• Zahl der Impfdurchbrüche steigt in Deutschland weiter an
  • Söder, Pop und Co. fordern Boosterimpfung nach 5 Monaten
  • Wie lange bin ich durch eine Impfung gegen das Corona-Virus geschützt?

Geht es nach der Politik, kann gar nicht schnell genug mit Auffrischungsimpfungen angefangen werden. So spricht sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür aus, Boosterimpfungen früher und für mehr Menschen zu ermöglichen. Ihm gehe die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) - erst nach sechs Monaten eine Auffrischungsimpfung zu empfehlen und auch das nur für über 70-Jährige - nicht weit genug. Stattdessen solle man aus den Erfahrungen lernen, die Israel gemacht habe. Dort werden die Menschen mittlerweile bereits nach fünf Monaten erneut geimpft, nachdem die Infektionszahlen massiv ansteigen.

Söder für Verkürzung des Abstandes zwischen den Impfungen 

Nicht nur der CSU-Chef plädiert für früheres Boostern. Auch Berlins geschäftsführende Wirtschaftssenatorin Ramona Pop(Grüne) befürwortet das. „Aufgrund der drastisch steigenden Infektionszahlen brauchen wir mehr Tempo bei den Boosterimpfungen, um die Grundimmunisierung der Geimpften noch vor Weihnachten zu stärken“, sagte Pop am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Ich schließe mich denen an, die eine Verkürzung des Abstandes zwischen den Impfungen befürworten, um bereits nach fünf Monaten zu boostern“, sagt die Grünen-Politikerin. „Gleichzeitig dürfen wir nicht nachlassen bei unseren Bemühungen, Nichtgeimpfte von der Schutzwirkung der Impfung zu überzeugen.“

Sind die Forderungen der Politiker gerechtfertigt? Verfällt der Impfschutz tatsächlich bereits nach wenigen Monaten? Laut dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse derzeit, „dass der Impfschutz insbesondere bei hochbetagten Menschen und Personengruppen mit einem geschwächten Immunsystem nachlassen und durch eine Auffrischungsimpfung wieder deutlich erhöht werden kann.“ Zudem wurde festgestellt, dass sogenannte „Low Responder“ (Personen, die vornehmlich zur Hochrisikogruppe gehören) nach einer Impfserie weniger Antikörper bilden als üblich, heißt es auf der Internetseite des BMGs. Eine Studie habe gezeigt, dass eine dritte Impfung bei dieser Personengruppe zu einer deutlich höheren Antikörperbildung führen kann (Stand: 3.11.2021).

Experten gehen davon aus, dass eine Impfung für mindestens sechs Monate sicher wirkt. Derzeit könne jedoch noch nicht abschließend geklärt werden, wie lange die Immunität tatsächlich anhält. Als Reaktion auf die Mutationen des Coronavirus wird teilweise bereits eine Auffrischungsimpfung empfohlen.

Zum Weiterlesen: Corona-Antikörpertest vor der Booster-Impfung: Wie sinnvoll ist der Immunschutz-Nachweis wirklich?