon über den Verdauungstrakt ins Blut und wird dann über die Lunge abgeatmet.

Der Rest entweicht dann durch Aufstoßen und durch lästige Blähungen. In der Regel ist das aber unproblematisch – Sprudelwasser ist deswegen laut den Experten nicht automatisch ungesünder.

Aber Obacht: Wer zu Sodbrennen neigt, kann durchaus beim Genuss von Kohlensäure verstärkt Probleme bekommen. Beim Aufstoßen kann Magensäure in die Speiseröhre gelangen und so zu Sodbrennen führen. Deshalb gilt: Menschen mit empfindlichen Mägen sollten Wasser ohne oder nur mit wenig Kohlensäure trinken.

Fazit: Wasser mit Kohlensäure ist nicht unbedingt ungesünder - der Effekt ist individuell

Zusammenfassend kann man feststellen, dass Wasser mit Kohlensäure längst nicht so schlecht ist, wie sein Ruf. In den meisten Punkten kommt es auf die individuellen Befindlichkeiten einer Person an. Solltest du bei dir also keinen negativen Effekt feststellen, wenn du Sprudelwasser trinkst, dann kannst du das getrost weiter tun. 

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