Corona-Infektion: Wie groß ist die Gefahr in geschlossenen Räumen? Mittlerweile weiß jeder, dass im Freien die Ansteckung mit dem Coronavirus geringer ist als in geschlossenen Räumen, vor allem, weil dort der Mindestabstand besser eingehalten werden kann.

Zugfahrten, Schulunterricht, der Bürojob oder Einkaufen kann trotzdem nicht im Freien stattfinden. Wenn man sich dort auch noch zu nahe mit anderen Menschen kommt, steigt die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus, wenn keine Masken getragen werden. Denn im Gegensatz zu großen und schweren Tropfen sinken feine Aerosole nicht so schnell ab und schweben eine Zeit lang in der Luft.

Ansteckungsgefahr in Räumen - 3000 Aerosole genügen

Die Forscher Martin Kriegel und Anne Hartmann der Technischen Universität Berlin simulierten, wie sich Aerosole in der Luft verhalten und wie wahrscheinlich eine Übertragung von SARS-CoV-2 in geschlossenen Räumen ist. Aerosole von infizierten Personen können Viren auf sich tragen, die von anderen Personen eingeatmet werden können. Und das geschieht in geschlossenen Räumen schneller, da hier ein geringerer Luftzug herrscht. Mit zunehmender Dauer des Aufenthalts konzentrieren sich die Aerosole im Raum und können kritische Werte für eine Infektion erreichen. 

Für die Berechnung werden bekannte Gleichungen zur Bestimmung von Schadstoffkonzentrationen in Räumen herangezogen. Die Forscher gehen davon aus, dass etwa 3000 mit Viren besetzte Aerosole notwendig sind, um die Krankheit hervorzurufen. Mit dieser Annahme und den Formeln kann berechnet werden, wie lange sich Personen mit einer infizierten Person in einem Raum aufhalten können, bis 3000 Viren eingeatmet wurden. Weitere Variablen wie der Atemluftbedarf, zum Beispiel bei sitzender oder körperlich anstrengender Tätigkeit und die Belüftungssituation müssen außerdem bei der Berechnung berücksichtigt werden.

Das Ergebnis der Studie macht deutlich, dass die Größe des Raumes eine entscheidende Rolle für das Risiko spielt: Hält sich eine gesunde Person mit einer infizierten Person in einem Raum mit 20 Quadratmetern und mit einer Höhe von drei Metern auf, dann beträgt nach Eintritt der infizierten Person in den Raum die maximale Aufenthaltsdauer bei normaler Sprechsituation bis zu einer möglichen Infektion in etwa 80 Minuten. In einem 10-Personen-Büro mit einer Größe von 100 Quadratmetern und ebenfalls einer Höhe von drei Metern und mit einer dafür typischen Luftwechselrate, dann ist die maximale Aufenthaltsdauer bis zu einer möglichen Infektion etwas mehr als drei Stunden.

Infektionen mit dem Coronavirus vermeiden durch frische Luft 

Die Aerosolzahl nimmt mit der Zeit immer weiter zu. So kann man sich auch infizieren, wenn man den Mindestabstand einhält. Wer sich also vor dem Coronavirus schützen will, sollte weiterhin Maske tragen, viel Zeit im Freien verbringen und auf den Mindestabstand achten. Für das Büro gilt natürlich auch: häufig und richtig lüften.

Gibt es schon bald einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2?