Das Coronavirus grassiert weiterhin auf der ganzen Welt. Nicht nur in China, nachgewiesene Erkrankungen gibt es ebenso in Japan, Südkorea, dem Iran, Italien, Deutschland und Südamerika.

Aber kann man schon von einer Pandemie sprechen? Dazu muss man sich die Definition anschauen und sie klar von der Epidemie unterscheiden.

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Eine Epidemie bezeichnet in der Regel eine Erkrankungswelle. Bestimmte Erkrankungsfälle mit der gleichen Ursache treten vermehrt auf, heißt es vom Robert Koch-Institut. Eine Epidemie ist zeitlich und räumlich begrenzt - oft auch in einer Region und Personengruppe.

Für eine Pandemie gibt es keine eindeutige Definition, häufig ist damit die Ausbreitung einer Krankheit über mehrere Kontinente oder weltweit gemeint - im Gegensatz zur Epidemie tritt die Pandemie also örtlich unbegrenzt auf. Darunter versteht man eher eine sich weit verbreitende, Länder und Regionen erfassende Seuche.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt, eine Pandemie sei umgangssprachlich das Auftreten eines neuen Erregers, der sich leicht von Mensch zu Mensch über den Globus ausbreitet. Dazu gehören etwa Grippeviren. Das unter dem Namen Coronavirus bekannte Sars-CoV-2 wird von der WHO noch als Epidemie eingeordnet (Stand: 24.02.2020).

Spahn zum Coronavirus: Am Beginn einer Epidemie

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte jüngst: "Ich komme immer mehr zu der Überzeugung: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht erfüllen und sich nicht ergeben."

Die WHO ruft aber generell keine Pandemien aus. Ihre bereits ausgerufene höchste Alarmstufe im Fall des Coronavirus ist eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite". Das heißt, noch ist im Fall des Coronavirus von einer weit verbreiteten, aber noch immer als Epidemie zu bezeichneten Erkrankung zu sprechen. Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor, spricht von "Epidemien in einzelnen Ländern".

Die WHO unterscheidet vier globale Pandemiephasen. Die interpandemische Phase bezeichnet den Zeitraum zwischen zwei Pandemien. Tritt ein neues Virus beim Menschen auf und erfordert stärkere Aufmerksamkeit, spricht die WHO von der Alarm-Phase. Sobald sich ein neues Virus global ausbreitet, wird das der dritten, der Pandemischen Phase zugeordnet. Entspannt sich die Situation wieder, ordnet man das der Übergangsphase unter.

So lässt sich zusammenfassen, dass momentan weder die Weltgesundheitsorganisation noch der deutsche Gesundheitsminister von einer Pandemie spricht. Eher stünde Deutschland eine Epidemie bevor, die eben auf das Land beschränkt bliebe, auch wenn es Fälle in anderen Ländern gebe. Zwar hat Spahn die Bundesländer aufgefordert, ihre Pandemiepläne zu aktivieren. Doch bleibt das ein Akt der Vorsorge, der ebenso in Epidemiefällen greift und ist kein Grund, die Epidemie mit einer Pandemie zu verwechseln.

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