• Seltene Krankheit Eigenbrauer-Syndrom: Darm beginnt Alkohol zu produzieren
  • Wirkung setzt bei Verzehr von zu vielen Kohlenhydraten ein
  • Kohlehydrate mit derselben Wirkung wie mehrere Gläser Wein
  • Kot-Transplantation als Behandlung möglich

Gesundheit: Ein 47-jähriger Mann in Belgien leidet an einer sehr seltenen Krankheit: dem Eigenbrauer-Syndrom. Obwohl er keinen Alkohol trank, hatte der Patient ständig das Gefühl, betrunken zu sein. Dies berichtet die "Daily Mail". Geheilt wurde der Mann aus Belgien durch eine sogenannte Kot-Transplantation. Der Körper des Mannes hatte vorher aufgrund der Erkrankung Ethanol im Darm produziert, wenn er zu viele Kohlenhydrate verzehrt hatte. Was sich im ersten Moment für viele lustig anhören mag, ist für die Menschen, die unter dem sogenannten Eigenbrauer-Syndrom leiden, äußerst unangenehm und mitunter sogar gefährlich. Im Übermaß vorhandene Hefepilze im Darm sorgen dafür, dass Kohlenhydrate in Alkohol umgewandelt werden. Laut Gesund-Vital  setzt dabei ein Gärungsprozess wie in einem Braukessel ein. Die Alkohole Ethanol, Butanol und Methanol gelangen dabei direkt ins Blut und machen den Menschen betrunken.

Darm produziert Alkohol: Kohlenhydrate mit derselben Wirkung wie mehrere Gläser Wein 

Das Syndrom kann im Extremfall und bei längerer Nichtbehandlung den Körper irreparabel schädigen. Ein großer Teller Nudeln hat auf diese Personen Auswirkungen, wie auf andere einige Gläser Wein. Oft wird den Erkrankten von Familienmitgliedern heimliche Alkoholsucht unterstellt und so kann die Krankheit auch zwischenmenschlich zu erheblichen Problemen führen. Da die Erkrankung sehr selten vorkommt, ist sie nur wenig erforscht und auch nur wenigen bekannt. 

Bei einem gesunden Menschen sorgt die Darmflora dafür, dass sich solche Hefepilze nicht übermäßig verbreiten können. Wenn allerdings die Darmflora gestört ist, kann sich der Hefepilz leichter ausbreiten. Gerade nach langer Einnahme von Antibiotika kommt es häufiger zu einer gestörten Darmflora und in der Folge dann mitunter zum Eigenbrauer-Syndrom. Da es aber auch Patienten des Syndroms, ohne längerfristige Einnahme von Antibiotika, gibt, ist die derzeit zu erforschende Frage, welche Faktoren die Erkrankung darüber hinaus beeinflussen.

Die Symptome der Erkrankung ähneln dem des übermäßigen Alkoholgenusses. Man erkennt erhöhte Alkoholwerte im Blut, erlebt einen Rauschzustand mit allen bekannten Nebenwirkungen und erlebt anschließend auch den Kater. Weitere Symptome sind:

  • Schwindel
  • Verzögerte Reaktion 
  • Koordinationsstörungen
  • Artikulationsstörungen 
  • Konzentrationsschwäche 
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen 
  • Muskelschmerzen

Die Krankheit schränkt Patienten dadurch in ihrem Alltag stark ein. Neben dem körperlichen Unwohlsein kann sich der Betroffene nicht mehr hinter das Steuer setzen und in einigen Fällen sogar seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Nicht zu unterschätzen sind zudem die psychosozialen Folgen. Den Patienten wird häufig nicht geglaubt, dass sie nicht betrunken sind und ihnen wird eine heimliche Alkoholsucht unterstellt, was zu großer Belastung führen kann. Eine weitere Krankheit, die ihre Patienten schwer belasten kann, ist das Reizdarm-Syndrom. Alle Informationen rund um die Symptome, Ursachen und Behandlungen des RDS, finden Sie hier.

Eigenbrauer-Syndrom: Symptome und Behandlung

Wird die Krankheit nicht erkannt und behandelt, kann die Leber ebenfalls irreparable Schäden davontragen. Zudem steigt das Krebsrisiko. 

Die Krankheit ist sehr unbekannt und wird daher selten von Ärzten diagnostiziert. Hilfreich ist es, wenn der Patient den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Kohlenhydraten und seinem Zustand selbst bereits erkannt hat und den Arzt darauf hinweisen kann. Zudem ist es hilfreich, bei längerer Medikation mit Antibiotika auch darauf hinzuweisen. In einer Stuhlprobe sind Hefepilze feststellbar. Ein Facharzt im Bereich Darmgesundheit ist im Regelfall der Gastroenterologe.

Die Behandlung setzt auf verschiedene Ansätze im Kampf gegen den übermäßigen Hefepilz. Eine Methode ist das Aushungern des Hefepilzes. Mit einer strikten Low-Carb-Diät verzichtet der Patient auf Lebensmittel und Getränke mit Zucker und Kohlenhydraten, um ihm so die Nahrung zu entziehen.

Darm mit Charme - Alles über ein unterschätztes Organ

Zudem lässt sich eine gesunde Darmflora mit probiotischen Bakterien wiederherstellen. Diese können auf klassische Art und Weise in Form von Milchsäurekulturen in Joghurt, Kefir oder Sauerkraut sowie mit entsprechenden Präparaten aus der Apotheke wieder aufgebaut werden. 

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Ein weiterer erfolgreicher Weg im Kampf gegen das Eigenbrauer-Syndrom ist die an dem 47-Jährigen durchgeführte Kot-Transplantation. Die Ärzte verordneten dem Mann aus Belgien zu Anfang ebenfalls eine Low-Carb-Diät, in der Hoffnung die Hefepilze aushungern zu können.

Darmkrankheit: Kot-Transplantation rettet Mann aus Belgien

Als diese Methode nicht anschlug, folgte eine Transplantation von Kot eines Spenders in den Darm des Betroffenen. Durch einen solchen Eingriff konnten die unwirksamen Bakterien im Körper durch korrekt arbeitende Mikroorganismen ersetzt werden.  Der Mann fühlte sich umgehend besser. Die Symptome kehrten auch nach 34 Monaten nicht zurück. Er konnte durch die Art der Behandlung tatsächlich gerettet und geheilt werden.

 

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