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Demenzerkrankung

Demenz-Warnsignale - welche Faktoren vor einer Erkrankung schützen

Fast zwei Prozent der Menschen in Deutschland leiden an einer Demenzerkrankung. Dem Ärzteblatt zufolge könnte diese Zahl bis zum Jahr 2050 dramatisch steigen. Doch es gibt auch Wege, einer Demenz vorzubeugen. Hier erfahren Sie mehr.
Knapp zwei Prozent der Deutschen leiden an Demenz. Doch es gibt Faktoren, die vor der Krankheit schützen. geralt/pixabay.com
  • Etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz - Tendenz steigend
  • Mehrere Faktoren begünstigen die Entstehung der Krankheit
  • Doch es gibt Wege zur Demenz-Vorbeugung

Demenz ist in Deutschland eine Volkskrankheit. Rund 1,6 Millionen Menschen litten 2018 an einer Demenz, das sind knapp 1,9 Prozent der Bevölkerung. Alzheimer-Experten gehen sogar davon aus, dass dieser Anteil bis 2050 auf 2,7 Millionen Betroffene steigt.

Demenz - was ist das eigentlich?

Es gibt einige Faktoren, welche die Entstehung einer Demenz begünstigen. Dazu gehören etwa die Cholesterinwerte, Übergewicht oder zu hoher Blutdruck. Dementsprechend ergeben sich auch einige Faktoren, die einer Demenzerkrankung entgegenwirken können.

"Demenz" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt etwa "weg vom Geist" bzw. "ohne Geist". Das wesentliche Merkmal einer Demenzerkrankung ist eben genau das: die Verschlechterung bzw. der Verlust der geistigen Fähigkeiten.

Anfangs macht sich eine Demenz durch Probleme des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit bemerkbar. Nach und nach haben die Betroffenen aber auch immer größere Probleme mit Inhalten des Langzeitgedächtnisses und verlieren stetig die während ihres Lebens erworbenen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Eine Demenz kann sich außerdem negativ auf die Aufmerksamkeit, die Sprache, die Orientierung, sowie Auffassungs- und Denkvermögen auswirken. Somit wirkt sich eine Demenz auf all das aus, was den Charakter eines Menschen ausmacht.

Ursachen von Demenz

Es gibt verschiedenen Formen der Demenzerkrankung. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen der primären und der sekundären Demenz. Sekundäre Demenzen sind meistens auf Grunderkrankungen, die außerhalb des Gehirns angesiedelt sind. Dazu zählen zum Beispiel Vitamin-Mängelzustände, Stoffwechselerkrankungen oder chronische Vergiftungserscheinungen durch Medikamente oder den Missbrauch von Alkohol. 

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Sekundäre Demenzen sind behandel- und teilweise sogar heilbar. Eine Rückbildung der Demenz-Symptome ist also prinzipiell möglich. Eine frühe Erkennung und entsprechende Behandlung ist hierfür aber enorm wichtig. Allerdings machen die sekundären Demenzen nur etwa zehn Prozent der Fälle aus. 90 Prozent gehören zu den primären Demenzen,  welche in der Regel irreversibel verlaufen.

Risikofaktoren für die Entstehung einer Demenz sind etwa genetische Veranlagungen oder schwere Kopfverletzungen. Allerdings sind die Gene nicht so relevant wie lange angenommen: Eine Demenzerkrankung bei Verwandten ersten Grades erhöht das eigene Risiko zu erkranken nur geringfügig.

So erkennen Sie die Warnsignale für eine Demenz

Für die Behandlung einer möglicherweise reversiblen (umkehrbaren) Demenz ist es sehr wichtig, sie frühzeitig zu erkennen. Ein mögliches Anzeichen für eine Demenz sind etwa Antriebsstörungen: Hat jemand eigentlich gerne Sport getrieben und plötzlich kein Interesse mehr daran, könnte dies ein Hinweis auf eine Demenz sein. Allerdings kommen hier auch depressive Störungen infrage.

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Wenn Gedächtnislücken oder Sprach- und Orientierungsprobleme häufiger auftreten, sollten Sie einen Arzt kontaktieren. Aber: Gerade am Anfang einer Demenz ist es oft sehr schwierig den Betroffenen zu einem Arztbesuch zu überreden. Häufig versuchen sie die Symptome mit Merkzetteln zu überspielen und reagieren ablehnend oder sogar aggressiv, wenn man sie auf die Symptome anspricht. Hier können Sie die Symptome über einen längeren Zeitraum dokumentieren und möglichst viele Personen mit einbeziehen. Ein Arzt kann dann aufgrund des Materials und der Aussagen eine vorläufige Diagnose erstellen.

Auf gar keinen Fall sollten Sie den Verdacht, dass jemand an einer Demenz erkrankt sein könnte, verdrängen. Denn gerade eine frühe Diagnose kann den Betroffenen eine rechtzeitige Hilfe ermöglichen.

Diese Faktoren können einer Demenz vorbeugen

Die genauen Ursachen einer Demenz sind nicht abschließend geklärt, dies ist allerdings kein Grund, die unspezifischen Möglichkeiten zur Vorbeugung zu ignorieren. Das Ziel dieser Vorbeugungsmöglichkeiten besteht laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. darin, die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegen die Krankheit zu erhöhen, die krankheitsbegünstigenden Faktoren auszuschalten, sowie Schädigungen des Hirns durch Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Körperliche Aktivität

Körperliche Aktivität ist eine Möglichkeit, das Demenz-Risiko zu verringern. Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft können regelmäßige Bewegung und Sport die Häufigkeit von geistigen Leistungseinschränkungen bei älteren Menschen um bis zu 50 Prozent verringern. Um eine ausreichende Bewegung zu gewährleisten, sollte Sie in den Alltag eingebaut werden: Gehen Sie zum Beispiel zu Fuß zum Postkasten oder fahren mit dem Rad, statt mit dem Auto.

Körperliche Aktivität steht auch auf derWHO-Liste der Demenzprävention ganz oben: Wöchentlich sollten Sie mindestens 150 Minuten moderat aktiv sein oder 75 Minuten Sport mit hoher Intensität treiben. Bei eingeschränkter Mobilität sollten Sie mindestens dreimal die Woche körperliche Übungen durchführen. Hier eignen sich besonders Ausdauer-, Kraft- oder Multikomponententraining.

Geistige Fitness

Auch eine geistige Aktivität kann einer Demenzerkrankung vorbeugen. Wer in seinem Beruf oder seiner Freizeit geistig aktiv ist, etwa durch kulturelle Aktivitäten, mathematische Knobeleien oder kreative Hobbys, kann dazu beitragen, das eigene Gedächtnis zu stärken. 

Dieser Effekt ist umso stärker, je intensiver Tätigkeiten wie Lesen, Schreiben, Kreuzworträtsel, Karten- oder Brettspiele, Gruppendiskussionen oder Musizieren ausgeübt werden, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Solche aktiven Freizeitbeschäftigungen haben einen positiven Effekt auf Demenzerkrankungen, wohingegen passive Beschäftigungen wie Fernsehen Demenz eher begünstigen. Lernen Sie doch mal eine neue Fremdsprache oder ein Musikinstrument.

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Soziale Aktivität

Auch soziale Kontakte zu pflegen hat nachweislich positive Effekte auf Demenzerkrankungen. Wer sich regelmäßig mit anderen Menschen trifft und austauscht, fordert sein Gehirn auf vielfältige Art und Weise und hält es so aktiv. Je mehr jemand unter Leute geht und sich gemeinschaftlich einbringt, desto wahrscheinlicher ist die geistige Fitness im Alter. Mit einer hohen sozialen Aktivität beugen Sie außerdem Einsamkeit und Depressionen im Alter vor.

Die richtige Ernährung

Das Bundesfamilienministerium rät in seinem Wegweiser für Demenz dazu, sich ernährungstechnisch etwa an der sogenannten Mittelmeer-Diät zu orientieren. Das heißt: viel Obst und Gemüse, Olivenöl, Vollkornbrot, ab und zu Fisch. Vermeiden sollten Sie dagegen Schweinefleisch und Milchprodukte wie fetten Käse oder Butter. 


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Sie sollten in Ihrer Ernährung darauf achten, ausreichend Vitamin-C und Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen. Letztere sind der Hauptgrund dafür, dass Fisch zu essen empfohlen wird. Wer lieber auf pflanzliche Omega-3-Quellen zurückgreifen möchte, kann auch zu Chiasamen, Hanföl, Leinöl und Leinsamen, Rapsöl, Spinat, Walnüssen und Walnussöl oder Rotalgen greifen. Generell sollten auch häufig mehrfach ungesättigte Fettsäuren verzehrt werden.

Um einer Demenz vorzubeugen, ist ein gesunder Lebens- und Ernährungsstil wesentlich. Diese weiteren Demenz-Risikofaktoren sollten Sie kennen:

  • Rauchen: Auch das Rauchen ist ein Risikofaktor für Demenzerkrankungen
  • Übergewicht: Auch ein zu hohes Gewicht gilt als Risikofaktoren für Demenzerkrankungen
  • Alkohol: Ein übermäßiger Alkoholkonsum schadet dem Gehirn und begünstigt Erkrankungen wie Demenz
  • Bluthochdruck: Ein erhöhter Blutdruck ist besonders im mittleren Lebensalter ein Risikofaktor für eine spätere Demenz
  • Blutzucker: Auch Diabetes ist ein Risikofaktor. Ihre Blutzuckerwerte sollten daher immer im Normbereich liegen
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