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Forschung

Covid-19: Warum Frauen in den Wechseljahren schwerer an Corona erkranken

Frauen in den Wechseljahren zeigen schwerere Corona-Symptome. Das belegt eine Studie, die den Krankheitsverlauf Tausender Frauen analysiert hat. Schützt Östrogen womöglich vor einer Covid-19-Erkrankung?
Einer Studie zufolge erkranken Frauen in den Wechseljahren deutlich schwerer an "Covid-19". Symbolfoto: Engin Aykurt/ unsplash.com

Frauen in den Wechseljahren sollen an einem deutlich schwereren Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion leiden, als andere Altersgruppen. Diese Erkenntnis geht aus einer neuen Studie des "King's College" in London hervor, die unter anderem im Fachmagazin "medrxiv" erschienen ist. Grund dafür soll der sinkende "Östrogen"-Spiegel bei Frauen mittleren Alters sein. "Östrogene" sind Geschlechtshormone, die unter anderem den Menstruationszyklus einer Frau regeln. Der Spiegel des Hormons nimmt mit steigendem Alter ab. 

Für die Studie analysierten die britischen Forscher Daten von mehr als 500.000 Frauen aus Großbritannien, die regelmäßig eine Verhütungspille einnahmen, beziehungsweise eingenommen hatten oder eine Hormonersatztherapie nutzten beziehungsweise genutzt hatten. Das Ergebnis: Frauen, die sich nach der Menopause befanden, berichteten deutlich häufiger von schwereren Corona-Symptomen, als Frauen, die ihre Regelblutung noch hatten. In vielen Fällen wurden sie in Krankenhäuser eingeliefert und waren auf Atemmasken angewiesen. 

Corona-Symptome bei Frauen nach Menopause deutlich schwerer

Frauen, die im Alter zwischen 18 und 45 Jahren regelmäßig eine Verhütungspille einnahmen, berichteten hingegen von weniger Symptomen. Ein ähnliches Bild zeigte sich in dieser Altersgruppe, in der die Frauen Hormonersatztherapien wahrnahmen. Wie Karla Lee, Teil des Forscherteams, erklärt, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Hormone in der Verhütungspille beziehungsweise in der Hormonersatztherapie eine schützende Wirkung vor Coronaviren haben.

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Dem stimmt Mediziner Christoph Specht zu, würde allerdings nicht von einer allgemeinen Schutzfunktion sprechen: "Ja, weibliche Hormone können schon dafür sprechen, dass sie einen positiven Verlauf auf Covid-19-Erkrankungen haben, aber die Hypothese, dass Östrogen uns vor Corona schützt, würde ich nicht gleich unterschreiben", erklärte er RTL.

Specht, aber auch die britischen Forscher des "King's College" betonen in diesem Kontext, dass weitere Studien zur Thematik notwendig seien, um abschließende Aussagen über den Zusammenhang zu tätigen. 

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tu