Achtung, Betrugsmasche! Internetbetrug ist wohl so alt wie das Internet selbst. Immer wieder kommt es zu Betrugsversuchen. Erst im April 2020 wurde ein Fake-Gewinnspiel aufgedeckt, das mit angeblichen Rewe-Gutscheinen wirbt.

Die Polizei Mainz warnt aktuell vor einem anderen Vorgehen: Internetbetrüger reagieren demnach auf Inserate und versuchen mittels eines Codes, ihren Opfern Geld aus der Tasche zu ziehen.

Internetbetrug via PayPal und eBay-Kleinanzeigen dank SMS-Code

Am 28. April 2020 erstattete eine 33-Jährige Anzeige wegen Betruges beim Kriminaldauerdienst in Mainz. Nachdem die Frau bei eBay-Kleinanzeigen eine Sporthose inseriert hatte, meldete sich ein vermeintlicher Interessent am Telefon. Dieser gab an, den Artikel per PayPal bezahlen zu wollen. Der Betrüger gab vor, dass die Frau einen Code an ihn weiterleiten müsse, den sie zuvor per SMS erhalten habe. Dadurch solle der Kauf durch den PayPal-Käuferschutz abgesichert sein.

Doch als die 33-Jährige den Code durchgibt, dauert es nicht lange bis sich der Betrug herausstellt. Nur einige Minuten später werden insgesamt drei Abbuchungen von ihrem PayPal-Konto getätigt - insgesamt wurden so 220 Euro ergaunert.

Diese Betrugsmasche ist in abgeänderter Form bereits seit einigen Jahren bekannt. Die damalige Variante wurde als Betrug über "Facebook-Kontakte" bezeichnet. Dafür fälschten die Täter ein bestehendes Facebook-Profil und fügten diesem echt wirkendem Fake-Account die realen Kontakte des betroffenen Profils hinzu. Anschließend wurden diese Kontakte von den Betrügern angeschrieben. Die Opfer wurden in den Nachrichten um ihre Telefonnummer gebeten, die der vermeintliche "Freund" dringend benötige.

Sobald betroffene Personen ihre Handynummer preisgaben, wurde wie beim Fall der 33-Jährigen Frau aus Mainz von den Betrügern ein Code angefordert, den die Opfer per SMS erhielten. Das fiese: Mit diesem Code ist es Kriminellen möglich, virtuell zahlen zu können, zum Beispiel bei Online-Spielen. Der Dienst hierzu heißt "PayPal Buy with Mobile".

SMS-Code ermöglicht Betrügern Online-Zahlungen

Möchte der Täter mit dieser Methode zahlen, gibt er die Handynummer des Geschädigten an und muss den Kauf mit Hilfe eines SMS-Codes bestätigen. Solch ein Code dient Internet-Verkäufern als Verifikation beziehungsweise als Wahrheitsnachweis, dass die Ware auch tatsächlich von der richtigen Person gekauft wird. Bereits vor Jahren entwickelte sich diese Methode zum Massenphänomen. 

Im Fall der 33-Jährigen wird davon ausgegangen, dass ihre Handynummer in der eBay-Anzeige zu sehen war und dort zudem auch erwähnt wurde, dass eine Zahlung per PayPal möglich sei. Somit mussten die Täter nicht einmal die Telefonnummer erfragen, sondern tätigten schlichtweg einige Online-Käufe, die dank des ergatterten SMS-Codes ohne Probleme durchgeführt werden konnten.