Was die normalen Schulen in Bayern angeht, dürfen seit Montag (27. April) Schüler, die kurz vorm Abschluss stehen, wieder am Präsenzunterricht teilnehmen (Update vom 28.04.2020, 14.52 Uhr). Es sind jedoch weniger Schüler in den Klassen zugelassen, sodass der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Aber wie sieht es mit Fahrschulen aus? Schließlich wollen auch hier viele Schüler ihre theoretischen und praktischen Prüfungen ablegen. Wir sagen Ihnen, wie es in der Corona-Krise um Fahrunterricht und Führerscheinprüfung bestellt ist.

Fahrschulen haben bereits Hygiene-Konzepte vorbereitet

Noch sind in fast allen Bundesländern die Fahrschulen geschlossen, Führerscheinprüfungen sind derzeit nicht möglich. Laut einer Pressemitteilung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e. V. (BVF) haben sich Fahrschulen in ganz Deutschland für die Wiederöffnung vorbereitet. "Die Hygiene-Konzepte stehen. Die Umsetzung in den Fahrschulen ist bereits angelaufen", sagt Dieter Quentin, Vorsitzender der BVF.

Quentin betont auch die Wichtigkeit vom Führerschein in vielen systemrelevanten Berufen. Darunter fallen zum Beispiel Mitarbeiter des Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr und Berufskraftfahrer. Auch finanziell ist es momentan kritisch bei vielen Fahrschulen. "Laut einer Umfrage des Branchenverbands MOVING reichen bei 30 Prozent der Fahrschulen die staatlichen Hilfen nicht aus, um die Krise zu überstehen. Demnach stehen etwa 3.000 der insgesamt rund 10.000 Fahrschulen in Deutschland vor dem Aus, wenn der Lockdown weiter anhält", schreibt der BVF.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat auf die Einschränkungen der Corona-Pandemie reagiert und beispielsweise folgende Fristen verlängert:

  • Berufskraftsfahrerqualifikationen gelten momentan weiterhin, auch wenn Weiterbildungsnachweise fehlen.
  • Inhaber eines ausländischen Führerscheins dürfen diesen in Deutschland, nach Begründung eines ordentlichen Wohnsitzes, noch 12 Monate weiter nutzen.
  • Wer die Theorieprüfung bereits bestanden hat, hat von diesem Zeitpunkt an nun 18 Monate Zeit, die praktische Prüfung abzulegen, anstatt nur 12.

Öffnung der Fahrschulen: Nordrhein-Westfalen geht seinen eigenen Weg

Noch gibt es keinen festgelegten Zeitpunkt, zu dem die Fahrschulen wieder unterrichten dürfen. Allein Nordrhein-Westfalen bildet die Ausnahme. Hier dürfen mittlerweile Fahrschulen sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht durchführen. Doch es müssen bestimmte Hygiene- und Dokumentationsvorschriften eingehalten werden.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales von NRW begründet diese Entscheidung folgendermaßen: "Die Durchführung des theoretischen und praktischen Fahrunterrichts als zwingende Voraussetzung der Ableistung der verschiedenen Führerscheinprüfung muss auch während der aktuellen Covid-19 Epidemie, möglich sein. Dies gilt umso mehr, als trotz eines aktuelle abnehmenden Infektionsgeschehens davon auszugehen ist, dass Infektionsgefahren noch für Monate nicht ausgeschlossen werden können." TÜV, Werkstatt, Auto waschen - was Autofahrer in der Corona-Krise wissen müssen.