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Sars-CoV-2

Corona-Hot-Spots: Impfstoff-Forscher brauchen sie

Auf der ganzen Welt forschen Wissenschaftler nach einem geeigneten Corona-Impfstoff. Dafür benötigen sie sogenannte "Hot-Spots" - aber warum eigentlich?
Impfstoff-Forscher sind in der Corona-Pandemie auf "Hot-Spots" angewiesen. Symbolfoto: unsplash.com

Die erste Welle scheint vorbei, über eine zweite wird spekuliert. Ob es dazu kommt, hängt stark von der Disziplin und dem Durchhaltevermögen der Bevölkerung in der Corona-Krise ab, beispielsweise auf Großveranstaltungen zu verzichten. 

Insbesondere Menschenansammlungen, sogenannte "Hot-Spots", benötigt hingegen die Wissenschaft auf der Suche nach einem geeigneten Impfstoff. Was zunächst sehr positiv klingt, nämlich, dass die politisch verordneten Einschränkungen zu niedrigen "Sars-CoV-2"-Übertragungsraten führen, sorgt im Umkehrschluss dafür, dass die Forscher die Wirksamkeit potenzieller Impfstoffe nicht testen können. 

Corona-Impfstoff: Die Suche läuft

Womöglich muss sich die Wissenschaft deshalb auf zukünftige "Hot-Spots" auf dem gesamten Globus konzentrieren. "Je erfolgreicher die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus sind, desto schwieriger wird es ironischerweise, einen Impfstoff zu testen", erklärt Francis Collins, Direktor "National Institutes of Health", Teil des US-Gesundheitsministeriums", der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach seien mögliche "Hot-Spots" in Afrika oder Lateinamerika als Untersuchungsobjekte denkbar.

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Die Forscher setzen dabei auf Gebiete, in denen sich das Coronavirus bereits ausgebreitet hat. "Die Lösung besteht darin, sich auf Gegenden zu konzentrieren, wo das Virus weit verbreitet ist, derzeit wären das Länder wie Brasilien und Mexiko", so Ayfer Ali, Forscherin an der "Warwick Business School", zu Reuters

Bei Impfstoff-Studien gibt es meist zwei verschiedene Testgruppen. Eine Gruppe erhält die potenzielle Impfung, die andere ein Placebo. 

Pharmaunternehmen suchen derzeit weltweit nach einem geeigneten Stoff, um gegen das Coronavirus zu impfen. Insgesamt gibt es über 133 Forschungsprojekte auf der Welt. Das geht aus Angaben des "Verbandes der forschenden Pharmaunternehmen" hervor. Mittlerweile befinden sich einige Forschungsprojekte in einem Stadium, das bereits Tests an Menschen zulässt. Dabei werden unter anderem die Reaktion des Immunsystems, die allgemeine Verträglichkeit und die Dosierung des Stoffes analysiert. 

Zahlreiche Unternehmen befinden sich in einem Wettlauf, wer zuerst einen passenden Impfstoff auf den Markt bringt. Dabei wird neben der Entwicklung und Testung eines Impfstoffes auch die massenhafte Produktion zur enormen Herausforderung. Nicht zuletzt liegt es auch an den staatlichen Gesundheitsbehörden zu kontrollieren, dass kein Stoff in die Massenproduktion geht, bevor er stichhaltig und ausreichend erforscht wurde. 

Einige Experten rechnen damit, dass es zwölf bis 18 Monate dauern kann, bis ein Impfstoff alle Kriterien erfüllt. Andere sprechen davon, dass bis Jahresende ein geeignetes Mittel zu Verfügung steht. 

Greifen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens weiterhin, könnte eine zweite Corona-Welle in Deutschland verhindert werden. Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité erklärt, wie das funktionieren könnte. Die Impfstoff-Forscher hierzulande dürfte das einerseits freuen, andererseits müssten sie sich auf die Suche nach neuen "Hot-Spots" begeben. 

tu