• Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat 122 Corona-Schnelltests überprüft
  • Die Ergebnisse sind durchwachsen
  • Einige Produkte erreichen Sensitivität von 100 Prozent
  • Jeder fünfte Schnelltest fällt durch

Seit mittlerweile mehreren Monaten gibt es Corona-Schnelltests in Apotheken und Supermärkten zu kaufen. Über die Aussagekraft dieser Tests wurde seitdem viel diskutiert. Neben Fehlern bei der Anwendung geht es dabei vor allem um die Zuverlässigkeit der Schnelltests. Das Paul-Ehrlich-Institut hat daher 122 im Handel erhältliche Tests überprüft - und kam zu einem durchwachsenen Ergebnis.

Besonders zuverlässig: Diese Schnelltests erzielten die besten Ergebnisse

Da die Zuverlässigkeit der Tests im Vordergrund stand, wurden die Produkte auf ihre Sensitivität, also ihre Empfindlichkeit, überprüft. "Die Sensitivität drückt aus, wie gut der Test also in der Lage ist, das Virus nachzuweisen", erklärt das Paul-Ehrlich-Institut in einer Pressemitteilung. Gefordert war eine Sensitivität von mindestens 75 Prozent.

Immerhin 96 von 122 Schnelltests erreichten den geforderten Wert. Die übrigen 26 Schnelltests und damit jeder fünfte verfehlte ihn jedoch. Bei diesen Schnelltests waren in der Praxis mehr als 25 von 100 Versuchen falsch-negativ. 

Auf der anderen Seite überzeugte eine Vielzahl an Tests mit einem hundertprozentigen Sensitivitätswert. Folgende Tests erzielten die besten Ergebnisse:

  • "Green Spring SARS-CoV-2 Antigen Rapid Test Kit" von Shenzhen Lvshiyuan Biotechnology
  • "Toda Coronadiag Ag" von Toda Pharma
  • "SARS-CoV-2 Ag Diagnostic Test Kit" von Shenzhen Watmind Medical
  • "COVID-19 Antigen Speicheltest" (Immunochromatographie) von ulti med Products
  • "QuickProfile Covid-19 Antigen Test Card" von LumiQuick Diagnostics

Paul-Ehrlich-Institut zieht positives Fazit

Diese und noch weitere Schnelltests erkannten in 100 Prozent der Fälle eine hochinfektiöse Person mit einem ct-Wert von höchstens 25. Der ct-Wert gibt einen Hinweis darauf, wie infektiös eine Person ist. Ein niedriger ct-Wert bedeutet gleichermaßen eine hohe Viruslast und eine hohe Infektiösität. Hingegen steh ein hoher ct-Wert für weniger Viruslast, die betroffene Person ist weniger ansteckend. Schnelltests müssen dementsprechend sehr empfindlich sein, um auch eine sehr niedrige Viruslast zu erkennen.

Einige in Supermärkten und Drogerien erhältliche Schnelltests schnitten jedoch weniger zuverlässig ab. Insgesamt zieht das Paul-Ehrlich-Institut aber ein positives Fazit: "Die meisten der evaluierten Antigen-Schnelltests erfüllten die geforderten Bedingungen und sind für die schnelle Identifizierung von akuten Infektionen mit hoher Viruslast geeignet." Einen Überblick über alle Antigen-Tests, die nach Herstellerangaben die Mindestkriterien erfüllen und die nach der Coronavirus-Testverordnung erstattungsfähig sind, bietet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).