Gerade geputzt und schon spiegeln sich die Fingerabdrücke wieder in den Gläsern. Ein jeder Brillenträger hat sich vermutlich schon mal über dreckige und ständig beschlagene Brillengläser geärgert. Durch Brillenglasbeschichtungen kann das Problem gelöst werden. Sie gelten als Mantel der Gläser und verleihen der Sehhilfe eine gewisse Schutzfunktion. Leider sind die neuartigen Funktionen nicht bei jedem in der Gesellschaft geläufig, da sich die Produkte in der heutigen Zeit schnell weiterentwickeln und Hersteller für ständige Innovationen sorgen. Mittlerweile spielen in der Brillenbranche Begriffe wie Entspiegelung, selbsttönende Gläser oder der Lotuseffekt eine zentrale Rolle. Wer sich über die jeweiligen Funktionen zukünftig genauer informiert, kann von den vorteilhaften Leistungen profitieren.

Funktionen der Beschichtungen

Derartige Beschichtungen können die Brille auf persönliche Bedürfnisse abstimmen. Grundsätzlich wird von einer funktionalen Veredelung der Brillengläser gesprochen, wenn der Optiker nachträglich auf den Brillenrohling mittels verschiedenen Verfahren eine Oberflächenbeschichtung aufträgt. Die verschiedenen Schichten werden entweder mit Dampf oder mittels eines Tauchverfahrens auf die entsprechenden Gläser gebracht und sorgen in jedem Fall für klares und unbeschwertes Sehen im Alltag.

Schutzmantel gegen Umwelteinflüsse

Einige Funktionen sind überwiegend zum Schutz des Brillenrohlings dar. Dazu gehören unter anderem der Lotuseffekt und die gehärteten Brillengläser. Der erstgenannte Lotuseffekt entsteht durch eine Nanobeschichtung und bedingt das Abperlen von Schmutz und Wasser. Im Prinzip ist der Lotuseffekt, auch "Clean Coat" genannt, eine Deckschicht die vor Verunreinigungen schützt und gleichzeitig die Reinigung der Brille erleichtert.

Eine weitere Schutzfunktion bieten die gehärteten Brillengläser. Insbesondere Kunststoffgläser sind durch das leichte Material sehr kratzempfindlich und deutlich anfälliger auf Umwelteinflüsse als das natürliche Glas. Eine Hartlackbeschichtung kann somit helfen, Kratzer vorzubeugen und ist Garant für klares Sehen. Grundsätzlich ist die Härtung allerdings nur ratsam, wenn die gekauften Kunststoffgläser sehr dünn sind. Anderenfalls, also bei robusteren Gläsern, wird durch eine Härtung kein nennenswerter Unterschied erzielt.

Die klassische Entspiegelung

Durchaus geläufiger unter den Brillenträgern ist die klassische Entspiegelung. Optiker arbeiten bei dieser Methode mit Dampf und überlagern das Brillenglas mit hauchdünnen Schichten. Die neue Oberflächenstruktur schafft es, die Wellenzüge des Lichts für das bloße Auge unsichtbar erscheinen zu lassen. Die Anzahl der Schichten gibt Auskunft über die Effektivität. Folglich verhindert die Entspiegelung, wie der Name bereits verrät, dass sich störende Lichtreflexionen auf der Augenpartie des Brillenträgers spiegeln. Klares, transparentes und reflexloses Sehen ist das Resultat der Funktion. Je höher die Beschichtung ist, also die Entspiegelungsstufe, desto besser ist selbstverständlich der sichtbare Effekt.

Zwei Brillen in einer Fassung

Eine Besonderheit sind selbsttönende Gläser, welche auch zu den Veredelungen zählen, da sie die Schnittstelle zwischen einer Korrektionsbrille und einer Sonnenbrille bilden. Bei starker Sonneneinstrahlung verfärben sich die Gläser automatisch und verwandeln sich durch eine chemisch-physikalische Reaktion bestimmter Stoffe in eine Sonnenbrille. Je stärker der Lichteinfall, desto dunkler die Färbung. Lässt die Einstrahlung nach, so tritt gegensätzlich wieder der Aufhellungsprozess auf. Vorteilhaft ist, dass durch die ständige Veränderung, auch die Müdigkeitserscheinungen im Alltag verringert werden. Durchschnittlich brauchen selbsttönende Gläser eine bis eineinhalb Minuten, bis sie sich komplett verdunkelt haben. Eine leichte Anpassung an die Lichtverhältnisse ist nach lediglich 30 Sekunden schon möglich. Ratsam ist es, beim Kauf auf eine geringe Anpassungszeit sowie auf einen hundertprozentigen UV-Schutz zu achten. Das Beratungsgespräch beim Optiker ist hierbei von Vorteil.

Luisa Staudigel