• So gefährlich ist die Corona-Mutation 
  • Positiver Fluggast aus Großbritannien in Deutschland gelandet
  • 18 000 Infizierte in den Krankenhäusern
  • Mutation deutlich ansteckender als bisher bekannte Form
  • Wissenschaftler haben Vermutung, wie das "neue Coronavirus" so plötzlich auftauchen konnte

Nachdem im Sommer bereits bei zahlreichen Nerzen in Dänemark eine mutierte Variante des Coronavirus festgestellt wurde, haben Wissenschaftler jetzt auch bei Menschen in England eine neue Variante des Coronavirus entdeckt. Das berichtet BBC, der der Gesundheitsminister diese Meldung bestätigt.

Update vom 21.12.2020, 17.50 Uhr: Keine Corona-Mutationen in Bayern bekannt

In Bayern ist bisher kein Fall einer Ansteckung mit der in Großbritannien neuen Coronavirus-Variante bekannt. Das erklärte ein Sprecher des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Montag in Erlangen. Er wies aber auch darauf hin, dass die zum Virusnachweis verwendeten PCR-Tests nicht nach unterschiedlichen Virus-Mutationen unterscheiden. "Hierzu sind gesonderte Sequenzierungen notwendig", betonte er.

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In Großbritannien war zuletzt eine Mutation des Corona-Virus entdeckt worden, die nach Angaben der britischen Regierung eine um bis zu 70 Prozent erhöhte Ansteckungsgefahr birgt. Viele Länder der Welt haben deshalb ihre Grenzen für Einreisen aus dem Vereinigten Königreich praktisch abgeriegelt. Am Flughafen in München saßen nach Angaben des Landesamtes rund 50 Personen vorübergehend fest. Sie waren am Sonntag aus Großbritannien angekommen und mussten erst das Ergebnis eines Corona-Tests abwarten, ehe sie den Flughafen verlassen durften.

Update vom 21.12.2020, 10.30 Uhr: Positiver Fluggast in Deutschland gelandet - So gefährlich ist die Corona-Mutation

Viren mutieren ständig. So auch das Corona-Virus. Allerdings soll die Mutation, die seit einigen Tagen in Großbritannien für Aufruhr sorgt, um bis zu 70 Prozent ansteckender sein, als das bisherige Virus. Doch ist die Mutation auch gefährlicher?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eindringlich vor einem schnellen Vordringen der in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante nach Deutschland gewarnt. "Wenn es jetzt käme, wo wir mitten in der zweiten Welle sind, wo wir so hohe Fallzahlen haben, wäre das eine Katastrophe", sagte Lauterbach am Sonntagabend ( 20. Dezember 2020) im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen".

"Das ist so ähnlich, als wenn ich ein Feuer habe und gieße noch einmal Benzin nach." Die Wahrscheinlichkeit, dass die neue, angeblich deutlich ansteckendere Corona-Variante über kurz oder lang nach Deutschland komme, bezifferte Lauterbach auf 100 Prozent.

Positiver Fluggast aus Großbritannien in Deutschland gelandet

Vor Kurzem war in Großbritannien eine Mutation des Virus entdeckt worden, die nach ersten Erkenntnissen von Wissenschaftlern um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form sein soll. Premierminister Boris Johnson betonte, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien. Wegen der Coronavirus-Variante schotten sich zum Wochenbeginn Deutschland und weitere europäische Länder zunehmend vom Vereinigten Königreich ab.

Nach einem Zwangsaufenthalt auf dem Flughafen Hannover für 62 Passagiere aus Großbritannien hat sich ein Fluggast am Montag (21. Dezember 2020) als Covid-19-positiv herausgestellt. Weitere Labortests sollten nun klären, ob der Passagier sich mit der neuen, besonders ansteckenden Variante des Coronavirus infiziert habe, teilte die Region Hannover am Montag mit. Der betroffene Fluggast und die Begleitpersonen würden nun in einem Quarantäne-Transport zu ihrem Zielort gebracht. Dort müssten sie "separiert" werden.

Wegen der neuen Variante des Coronavirus ist die Einreise von Flugpassagieren aus Großbritannien an mehreren deutschen Flughäfen am Sonntagabend zunächst gestoppt worden. Ab Mitternacht untersagte Deutschland ohnehin Flüge aus dem Vereinigten Königreich.

Ein Fluggast flog nach London zurück

Am Flughafen Hannover durften insgesamt 63 Passagiere zunächst nicht einreisen, 62 mussten getestet werden, ein Fluggast flog nach London zurück. Für die Reisenden waren Feldbetten aufgestellt worden. "Unser Ziel war zu verhindern, dass die neue Virusart unbemerkt nach Niedersachsen einzieht", sagte Regionspräsident Hauke Jagau.

Auch am Flughafen in München sind rund 50 Passagiere aus Großbritannien am Sonntag gelandet. Sie mussten nach Angaben der Bundespolizei die Nacht zum Montag im Transitbereich des Münchner Flughafens verbringen. 

Wie ein Sprecher der Bundespolizei am Montag sagte, mussten die betroffenen Passagiere ihr Testergebnis abwarten, bevor sie nach Deutschland einreisen durften. "Ein Großteil" der 50 Fluggäste habe aber bis zum Montagvormittag das Ergebnis erhalten und den Transitbereich verlassen können, betonte der Sprecher.

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, geht der Virologe Christian Drosten aktuell nicht davon aus, dass die Mutation des Virus diesem einen Selektionsvorteil verschaffe. 

Auch der Virologe Dr. Rolf Kaiser vom Universitätsklinikum Köln betonte gegenüber dem RND: "Pauschal kann man nicht sagen, ob die neue Variante des Virus aggressiver oder tödlicher ist." Christian Drosten wies laut Handelsblatt darauf hin, dass man diese Woche weitere Informationen aus Großbritannien erwarte, um die Lage neu zu beurteilen.

Update vom 20.12.2020, 15.30 Uhr: Neue Corona-Variante ist "außer Kontrolle"

Die in Großbritannien entdeckte Variante des Coronavirus bereitet den Behörden große Sorgen. "Sie ist außer Kontrolle, und wir müssen sie wieder unter Kontrolle bekommen", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag der BBC. Nach ersten Erkenntnissen der Behörden ist die Mutation deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die Variante schwerere Krankheitsverläufe auslöse oder eine höhere Sterblichkeitsrate. Zudem gehen die Behörden bisher davon aus, dass Impfstoffe auch gegen die Mutation wirksam sind.

Minister Hancock sagte, er mache sich große Sorgen um das Gesundheitssystem. Derzeit seien mehr als 18 000 Infizierte in den Krankenhäusern, das seien fast so viele wie zum Höhepunkt der ersten Infektionswelle im Frühjahr. "Das ist ein weiterer Grund dafür, dass alle sich an die neuen Regeln halten und persönlich Verantwortung übernehmen müssen", sagte er. Dem Sender Sky News sagte Hancock, jeder müsse sich so verhalten, als sei er mit Corona infiziert. "Das ist der einzige Weg, wie wir das Virus unter Kontrolle bekommen können."

Wegen der raschen Ausbreitung der neuen Virus-Variante gilt in London und anderen Gegenden in Südostengland seit Sonntag ein neuer Shutdown mit weitreichenden Ausgangssperren, auch für die Weihnachtstage. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die schärferen Maßnahmen noch Monate in Kraft bleiben müssten, bis flächendeckend geimpft werden könne, sagte Hancock.

Mutiertes Coronavirus: Ist der Impfstoff wirkungslos?

Laut BBC gebe es aktuell keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff bei der mutierten Variante unnütz ist. Aber sicher könne man das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die BBC zitiert den Gesundheitsminister zu den Veränderungen des Virus: "Die Veränderungen oder Mutationen betreffen das Spike-Protein des Virus - den Teil, der ihm hilft, Zellen zu infizieren, und das Ziel, auf das die Covid-Impfstoffe ausgerichtet sind." Man müsse das im Auge behalten, heißt es weiter.

In Großbritannien wird bereits seit letzter Woche geimpft. Dort und bei der WHO in Genf arbeite man aktuell mit "enormen Anstrengungen" daran, die Mutation zu verstehen. Vermutlich, so sieht es zumindest der britische Gesundheitsminister, ist die extreme Häufung an Infektionen auf sogenannte Superspreaderanlässe zurückzuführen. So wie in Dänemark, als bei tausende Nerze eine mutierte Variante des Coronavirus aufwiesen. Diese wurden im Sommer dann getötet - aus Vorsicht alle 15 Millionen Nerze, die auf Farmen in dem skandinavischen Land lebten.

Bericht vom 18.12.2020: Über 1000 Infektionen in England

Demnach seien bereits über 1000 Infektionen mit der mutierten Variante nachgewiesen, allesamt eher im Süden des Landes. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftigt sich bereits mit der Mutation, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. "Es laufen Studien", zitiert das RND die Sprecherin.

"Bislang wissen wir sehr wenig über diese Variante“, sagte der Physiker Richard Neher dem Redaktionsnetzwerk. Er ist Forscher am Biozentrum der Universität Basel und dort für Viren und Bakterien verantwortlich. Man forsche aktuell mit Hochdruck an der neuen Variante des Coronavirus.

Weltweit wurde im Kampf gegen Covid-19 und seine Folgen große Hoffnungen in den Impfstoff gesetzt. Noch in diesem Jahr sollen in Bayern in über 99 Zentren  mehrere tausende Menschen pro Tag geimpft werden. Bringt das überhaupt etwas oder ist der Impfstoff gegen das neue Coronavirus wirkungslos?

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