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Covid-19

Corona-Schnelltest: Pool-Methode könnte Schlüssel der Virusbekämpfung sein

Die sogenannte Pool-Methode soll es Laboren bald ermöglichen, großflächig Corona-Test durchzuführen und auszuwerten. inFranken.de erklärt, was dahinter steckt.
Die Pool-Methode soll die Testkapazitäten für Coronatest erhöhen. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, ist es nötig, großflächig Tests durchzuführen und Infizierte schnellstmöglich zu identifizieren, isolieren und zu behandeln. 

Zu Beginn fiel die Anzahl an durchgeführten Testungen eher spärlich aus. Nun haben Forscher aus Deutschland eine Technik entwickelt, um flächendeckend große Zahlen an Menschen zu testen und gleichzeitig Laborkapazitäten zu sparen.

Flächendeckende Corona-Tests: Das ist die Pool-Methode

Die Forscher des "Blutspendendienstes des Deutschen Roten Kreuzes" und des "Instituts für Medizinische Virologie" am  "Universitätsklinikum Frankfurt" haben ein neues Verfahren entwickelt, um gleich mehrere Menschen auf einmal auf das Coronavirus "Sars-CoV-2" zu testen.

Durch die Pool-Methode sollen Testkapazitäten "ab sofort dramatisch weltweit" erhöht werden, schildert die "Goethe-Universität Frankfurt am Main" in einer Mitteilung. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler bereits im April 2020 im englischsprachigen Fachmagazin The Lancet - Infectious Diseases.

Das Verfahren der Pooling-Testung ist nicht neu und kam bereits auf ähnliche Art und Weise im Bereich der Blutspendenuntersuchung zum Einsatz.

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Das Prinzip ist simpel: Anstatt Einzelpersonen zu testen, werden Gruppen gebildet und gemeinsam untersucht. Hier eine kurze Schritt-für-Schritt-Erklärung. 

  • Zunächst werden Schleimhaut-Abstiche des Rachens oder der Nase von mehreren Personen genommen.

  • Im Anschluss werden mehrere Teststäbchen (beispielsweise 20) in ein Mini-Pool-Röhrchen (Reagenzglas) gegeben.

  • Die Abstriche bilden nun zusammen eine Probe und werden auf einheitlich auf "Sars-CoV-2" getestet.

  • Nun gibt es zwei Möglichkeiten: 
    Fällt das Testergebnis negativ aus, bedeutet das, dass unter den 20 Personen kein einziger an Covid-19 erkrankt ist.
    Fällt das Testergebnis positiv aus, bedeutet das, dass mindestens eine der 20 Testpersonen am Coronavirus erkrankt ist. Nun muss jede Probe noch einmal einzeln analysiert werde, um die infizierten Personen zu bestimmen.

Pool-Tests sind allerdings nicht für Personengruppen mit möglichen Infektionssymptomen geeignet. Denn sollte das Testergebnis eines Pool-Tests positiv ausfallen, müssten alle Einzelproben untersucht werden und der Testaufwand wäre wieder bliebe gleich hoch.

Besonders sinnvoll könnte die Test-Methode für Menschengruppen sein, die ein relativ geringes Infektionsrisiko haben und welche man regelmäßig testen möchte, beispielsweise Ärzte, Pflegekräfte, Polizisten und andere systemrelevante Berufe. Aber auch Einrichtungen, wie Kitas, Kindergärten und Schulen könnten von den Pool-Tests profitieren. 

Das Pool-Verfahren: Vor- und Nachteile

Die großen Vorteile des Pool-Verfahrens lassen sich in drei Grundpfeiler aufteilen:

  • Erhöhen von Testkapazitäten
    Im Gegensatz zu den standardisierten Tests können bei den Pool-Tests mehrere Proben auf einmal untersucht werden. Das Uniklinikum in Frankfurt spricht von möglichen 200.000 bis 400.000 Untersuchungen täglich. Im April lag die Zahl der täglichen Tests noch bei etwa 40.000.

  • Zeitersparnis
    Durch die Vielzahl an Ergebnissen können Testpersonen früher informiert werden und notwendige Maßnahmen schneller ergriffen werden.

  • Kostenersparnis
    Auch die Kosten können reduziert werden. Laut Angaben der Forscher kostet ein einziger Pool-Test genauso viel, wie ein Einzeltest.

Doch das Testverfahren hat auch seine Nachteile. Es gibt beispielsweise noch keine wissenschaftlichen Belege dafür, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, eine positive Corona-Probe bei einem Pool-Test zu übersehen. Außerdem ist das Pool-Verfahren nur dann effektiv, wenn ein Großteil der zu testenden Personen ein geringes Infektionsrisiko besitzen. 

aa