• Astrazeneca und Johnson & Johnson: Was versteht man unter Vektorimpfstoffen?
  • Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen sind bei Vektorimpfstoffen zu erwarten?
  • Blutgerinnsel und Thrombosen: So häufig treten die Nebenwirkungen auf

Corona-Impfungen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson: Seit Ende Januar (30.01.2021) ist der Impfstoff Astrazeneca in der EU zugelassen. Die Impfungen mit diesem Impfstoff begannen Anfang Februar. Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist erst seit dem 11.03.2021 zugelassen. Seit Anfang Mai wird auch Johnson & Johnson in Deutschland verimpft. Doch insbesondere bei vektorbasierten Impfstoffen kam es vermehrt zu Impfreaktionen und Nebenwirkungen.

Johnson & Johnson und Astrazeneca: Was sind vektorbasierte Impfstoffe?

Der Vektorimpfstoff ist schon länger bekannt als der mRNA-Impfstoff, da dieser beispielsweise auch beim Dengue-Fieber oder Ebola eingesetzt wird. Ebenso wie beim mRNA-Impfstoff besteht das Ziel des Impfstoffs darin, dass der Körper das Spike-Protein selbst herstellen kann. Auch interessant: Erst Astrazeneca, dann Biontech: Risiko für Nebenwirkungen nach "Kreuzimpfungen" erhöht.

Allerdings wird bei vektorbasierten Impfstoffen das Virus als Transportmittel eingesetzt, welcher auch als Vektor bezeichnet wird. Für den menschlichen Körper ist dieser Vektor ungefährlich und kann besonders leicht in die menschlichen Zellen eindringen. Damit der Bauplan der Spike-Proteine in den menschlichen Körper transportiert werden kann, wird die DNA der Spike-Proteine in die DNA des Transport-Virus gesetzt.

Beim mRNA-Impfstoff handelt es sich um die Kopie eines Bauplans, wohingegen die DNA beim Vektorimpfstoff das Original des Bauplans ist. Anders als beim mRNA-Impfstoff muss die DNA zuerst den Umweg in den Zellkern nehmen, wo sie schließlich in mRNA übersetzt werden kann. Danach präsentieren die Zellen dem Immunsystem die Spike-Proteine, woraufhin der Körper eine Immunantwort bildet, so die Erklärung der mRNA- und Vektorimpfstoffe von zdfheute.de.

Vektorimpfstoff: Welche Nebenwirkungen können nach einer Impfung auftreten?

Als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers kann es nach der Impfung mit den Covid-19-Vektor-Impfstoffen von Astrazeneca sowie Johnson & Johnson kurzfristig zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen. Ebenfalls können grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber und Schüttelfrost auftreten. Für gewöhnlich klingen die Beschwerden innerhalb weniger Tage nach der Impfung wieder ab. Laut dem Aufklärungsblatt zu Vektorimpfstoffen des Robert Koch-Instiuts kann es je nach Impfstoff zu unterschiedlichen Impfreaktionen kommen. Auch interessant: Johnson & Johnson, Moderna, Astrazeneca und Biontec/Pfizer: Die vier zugelassenen Impfstoffe im Vergleich.

In den Zulassungsstudien bezogen sich die am häufigsten berichteten Impfreaktionen durch den Impfstoff Astrazeneca auf die Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle (mehr als 60 Prozent), Ermüdung, Kopfschmerzen sowie Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 50 Prozent), Unwohlsein und Muskelschmerzen (mehr als 40 Prozent), Schüttelfrost und erhöhte Temperatur (mehr als 30 Prozent) und Übelkeit und Gelenkschmerzen (mehr als 20 Prozent). Zwischen 1 und 10 Prozent wurde auch eine Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie), Durchfall, Erbrechen, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle sowie Fieber festgestellt. Nur bei 0,1 und 1 Prozent kam es zu Schwindel, Schläfrigkeit, vermehrtes Schwitzen, Juckreiz, Lymphknotenschwellungen und allgemeinen Hautausschlag.

Im Gegensatz dazu kam es beim Impfstoff Johnson & Johnson weniger zu Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 40 Prozent), Ermüdung, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen (mehr als 30 Prozent) sowie Übelkeit (mehr als 10 Prozent). Zwischen 1 und 10 Prozent wurde über Impfreaktionen wie Fieber, Husten, Gelenkschmerzen, Rötung und Schwellung der Einstichstelle sowie Schüttelfrost berichtet. Gelegentlich (zwischen 0,1 und 1 Prozent) traten Zittern, Niesen, Schmerzen in Mund und Rachen, genereller Ausschlag, vermehrtes Schwitzen, Schwäche der Muskeln, Schmerzen in Arm oder Bein, Rückenschmerzen, allgemeines Schwächegefühl und Unwohlsein auf. Bei älteren Personen sind die Reaktionen seltener zu beobachten als bei jüngeren Personen. Die Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt und treten bei Astrazeneca nach der zweiten Impfung etwas seltener als nach der ersten Impfung auf.

Astrazeneca und Johnson & Johnson: So häufig sind Impfkomplikationen aufgetreten

In sehr seltenen Fällen (weniger als 0,01  Prozent) kam es nach einer Impfung mit Astrazeneca zu Blutgerinnsel (Thrombosen), verbunden mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie), teilweise auch mit Blutungen einhergehend. Innerhalb von zwei bis drei Wochen nach der Impfung kam es überwiegend bei Personen unter 60 Jahren zu einigen schweren Fällen mit Blutgerinnsel an ungewöhnlichen Stellen wie dem Gehirn als Sinusvenenthrombosen oder im Bauchraum. Auch wurden in manchen schweren Fällen eine erhöhte Gerinnungsaktivität oder auch Blutungen im ganzen Körper beobachtet. Leider endeten einige der beschriebenen Fälle tödlich oder mit bleibendem Schaden, wie das Aufklärungsblatt des RKIs berichtet. Allerdings kommt eine aktuelle Studie zu dem Schluss, dass das Risiko nach einer Impfung deutlich geringer ist als bei einer Corona-Erkrankung selbst.

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Nach einer Impfung mit dem Impfstoff Johnson & Johnson traten bei 0,01 bis 0,1 Prozent Überempfindlichkeitsreaktionen und Nesselsucht auf. In sehr seltenen Fällen (weniger als 0,01 Prozent) wurde ebenfalls Blutgerinnsel sowohl im Gehirn als Sinusvenenthrombosen als auch im Bauchraum verbunden mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie) und bei einem Teil mit tödlichem Ausgang beobachtet. Betroffen waren ebenfalls wie bei der Impfung mit Astrazeneca überwiegend Personen unter 60 Jahren innerhalb von drei Wochen nach der Impfung. 

Fazit: Sowohl der Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca als auch von Johnson & Johnson sind hochwirksam. Sie verhindern in der Mehrzahl der Fälle eine Covid-19-Erkrankung oder mildern bei Erkrankungen die Symptome. Zwar sind vermehrt Impfreaktionen aufgetreten, meist sind diese aber von kurzer Dauer und spiegeln in der Regel die normale Immunantwort des Körpers auf die Impfung wider. Jeder einzelne Geimpfte profitiert von der erwarteten Schutzwirkung, so das Paul-Ehrlich-Institut.

Welche Impfreaktionen bei mRNA-Impfstoffen wie Biontech und Moderna auftreten können, lesen Sie hier.

 

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