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Covid-19-Therapie

Grippemittel gegen Corona: Medikament "Molnupiravir" soll gegen Covid-19 helfen

Neue Hoffnung im Kampf gegen Corona? Ein Grippemittel könnte hilfreich gegen Covid-19 sein. Eine neue Studie liefert vielversprechende Ergebnisse.
Ein einfaches Grippe-Medikament lässt Forscher hoffen. Es soll gegen Corona helfen. Sharon McCutcheon/unsplash.com
  • Medikament "Molnupiravir" gegen Corona: Forscher haben große Hoffnung
  • Neue Studie: Grippe-Mittel könnte Übertragung eindämmen
  • Forscher sprechen von einem "Durchbruch"

Experten sind sich sicher, dass es noch viele Infektionen geben wird, ehe genügend Menschen geimpft werden können. Forscher sorgen nun für einen kleinen Lichtblick: Eine Studie in den USA ergab, dass das eigentlich als  Grippe-Mittel gedachtes Medikament "Molnupiravir" die Übertragung  von Sars-CoV-2 stoppen könnte.

Grippe-Medikament "Molnupiravir" verhindert Übertragung des Coronavirus

Molnupiravir oder MK-4482/EIDD-2801 - so wird das neue Medikament bezeichnet, von dem Wissenschaftler Richard Plemper und seine Kollegen im Fachmagazin Nature Microbiology sprechen. Ursprünglich sollte "Molnupiravir" als Grippe-Medikament entwickelt werden, heißt es in der Studie. Doch im Zuge der Corona-Pandemie änderten die Forscher der "Georgia State University" ihre Ziele und versuchten sich an der Entwicklung eines Wirkstoffs gegen Covid-19. Anhand von Frettchen sollte die Ausbreitung des Coronavirus beim Menschen "simuliert" werden. Die Tiere würden bei der Virusverbreitung jungen Erwachsenen ähneln.

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"Wir glauben, dass Frettchen ein relevantes Übertragungsmodell sind, weil sie SARS-CoV-2 leicht verbreiten, aber meistens keine schwere Krankheit entwickeln“, erklärt Dr. Robert Cox, ebenfalls Teil des Forscherteams.

Einige infizierte Frettchen erhielten den Wirkstoff "MK-4482/EIDD-2801" und wurden im Anschluss zusammen mit nicht-infizierten Tieren in den gleichen Käfig gesperrt. Und das Medikament zeigte Wirkung: "Molnupiravir" konnte verhindern, dass auch nur ein einziges weiteres gesundes Frettchen mit Sars-CoV-2 infiziert wurde. Bei der Placebo-Gruppe steckten sich hingegen alle Tiere an, heißt es im Studienbericht.

Forscher: Grippe-Medikament könnte Durchbruch sein

Aus ihren Tierversuchen folgerten die Wissenschaftler, dass die Einnahme von "Molnupiravir" innerhalb von 24 Stunden die Übertragungsfähigkeiten des Coronavirus komplett blockieren könne. Damit sei es das erste "oral verfügbare Medikament, welches die Übertragung von Sars-CoV-2 schnell blockiert", so  Plember.

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Hinsichtlich ihrer erfolgreichen Ergebnisse spricht die "Georgia State University" bereits von einem Durchbruch. Das Medikament sei ein "starker Kandidat" zur Eindämmung des Virus und habe die Möglichkeit "das Spiel zu verändern". 

Vorteile von "Molnupiravir"

Den Forschungsergebnissen zufolge würde sich "MK-4482/EIDD-2801" durch drei große Vorteile auszeichnen: 

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  • Der Wirkstoff könne das Fortschreiten schwerer Erkrankungen hemmen.
  • Die Infektionsphasen und die Quarantänezeit könnten verkürzt werden.
  • Die Infektionsketten bei lokalen Ausbrüchen könnten einfacher unterbrochen werden.

Damit wäre "Molnupiravir" ein durchaus schlagkräftiges Medikament gegen Sars-CoV-2 - und könnte helfen, die aktuell rasant steigenden Fallzahlen in Deutschland abzusenken. 

Corona-Medikament: Versuche mit Frettchen sehr erfolgversprechend

Wenn das Medikament dieselbe Wirkungsweise beim Menschen hat, dann wären Covid-19-Patienten bereits 24 Stunden nach der Einnahme von "MK-4482/EIDD-2801" nicht mehr infektiös.  „Wenn die Frettchen-basierten Daten zur Hemmung der SARS-CoV-2-Übertragung sich auch beim Menschen bestätigen, dann könnten Patienten mit Covid-19 schon 24 bis 48 Stunden nach Beginn der oralen Einnahme von Molnupiravir nicht-infektiös werden“, schreiben Cox und sein Team.

Da "Molnupiravir" bisher nur an Tieren getestet wurde, kann noch kein Urteil über mögliche Nebenwirkungen, Wirkungsdauer und die Länge der Behandlung gefällt werden. Kritiker des Wirkstoffs behaupteten, dass eine Behandlung mit dem Medikament zur Veränderung des Erbguts führen würde. Die Wissenschaftler wiesen die Kritik zurück.

Derzeit führt der Pharmakonzern "Merck" eine klinische Studie mit rund 1300 Probanden durch. Die Ergebnisse sind im nächsten Jahr zu erwarten. Dann wird sich auch zeigen, ob das Medikament eine Alternative zu einer Corona-Impfung sein kann. In Bayern sollen die Menschen in insgesamt 99 Impfzentren mit dem Wirkstoff behandelt werden. Lesen Sie dazu auch: "Biontech" oder "Moderna"? Corona-Impfstoffe im Vergleich

aa

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