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Covid-19

Corona-Impfstoff von Moderna: Wie häufig sind Nebenwirkungen und allergische Reaktionen?

Erst seit kurzem ist der Covid-19-Impfstoff von Moderna in der EU zugelassen. In den USA wird damit bereits seit Dezember 2020 geimpft. Nebenwirkungen sowie schwere allergische Reaktionen sind zwar möglich aber äußerst selten.
  • Corona-Impfstoff von Moderna in Europa zugelassen
  • Seit Dezember ist der Impfstoff bereits in den USA im Einsatz
  • Kaum negative Ereignisse bei rund 4 Millionen Geimpften
  • Vereinzelt allergische Reaktionen möglich

Seit einigen Wochen ist nun auch in Europa das zweite Vakzin gegen Covid-19 zugelassen. Es handelt sich um den Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers Moderna. Bisher haben in den USA bereits über vier Millionen Menschen die erste Dosis des Impfstoffs von Moderna erhalten. Nebenwirkungen sowie schwere allergische Reaktionen sind zwar möglich, aber im bisherigen Impfzeitraum sehr selten vorgekommen, wie die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) berichtete.

Corona-Impfstoff von Moderna: Wie hoch ist das Risiko für Allergiker?

Im Zeitraum vom 21. Dezember 2020 bis zum 10. Januar 2021 gab es die erste Dosis der zweigliedrigen Covid-19-Impfung mit dem Moderna-Impfstoff. Laut der US-Gesundheitsbehörde traten in nur zehn Fällen schwere allergische Reaktionen nach der Impfung auf. In neun der zehn Fälle wurde die allergische Reaktion, die sogenannte Anaphylaxie, innerhalb von 15 Minuten nach der Impfung festgestellt. Zudem berichtete die CDC, dass es keine Anaphylaxie-bedingten Todesfälle gegeben hat. Die nach Erhalt des Moderna-Covid-19-Impfstoffs gemeldeten zehn Fälle von schweren allergischen Reaktionen in den USA betrafen laut Behörden nur Frauen. Davon wurden sechs ins Krankenhaus eingeliefert.

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Von den rund vier Millionen geimpften Personen wurden bei 1266 Personen negative Ereignisse im Zusammenhang mit der Impfung dokumentiert. Von diesen unerwünschten negativen Ereignissen konnten im gesamten Impfzeitraum 108 allergische Reaktionen auf den Moderna-Impfstoff zurückgeführt werden, die letztlich auf einen allergischen Schock überprüft worden seien. 

Die während des Impfzeitraums festgestellten Anaphylaxiefälle konnten in neun Fällen auf eine Vorgeschichte von Allergien oder allergischen Reaktionen zurückgeführt werden. Von diesen neun Fällen wiederum konnte in fünf Fällen eine frühere Geschichte der Anaphylaxie mit der Reaktion auf den Impfstoff in Verbindung gebracht werden, berichtet das Onlineportal heilpraxis.net.

Aufklärungsmaßnahmen: Unter Umständen darf nicht geimpft werden

Trotz der verschwindend geringen Fallzahl kann ein anaphylaktischer Schock ein lebensbedrohliches Ereignis darstellen. In Deutschland gibt es deshalb gezielte Aufklärungsmaßnahmen bezüglich möglicher Impfreaktionen und Umstände, die die Anwendung verbieten, so die Ärztezeitung.

Zudem hat die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel MHRA als Vorsichtsmaßnahme eine vorläufige Anweisung herausgegeben, Patienten mit schweren Allergien nicht zu impfen, berichtet der Deutsche Allergie- und Asthmabund. Die deutsche Aufsichtsbehörde, das Paul-Ehrlich-Institut, betrachtet die Datenlage dagegen noch als unzureichend, um eine Risiko-Bewertung für Allergiker abzugeben.

So wurden zum Beispiel Menschen mit einer Vorgeschichte in Bezug auf Anaphylaxie von der klinischen Studie des Impfstoffes ausgeschlossen.

Moderna-Impfstoff: Wann treten die allergischen Reaktionen auf?

Auffällig ist die große Ähnlichkeit zu allergischen Reaktionen auf den Covid-19-Impfstoff von Pfizer-Biontech: Sowohl die Art der Nebenwirkungen ähneln sich, als auch die Vorgeschichte der Patienten mit Anaphylaxie. Zudem wurde bei beiden Impfstoffen sichtbar, dass mehr Frauen einen Impfstoff erhielten und dementsprechend auch mehr Frauen an einer Anaphylaxie leiden würden, berichtet heilpraxis.net.

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Bisher wird vermutet, dass einige der Personen, die einen allergischen Schock erlitten, auf einen Teil der Lipid-Nanopartikel reagieren, insbesondere auf den darin enthaltenen Stoff Polyethylenglycol (PEG). Dieser Stoff kann dementsprechend auch die schweren allergischen Reaktionen ausgelöst haben, wie das Paul-Ehrlich-Institut in einer Stellungnahme angab.

Die Wahrscheinlichkeit, einen anaphylaktischen Schock durch den Moderna-Impfstoff zu erleiden, ist nach bisherigen Erkenntnissen gering. Dennoch kann eine Impfung innerhalb von ein paar Minuten bis zu einer Stunde nach Erhalt der Dosis zu einer schweren allergischen Reaktion führen. Wichtig ist daher, dass nach der Impfung auftretende Nebenwirkungen im Blick behalten werden. Mögliche Anzeichen einer Anaphylaxie sind laut der Webseite der US-amerikanischen Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) folgende:

Anaphylaxie: Diese Symptome sollten Sie kennen

  • Anschwellen des Gesichts und des Halses
  • Atembeschwerden
  • Schwindel- und Schwächegefühl
  • Hautausschlag über den ganzen Körper
  • Schneller Herzschlag

Weitere potenzielle Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopf- und/oder Muskelschmerzen. Das Paul-Ehrlich-Institut empfiehlt daher mindestens eine 15-minütige Nachbeobachtung der Geimpften. Grundsätzlich werden Allergiker jedoch nicht von der Corona-Impfung ausgeschlossen - außer natürlich es liegt eine konkrete Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe vor.

Es ist in diesem Kontext außerdem anzumerken, dass der Moderna-Covid-19-Impfstoff immer noch in klinischen Versuchsreihen studiert wird, wie die FDA im Merkblatt zum Impfstoff betont.

Wie unterscheidet sich der Moderna-Impfstoff vom Wirkstoff des Herstellers Biontech? Hier finden Sie einen direkten Vergleich der beiden Wirkstoffe.

 

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