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Giftige Rohkost: Diese Gemüsesorten sollten nicht roh gegessen werden

Für eine gesunde Ernährung ist Gemüse unverzichtbar. Doch einige Gemüsesorten enthalten schädliche Gifte. Daher sollten Sie einige von ihnen lieber nicht roh essen. Neben Erbrechen, Durchfall, Bauch- und Kopfschmerzen kann ihr roher Verzehr sogar zum Tod führen.
Nicht alle Gemüsesorten können roh gegessen werden. Kartoffeln sollten beispielsweise vor dem Verzehr immer gekocht oder gebraten werden. Symbolbild: Andrey Konstantinov/unsplash.com

Gemüse ist so gesund - das gilt in einigen Fälle nur, wenn das Gemüse gekocht ist. Roh verzehrt wirken viele Sorten giftig und können unangenehme gesundheitliche Probleme hervorrufen. Im schlimmsten Fall führt das sogar zum Tod. 

Wir verraten Ihnen, welche acht Gemüsesorten* auf keinen Fall roh verzehrt werden dürfen und wie Sie das Gift unschädlich machen. 

Niemals roh essen: Acht Gemüsesorten, die Sie immmer kochen sollten

Neben Kartoffeln, Bohnen, Auberginen, Pilzen, Maniok, Holunderbeeren und Rhabarber, sollten Sie auch einige Zucchinis auf keinen Fall roh essen. Denn es drohen gefährliche Vergiftungs-Erscheinungen. Im schlimmsten Fall droht sogar der Tod. 

1. Zucchini

Rohe Zucchini sind besonders gesund. Zu diesem Schluss kommen auch die Experten von Öko-Test. Das liegt daran, dass das Kürbisgewächs roh mehr Vitamine und Nährstoffe enthält, als in der gegarten Variante. Besonders viel gesunde Stoffe stecken in der Schale, weshalb sich der Verzehr von unbehandelten Bio-Zucchinis empfiehlt. Sollte die rohe Zucchini jedoch bitter schmecken, lassen Sie besser die Finger davon.

Der bittere Geschmack stammt von Cucurbitacinen, welche giftige Bitterstoffe sind. Diese Bitterstoffe dienen dem Selbstschutz der Zucchini, der heutzutage fast vollständig weggezüchtet wurde. Ist die Zucchini-Pflanze allerdings einer großen Trockenheit ausgesetzt, können sich die Cucurbitacine trotzdem entwickeln. In geringen Mengen führen sie zu Brechreiz, Durchfall oder Magenverstimmungen. In Extremfällen allerdings auch zum Tod. Wichtig: Schmeckt die Zucchini bitter, sollten Sie sie sofort entsorgen, denn auch wenn Sie das Gemüse kochen, verliert es seine Giftigkeit nicht. 

2. Kartoffeln

Kartoffeln sollten Sie auch niemals roh essen. Der Grund: Das in den rohen Kartoffeln enthaltene Solanin ist giftig. Das Solanin ist ein Glykoalkaloid und dient als natürlicher Giftstoff, der die Kartoffel schützen soll. Dieser Stoff steckt in erster Linie in der Schale und in neuen Trieben. Wurde eine Kartoffel vermeintlich falsch gelagert und treibt nun schon viele neue Triebe aus, sollten Sie sie besser wegschmeißen. Die Triebe einfach wegzuschneiden, ist nicht immer empfehlenswert, denn: Je mehr junge Triebe die Kartoffel hat, umso mehr Solanin befindet sich in der Knolle. 

Der Konsum von giftigem Solanin zeigt sich in Brechreiz, Durchfall und Bauchschmerzen. Durch das Kochen verfliegt das Solanin zum Großteil. Interessant: Süßkartoffeln können Sie ohne Probleme roh verzehren, da diese nicht mit der Kartoffel verwandt sind. 

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3. Auberginen

Ähnlich wie bei den Kartoffeln, ist es auch bei den Auberginen. Auch sie enthalten den giftigen Bitterstoff Solanin, der durch das Kochen unschädlich gemacht werden kann. Bei den Auberginen handelt es sich um Nachtschattengewächse, welche in der Regel alle Solanin bilden. Bei manchen modernen Züchtungen findet man kaum Nachweis auf diesen giftigen Stoff, sodass diese Auberginen auch roh verzehrt werden können. Das wird jedoch kaum einer tun, da Auberginen roh ungenießbar schmecken.

Früher war es Gang und Gäbe, die Aubergine vor der Zubereitung zu salzen, damit sie die Bitterstoffe verliert. Heutzutage ist das allerdings nicht mehr notwendig, da die neuen Züchtungen sehr wenige enthalten. Allerdings wird die Aubergine durch das Salzen weicher und bekommt eine angenehmere Konsistenz. 

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4. Bohnen

Die Verbraucherzentrale Bayern rät davon ab, rohe Bohnen zu verzehren.  Denn der Konsum von in ungekochten Bohnen enthaltenem Phasin kann zu Vergiftungserscheinungen führen.  Das Phasin ist eine giftige Eiweißverbindung, die allerdings durch das Kochen unschädlich gemacht werden kann. Wer die Bohnen mindesten zehn Minuten in kochendes Wasser wirft, muss sich keine Sorgen mehr machen. Das Bohnen-Wasser sollte dann allerdings auch weggeschüttet werden, denn das Solanin befindet sich nun darin. 

Die folgen von roh verzehrten Bohnen sind Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Zu viele roh verzehrte Bohnen können allerdings auch tödlich enden. Besonders gefährdet sind Kinder, da sie wenig wiegen. 

5. Pilze

Manche Pilze sind roh essbar - andere hingegen nicht. In aller Regel sind Kulturpilze, wie etwa Champignons oder Shiitake, auch roh verzehrbar. Pilze, die wild im Wald wachsen, müssen meist noch zubereitet werden, damit sie ungiftig werden. Gerade der Hallimasch sorgt für viele Pilzvergiftungen in Deutschland. Durch das Garen der Pilze* machen Sie zudem den Fuchsbandwurm unschädlich. Zu den Pilzen, die nur gekocht verzehrt werden sollten, zählen:

  • Hexenröhrling
  • Maronenpilz
  • Perlpilz
  • Rotkappen
  • Morcheln
  • Milchbratling
  • Hallimasch
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6. Rhabarber

Rhabarber ist vor allem für all diejenigen giftig, die unter Gicht oder Nierenerkrankungen leiden. Für die Giftigkeit sorgt die enthaltene Oxal-Säure, die jedoch für gesunde Menschen unschädlich ist - zumindest in den Mengen, die üblicherweise im Rhabarber enthalten sind. Bei der Ernte gilt: Je später im Jahr der Rhabarber geerntet wird, desto mehr Oxal-Säure enthält er. Und desto giftiger ist er für vorerkrankte Menschen. Gut zu wissen: In den Blättern steckt mehr Oxal-Säure als in den Stangen.

7. Holunderbeere

Sogar die Holunderbeere soll giftig sein? Ja, sie enthält das Gift Sambunigrin. Das kann zu Erbrechen, Durchfall und Übelkeit führen. Erst durch das Erhitzen der Beeren verliert das Sambunigrin seine Giftigkeit, weshalb Sie Holunderbeeren niemals roh verzehren sollten. Die Beeren folgen auf die Holunder-Blüte, welche zwischen Mai und Juni zu bestaunen ist. Ebenso wie die Beeren, kann man auch die Blüten verarbeiten - zum Beispiel zu leckerem Sirup.

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8. Maniokknolle

In vielen Teilen der Welt, beispielsweise in Südamerika, Afrika und Asien, ist die Maniokknolle eine der Hauptnahrungsmittel, ähnlich wie bei uns die Kartoffel. Aus diesem Grund wird die Knolle auch "Tropenkartoffel" genannt. Sie zählt zu den Wolfsmilchgewächsen und hat ihren Ursprung in Brasilien.

Roh sollten Sie die Maniokknolle niemals verzehren, denn sie enthält Blausäure. Genau genommen Linamarin, ein Blausäureglykosid, welches mit dem Enzym Linase fusioniert, wodurch Blausäure produziert wird. Beim Kochen wird das Gift jedoch unschädlich gemacht, das Kochwasser sollten Sie dennoch wegschütten. 

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Fazit: So gefährlich ist die giftige Rohkost

Dass Kartoffeln nicht roh gegessen werden sollten, ist vielen Menschen bereits bekannt. Doch dasselbe gilt auch für Bohnen, Maniok, Auberginen, Holunderbeeren, Pilze, Rhabarber und sogar für manche Zucchini. Diese Gemüsesorten* enthalten alle Gifte, die zu Unwohlsein, Erbrechen und Durchfall führen können, im schlimmsten Fall sogar zum Tod

 

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