In der Ärzteschaft werden die Überlegungen von Bund und Ländern für einen Stufenplan zur Abkehr von den Corona-Schutzmaßnahmen gutgeheißen. "Die Gesellschaft braucht einen Plan für schrittweise Lockerungen, diesen aber selbstverständlich mit Augenmaß", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Dies gilt vor allem auch, weil die Zahlen ja erkennen lassen, dass wir auch den Scheitelpunkt der Omikron-Welle überschritten haben." Zwar nehme die Belegung mit positiv getesteten Patienten auf den Normalstationen noch zu, von den Höchstwerten der Intensivbelastung zum Jahreswechsel sei man aber weit entfernt, führte Gaß aus.

Gestuftes Vorgehen hat den Segen des Ärzteverbandes - Der Ansatz sei der richtige

Auch der Ärzteverband Marburger Bund hält ein gestuftes Vorgehen für einen "richtigen Ansatz". "Es kann nur schrittweise gehen und mit Augenmaß", sagte Verbandschefin Susanne Johna der Neuen Osnabrücker Zeitung. Als Letztes sollte die FFP2-Maskenpflicht fallen. Sie habe sich in der Pandemie als besonders hilfreich erwiesen. Angesichts der noch hohen Infektionsaktivität seien sie gerade in Innenräumen unentbehrlich. "Wahrscheinlich wird man sie erst im Frühsommer nicht mehr brauchen, in Teilbereichen des Gesundheitswesens werden sie aber wohl zum Alltag gehören", sagte Johna voraus.

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, räumte ein: "Es steht viel Vernünftiges in diesem Papier." Dass man aber die Lockerungen an kalendarische Daten festmache, halte er "für problematisch, denn das Virus kümmert sich nicht um den kalendarischen Frühlingsanfang", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Sinnvoller wäre es, das an einen Mix von Daten zu Hospitalisierungen, Intensivbettenbelegungen und die Inzidenz der Neuinfektionen zu binden", schlug er vor.

Bund und Länder beraten am Mittwoch (16. Februar) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. In einem am Montag bekanntgewordenen und zwischen Kanzleramt, Vorsitz und Co-Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz abgestimmten Vorschlag ist davon die Rede, dass bis zum 20. März die Corona-Schutzmaßnahmen weitgehend und stufenweise wegfallen sollen. In einem ersten Schritt sollen private Zusammenkünfte für Geimpfte und Genesene wieder mit mehr Menschen ermöglicht werden. Im Einzelhandel soll die 2G-Regel bundesweit fallen, die Pflicht zum Maskentragen aber bestehen bleiben. Bei dem Papier handelt es sich nach dpa-Informationen um eine Diskussionsgrundlage für einen Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Gespräche.