Franken
Covid-19-Forschung

Kann eine Hausmittel gegen Corona-Viren helfen? Eine Studie weckt Hoffnung

Die ganze Welt hofft derzeit auf einen möglichen Impfstoff gegen den Kampf mit Corona. Forscher haben Hinweise darauf gefunden, dass ein simples Hausmittel aus der Drogerie das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus reduzieren kann. Eine Studie gibt einen Lichtblick.
Die Forscher haben ein Hausmittel untersucht, das bei der Suche nach Corona-Medikamenten helfen könnte. Symbolfoto: Andrea Piaqcadio/ pexels.com
  • Simples Hausmittel im Kampf gegen Corona?
  • Forscher untersuchen die Wirkung von Mundwasser
  • Mundspülung verringert Virenlast durch Sars-Cov-2 im Mund-Rachen-Raum deutlich

Hausmittel gegen Corona: Kann Mundspülung gegen Covid-19 helfen? Eine neue Studie bringt überraschende Erkenntnisse. Die Forschung arbeitet aktuell an einem Impfstoff gegen den "Covid-19"-Erreger "Sars-CoV-2". Doch die Wissenschaftler beschäftigen sich nicht nur damit, sondern auch mit möglichen Medikamenten gegen das Virus.

Dazu haben mehrere Forscher neue Erkenntnisse vorgestellt. Sie haben ein Hausmittel untersucht, das aus dem Alltag bekannt ist: Mundwasser

Mundspülung gegen Coronavirus: Was taugt das Hausmittel?

Ein Forscherteam aus Großbritannien hat eine Studie zu Mundspülung und Corona im Fachmagazin Function veröffentlicht: Darin heißt es, dass es sich lohne "weiterzuerforschen, ob orale Spülungen als potenzieller Weg zur Verringerung der Übertragung von Sars-CoV-2 in Erwägung gezogen werden sollten". Die ersten Testergebnisse könnten als Erfolg interpretiert werden, so die Forscher.

Ein weiteres Team aus Wissenschaftlern um Toni Luise Meister von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat sich demselben Thema gewidmet. Gemeinsam mit Forschern der Universitätskliniken Ulm, Duisburg-Essen und Nürnberg sowie Forschungseinrichtungen aus der Privatwirtschaft wurde in Zellkulturexperimenten die Wirkung von Mundspülungen gegen Sars-CoV-2-Viren untersucht.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in dem Fachmagazin Journal of Infectious Diseases. Doch warum wurde gezielt Mundspülung untersucht?

Covid-19-Pandemie: Viruslast im Mund-Rachen-Raum besonders hoch

Bei Covid-19-Patienten gibt es einen Ort im Körper, an dem die Viruslast besonders hoch ist: den Mund-Rachen-Raum. Eine dortige hohe Viruslast erhöht auch das Übertragungsrisiko. Ziel der Untersuchung war es zu überprüfen, ob das Einnehmen einer Mundspülung zumindest kurzfristig einen Teil der Viren im Mund-Rachen-Raum abtöten kann.

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Lässt sich das Risiko einer Corona-Übertragung dadurch verringern, sei dies ein wichtiges neues Indiz. Beispielsweise vor Zahnarztbesuchen würde sich der Einsatz von Mundwasser demzufolge lohnen. Allerdings wird vorneweg festgehalten, dass Mundwasser natürlich nicht die Lungenkrankheit Covid-19 selbst bekämpfen könne und auch nicht vor einer Infektion schütze.

Insgesamt wurden acht Mundspülungen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen getestet, die in Apotheken oder Drogeriemärkten in Deutschland erhältlich sind. Die Mundspülungen wurden jeweils mit Viruspartikeln vermischt. Zusätzlich wurde eine Belastungssubstanz hinzugegeben, die den Effekt des Speichels im Mund simulieren sollte. Anschließend wurde das Gemisch für 30 Sekunden geschüttelt, was wiederum den Effekt des Gurgelns nachstellen sollte. Mithilfe sogenannter "Vero-E6-Zellen" wurde dann geprüft, wie hoch die Viruslast in dem Gemisch war. Um die Ergebnisse zu vergleichen, wurde ein Teil des verwendeten Virusgemischs mit einem Zellkulturmedium anstatt Mundspülung behandelt.

Corona: Mundspülung verringert Viruslast deutlich 

Die Ergebnisse der Untersuchung machen Hoffnung:  "Sars-CoV-2 kann durch handelsübliche Mundspülungen innerhalb kurzer Expositionszeiten von 30 Sekunden effizient inaktiviert werden", schreiben die Forscher.

Das traf auf alle getesteten Präparate zu. Mundspülungen können demnach helfen, kurzzeitig die Viruslast zu senken - und damit eventuell das Risiko einer Übertragung der Coronaviren zu minimieren.

Die Produktion der Viren in den Zellen könne durch das Gurgeln einer Mundspülung nicht verhindert werden. Allerdings könne die Viruslast kurzfristig dort gesenkt werden, wo die größte Ansteckungsgefahr herkommt: Im Mund-Rachen-Raum.

WHO: Aktuell noch keine Behandlungsmethode gegen Sars-CoV-2

Die Ergebnisse der Studie wurden noch nicht am Menschen getestet - dies gelte es nun zu tun. Das Team der RUB prüft nun die Möglichkeiten einer klinischen Studie, um die Wirksamkeit von Mundspülungen auf Sars-CoV-2-Viren beim Menschen zu untersuchen.

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Trotz aller Hoffnung auf ein in rauen Mengen vorhandenes "Medikament" wie Mundwasser gegen das Coronavirus weist die "Weltgesundheitsorganisation (WHO)" ausdrücklich darauf hin, dass es gegenwärtig noch keine Behandlungsmethode gebe, die Sars-CoV-2 stoppen beziehungsweise töten könne.

Von zentraler Bedeutung ist unabhängig von den Mundwasser-Forschungen, wie sich die weitere Suche nach einem Impfstoff gestaltet: Alle wichtigen Informationen rund um die Corona-Krise erfahren Sie im Live-Ticker von inFranken.de.

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tu/ml

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