Rund jeder Dritte in Deutschland ist Allergiker und die Zahlen steigen jährlich an. Mediziner sehen die Ursache in unserer Umwelt sowie in den Lebensstil der Menschen. Autoabgase, Zigarettenrauch und verschiedene Umweltgifte können das Allergierisiko fördern. Wie jetzt die Technische Universität München herausfand, soll auch Salz einen erheblichen Beitrag zur Allergieerkrankungen leisten.

Salz ist zwar ein wichtiger Mineralstoff, aber besonders große Mengen, die in Fast Food zu finden sind, können schädlich für den Körper sein. Ein hoher Bluthochdruck und darauffolgende Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge sein. Doch auch andere Krankheiten wie Multiple Sklerose können sich durch eine erhöhte Salzzufuhr äußern.

Die Universität München erforschte, inwieweit sich Salz auf die verschiedenen Zellen des Körpers auswirkt. Das Ergebnis: Durch Salz entwickeln sich sogenannte T-Zellen zu TH2-Zellen, die mit der Entstehung allergischer Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. Die Zellen sind dadurch aktiver und setzten erhöht Immunbotenstoffe frei. Für die allergische Immunantwort spielen demnach die fehlgesteuerten TH2-Immunzellen eine zentrale Bedeutung und lassen sich vermehrt bei Allergikern aufweisen.

Kann Salz auch zu Neurodermitis führen?

Bei weiteren Studien auf dieser Basis untersuchten die Forscher Menschen mit der Hauterkrankung Neurodermitis. Im vergleich zu gesunder Haut, fanden sie hier einen um das 30-Fache erhöhten Salzwert. Die Forscher konnten allerdings nicht nachweisen, wie die hohen Salzmengen in die Haut gelangt und inwieweit eine salzreiche Ernährung zum Neurodermitis Verlauf beiträgt.

Dennoch sind sie sich sicher, dass der erhöhte Salzanteil in Lebensmitteln auf die Entstehung von Allergien einwirkt. Das würde den Anstieg von Allergien in den letzten 50 Jahren erklären.