Corona-Mutation im Umlauf - wo wurde sie bisher nachgewiesen? Seit Mitte Dezember schottet sich das europäische Festland von Großbritannien ab. Der Grund: Die mutierte Variante "B1.1.7." des SARS-CoV-2 breitet sich in London und Südostengland rasant aus. Laut britischen Behördenangaben soll die neue Virus-Variante 70 Prozent ansteckender sein, als der ursprüngliche Erreger.

Um eine Verbreitung der Mutation über die Grenzen hinweg zu verhindern, kappten zahlreiche Staaten - darunter auch Deutschland - ihre Flugverbindungen nach Großbritannien. In manchen Ländern kam jedoch jeglicher Schutz vor der Mutation zu spät.

Corona-Mutation: Diese Staaten sind betroffen

Der Ursprung der britischen Virus-Variante ist unklar. Das "Covid-19 Genomics UK" (COG-UK) Konsortium vermutet allerdings, dass die Variante sich in Patienten mit geschwächtem oder defektem Immunsystem entwickelt haben könnte, die oft lange brauchen, um eine Corona-Infektion zu überwinden. Fest steht jedoch, dass sich die Mutation bereits über die Grenzen Großbritanniens hinweg ausgebreitet hat

In 17 Ländern weltweit wurde die neue Variante des Covid-19-Erregers bisher nachgewiesen. Ein Großteil der Fälle trat in europäischen Ländern auf, aber die Mutation ist auch schon auf anderen Kontinenten aufgetreten.

Diese Länder in Europa sind bisher betroffen:

Großbritannien:

Dort wurde B.1.1.7 bereits am 20. September zum ersten Mal entdeckt. Seit dem 20. Dezember gelten in London und Regionen im Südosten Englands striktere Maßnahmen. Das dreistufige Warnsystem wurde um eine vierte Stufe erweitert. Der Express-Lockdown beinhaltet Ausgangsbeschränkungen, die nur aus wichtigen Gründen gebrochen werden dürfen. Außerdem durften während Weihnachten keine Angehörigen anderen Haushalte treffen. Nicht lebensnotwendige Geschäfte mussten schließen. Bewohner aus Regionen mit der höchsten Corona-Stufe vier dürfen diese Zone nicht verlassen.

Deutschland: 

Hier wurde der erste Mutationsfall an Heiligabend bekannt begeben. Eine Frau aus Baden-Württemberg reiste vier Tage zuvor von London nach Frankfurt. Schon bei der Ankunft sei ihr Corona-Schnelltest positiv ausgefallen. Auch der am folgenden Tag durchgeführte PCR-Test sei positiv gewesen. Die Abstrichprobe wurde zur Berliner Charité geschickt. Dort sei die B.1.1.7 Mutation festgestellt worden. Die Frau und drei enge Kontaktpersonen befinden sich seitdem in häuslicher Quarantäne. 

Spanien:

Am 26. Dezember meldete das Gesundheitsministerium des Landes vier Fälle mit der Corona-Mutation. Laut dem Gesundheitsminister Zapatero, geht es den Betroffenen relativ gut. Drei der Fälle wurden per PCR-Test in der Familie eines Mannes festgestellt, der kurz vor den Feiertagen aus England zurückgekehrt war. Der vierte Infizierte sei ebenfalls zu Beginn der Woche von London nach Madrid gereist. 

Schweden:

Auch in diesem Land wurde ein Fall gemeldet. Bei einem England-Rückkehrer, der seinen Urlaub auf der Insel verbracht hatte, wurde die Mutation nachgewiesen. Die anderen Mitglieder seines Haushaltes  habe er nicht angesteckt, teilte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde mit.

Frankreich:

Die Virus-Variante wurde hier bei einem Touristen entdeckt. Der Londoner hatte in Tours (Provinz: Touraine) Weihnachtsurlaub gemacht und ist mit dem Eurostar (also einem Zug) von London nach Paris gereist.

Dänemark:

In diesem Land wurden bereits bei 33 Fällen die Corona-Mutation festgestellt.

Schweiz:

An Heiligabend wurden hier zwei Fälle des mutierten Virus entdeckt, laut dem Bundesamt für Gesundheit BAG.

In folgende europäischen Ländern wurde außerdem die Mutation festgestellt: Belgien, Niederlande, Italien, Island und Österreich. 

Corona-Mutation außerhalb Europas

In Australien ist die Corona-Mutation bei zwei Reisende aus Großbritannien, die im Staat New South Wales Urlaub machten, gefunden worden. Beide Personen wurden in Hotel-Quarantäne gebracht. 

Auch in Südafrika, Nigeria, Singapur und Japan konnte die Mutation nachweislich festgestellt werden.