Forscher finden Ursprung von "Sars-CoV-2": Die Frage nach dem Ursprung des Coronavirus stellt sich seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie. Viele Wissenschaftler versuchen herauszufinden, wie das Virus entstanden ist und wie sich die Gefahr einer Übertragung reduzieren lässt.

Ein internationales Forscherteam hat nun in einer neuen Studie seine Ergebnisse präsentiert. Demnach existiert "Sars-CoV-2" wohl schon seit mehreren Jahrzehnten in Fledermäusen - und das vollkommen unbemerkt. Womöglich können auch verwandte Arten das Virus auf den Menschen übertragen. Das gilt es laut den Forschern zu verhindern.

Genetisches Material der Coronaviren schwer zu identifizieren

Maciej Boni, Professor für Biologie an der "Pennsylvania State University" in den USA, erklärt die Schwierigkeit bei der Erforschung des Coronavirus. "Coronaviren haben genetisches Material, das stark rekombinant ist. Das bedeutet, dass verschiedene Regionen des Virus-Erbguts aus mehreren Quellen stammen. Dies hat es schwierig gemacht, die Ursprünge von Sars-CoV-2 zu rekonstruieren", heißt es von Seiten der Universität.

Buchtipp: Coronavirus - Alles, was Sie wissen müssen

Der Vorgang des Forscherteams baut auf dieser Erkenntnis auf. Die verschiedenen Regionen des Erbguts wurden von den Wissenschaftlern identifiziert und auf ihren Ursprung überprüft. Dadurch konnten die evolutionären Beziehungen zwischen "Sars-CoV-2" und seinen nächsten bekannten Fledermaus- und Pangolin-Viren rekonstruiert werden.

Vor etwa 40 bis 70 Jahren hat sich demnach die Abstammungslinie der Viren, zu denen "Sars-CoV-2" gehört, von anderen Fledermaus-Viren getrennt.

Sars-CoV-2: Verwandte Viren in Hufeisenfledermäusen

Laut den Forschern gibt es ein Coronavirus, dass zu 96 Prozent identisch zu "Sars-CoV-2" ist. Dieses Coronavirus wurde im Jahr 2013 bei einer Fledermaus in der chinesischen Provinz Yunnan entdeckt und hat die größte Ähnlichkeit mit "Sars-CoV-2", wie es heute existiert. Allerdings konnte auch festgestellt werden, dass sich die beiden Virus-Arten mindestens seit dem Jahr 1969 unterschiedlich weiterentwickelt haben.

Eines der älteren Merkmale, das "Sars-CoV-2" mit seinen verwandten Arten teilt, ist wie sich das Virus an die Oberfläche menschlicher Zellen bindet. "Dies bedeutet, dass andere Viren, die Menschen infizieren können, in China in Hufeisenfledermäusen zirkulieren", erklärt Professor David L. Robertson von der "Universität Glasgow" dem Bericht der "Pennsylvania State University" zufolge.

Forscher über Sars-CoV-2: So soll eine künftige Pandemie verhindert werden

Das Team der "Pennsylvania State University" kam zu dem Schluss, dass zur Verhinderung künftiger Pandemien eine bessere Probenahme bei Wildfledermäusen und die Implementierung von Überwachungssystemen für Krankheiten beim Menschen nötig ist. Neuartige Krankheitserreger müssen frühzeitig beim Menschen identifiziert werden, um in Echtzeit reagieren zu können.

Durch ein solches Vorgehen hätte auch in diesem Jahr vorsorglich viel verhindert werden können, in der Zukunft soll das anders laufen. "Wir haben zu spät auf den ersten Sars-CoV-2-Ausbruch reagiert, aber dies wird nicht unsere letzte Coronavirus-Pandemie sein. Es muss ein viel umfassenderes Echtzeit-Überwachungssystem eingerichtet werden, um solche Viren abzufangen, wenn die Fallzahlen noch zweistellig sind", erläutert Boni.

Für Professor Robertson ist das weitere Vorgehen klar: "Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Überwachung besteht darin, zu wissen, nach welchen Viren gesucht werden muss, und diejenigen zu priorisieren, die Menschen leicht infizieren können."

US-Forscher berichten von ersten Erfolgen ihres neuen Medikaments: Es soll alle Formen von Coronaviren abtöten. 

Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus erfahren Sie im News-Ticker von inFranken.de.

ml/Symbolbild: Todd Cravens/unsplash.com

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.