London
Pandemie-Studien

Corona-Studie: Lockdown soll 3,1 Millionen Leben gerettet haben

Mehrere Studien zur Pandemie zeigen: Millionen Todesfälle wurden durch den Lockdown verhindert.
Durch den Lockdown wurden mehr als drei Millionen Todesfälle in Europa verhindert. Dazu haben verschiedene Forscher Studien veröffentlicht. Symbolfoto: unsplash.com
  • Neue Studien zu Corona-Lockdown veröffentlicht
  • Mehr als drei Millionen Todesfälle wurden demnach verhindert
  • Senkung der Reproduktionszahl entscheidend 

Der "Lockdown" in der Corona-Krise hat insgesamt 3,1 Millionen Todesfälle in Europa verhindert. Das geht aus einer Studie hervor, die im Fachmagazin Nature  erschienen ist. Diese Zahl bezieht sich auf elf europäische Staaten bis zum Monatsbeginn des Mai 2020. Die Forscher des "Imperial College London" zeigen in der Studie, dass der "Lockdown", inklusive Kontaktsperren und Grenzschließungen, notwendig war, um "Sars-CoV-2" unter Kontrolle zu bekommen. 

Coronavirus: Millionen Todesfälle durch Lockdown verhindert

"Diese Daten deuten darauf hin, dass es ohne Interventionen wie Lockdown und Schulschließungen noch viel mehr Todesfälle durch Covid-19 gegeben haben könnte", sagt Samir Bhatt, einer der Studienautoren.

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Demnach sei die Übertragungsrate in allen untersuchten EU-Ländern von einem hohen auf ein kontrolliertes Niveau abgesunken. "Unsere Analyse legt auch nahe, dass in diesen europäischen Ländern weit mehr Infektionen auftreten als bisher geschätzt", ergänzt Bhatt. Setz Flaxmann, einer seiner Kollegen, sagt über die Studie: "Unser Modell legt nahe, dass die im März 2020 in diesen Ländern ergriffenen Maßnahmen die Epidemie erfolgreich bekämpften, indem sie die Reproduktionszahl senkten und die Zahl der Menschen, die mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert worden wären, erheblich verringerten."

Größter Hebel in der Eindämmung der Corona-Pandemie sei die Senkung der Reproduktionszahl voranzutreiben. Der Wert 1 gilt dabei als kritischer Wert. In die Analyse des "Imperial College London" flossen Daten aus Spanien, Italien, Großbritannien, Deutschland, Belgien und einigen anderen Staaten ein. Konkret wurden die Todesdaten untersucht. Den Schätzungen der Forscher zufolge waren bis zum 4. Mai 2020 zwölf bis 15 Millionen Menschen mit "Sars-CoV-2" infiziert. Durch die getroffenen "Lockdown"-Maßnahmen sank die Reproduktionszahl im Durchschnitt um 82 Prozent. Laut Angaben der Studienautoren variiert diese Zahl allerdings stark im Ländervergleich. 

Corona-Forscher: Lockdown hat in "kurzer Zeit so viele Leben gerettet"

Ein zweites Team an Forscher, die ebenfalls jüngst eine Studie im Fachmagazin Nature veröffentlicht haben, bestätigt das. Diese Analyse ist internationaler angelegt. Die Forscher der "UC Berkeley" untersuchten den Infektionsverlauf in den USA, China, Südkorea, Iran, Frankreich und Italien. Auch demnach trug der Lockdown in den entsprechenden Ländern zur massiven Eindämmung der Pandemie bei. "Ich denke, kein anderes menschliches Unterfangen hat jemals in so kurzer Zeit so viele Leben gerettet", sagt Solomon Hsiang, Studienautor. 

Allerdings verweisen alle beteiligten Wissenschaftler, dass die Datenlage bislang relativ gering sei. Sobald es mehr gebe, könne das Ergebnis der Studien präzisiert werden, betonen sie. "Trotzdem hoffen wir, dass diese Ergebnisse die kritische Entscheidungsfindung unterstützen können, sowohl in den untersuchten Ländern als auch in den über 180 Ländern, in denen Covid-19-Infektionen gemeldet wurden", betonen die Forscher der "UC Berkeley" in den USA. 

tu