Gemüsechips gelten als die gesunde Alternative zu Kartoffelchips - doch stimmt das? Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern warnt nun vor den Knabbereien. Im Fokus stand der Vergleich des Gehalts an vermutlich krebserregendem Acrylamid in Gemüsechips und klassischen Kartoffelchips.

Gemüsechips werden häufig aus Süßkartoffeln, Möhren, Pastinaken oder Roter Bete hergestellt und enthalten ebenfalls viel Salz und Fett. Bedenklich sei jedoch vor allem der hohe Anteil des krebserregenden Acrylamids. Andere Faktoren sprechen hingegen für Gemüsechips

Deutlich höherer Anteil krebserregender Stoffe

„Die Analysen der zehn Proben Kartoffel- und ebenso vielen Gemüsechips ergaben unterschiedliche Ergebnisse: Der Richtwert für Kartoffelchips von 750 µg/kg Acrylamid wurde in keiner Probe überschritten. Die Acrylamidgehalte der Gemüsechipsproben lagen im Mittel statistisch abgesichert höher, bei 1.236 µg/kg“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF. Der höchste ermittelte Acrylamidgehalt in Gemüsechips betrug knapp 1.900 µg/kg.

Die Bildung der unerwünschten Substanz wird in den Gemüsechips höchstwahrscheinlich durch den höheren Zuckergehalt der verwendeten Gemüsesorten im Vergleich zu Kartoffeln begünstigt.

„Bei Kartoffelchips wird das Risiko der Überschreitung der Richtwerte für Acrylamid inzwischen als gering eingeschätzt“, ergänzt Feldhusen. Die Hersteller haben in den letzten Jahren Maßnahmen zur Minimierung des Acrylamids in ihren Produktionsverfahren erfolgreich angepasst und umgesetzt. Für Gemüsechips gibt es noch keinen separaten Richtwert. Die Datenbasis für Acrylamidwerte muss weiterhin vergrößert werden, damit zukünftig eine entsprechende Zahl für diese Produktgruppe festgelegt werden kann.

Die Krux mit dem Acrylamid

Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit entsteht Acrylamid vor allem bei starker Erhitzung, wie beispielsweise beim Frittier-, Brat- und Backprozess von Lebensmittel als Nebenprodukt der sogenannten Bräunungsreaktion (Maillard-Reaktion). Doch genau dieser Prozess ist es eben auch, der den charakteristischen Geschmack und Geruch von Chips ausmacht. 

Rezept für Gemüse-Pommes mit Dip

Doch wie bei den meisten Dingen gilt: Die Dosis macht das Gift. „Zu vermuten ist, dass momentan durch den geringeren Verzehr der Gemüsechips eher kein Gesundheitsrisiko für Verbraucher gegeben ist“, so Feldhusen.

Grundsätzlich enthalten die meisten, im Handel erhältlichen Kartoffel- und Gemüsechips viel Fett und Salz und sollten daher nur gelegentlich genossen werden. Schließlich machen sie bewiesenermaßen auch noch süchtig. Eine gesündere Alternative stellen dabei selbst gemachte Chips dar - zumindest wenn man beim Herstellen keine Fehler macht.