Das Coronavirus breitet sich weltweit weiter aus. Ein Impfstoff gegen den Covid-19-Erreger könnte dies eindämmen. In der Forschung ereignet sich ein Wettrennen um Testerfolge. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation "WHO" finden weltweit Tests an über 70 Impfstoffkandidaten statt. In den USA und China laufen bereits die ersten Untersuchungen an Menschen. Bisher waren Tiere als Testobjekte verwendet worden. 

Bis Herbst 2020 erhofft sich die Forschung weitestgehende Fortschritte. Teil der wissenschaftlichen Untersuchungen ist das internationale Netzwerk "Coronavirus Structural Task Force", das von einer Fränkin geleitet wird: der Strukturbiologin Andrea Thorn von der Universität Würzburg. Konkret geht es den Wissenschaftlern darum, die Strukturbiologie des Virus zu erkunden. 

Impfstoff für Coronavirus: "Viele ungeklärte Details"

Thorn räumt Wissenslücken der Forschung über die atomare Ebene des Coronavirus ein: "Da gibt es leider noch viele ungeklärte Details", sagt sie. Zwar wisse man beispielsweise, dass das Erbgut 28 Proteine kodiere, die verschiedenste Aufgaben an der Wirtszelle übernähmen. Allerdings kenne man lediglich von der Hälfte dieser Proteine die Strukturen. "Dabei sind die molekularen Strukturen potenzielle Angriffspunkte für Medikamente", so Thorn. 

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Früher wurde bereits an herkömmlichen "SARS"-Viren geforscht, die dem aktuell kursierenden Coronavirus stark ähneln. Diese Erkenntnisse könnten auf dem Weg zum Impfstoff einen entscheidenden Beitrag leisten: "Tatsächlich sind sich de beiden SARS-Coronaviren in ihrem Erbgut und ihren Molekülstrukturen sehr ähnlich." 

Verschiedene Krankheitsverläufe stellen die Forscher allerdings vor Hindernisse und sind auf tatsächliche Unterschiede der "SARS"-Varianten zurückzuführen. 

Corona-Impfstoff: Würzburger Forscherin mit eigenem Ansatz 

Das Forscherteam um Andrea Thorn entschlüsselt die molekulare Struktur des Virus und liefert damit die Grundlagen für die Impfstoff- und Medikamentenentwicklung. Das Enzym aus der Wirtszelle helfe dem Virus bei der Vermehrung, heißt es vonseiten der Wissenschaftler. 

Eine Analyse soll nun einen Stoff finden, der das Enzym hemmt. 

Andere Forscher untersuchen den Zuckerschutzschirm von "SARS-CoV-2". Dabei steht die Oberfläche in Fokus. 

tu