Low-Carb-Diäten gelten als hippe Methode, um möglichst effektiv Gewicht zu verlieren. Die kohlenhydratarme Abnehmmethode zeigt durchaus schnelle Erfolge auf der Waage: Denn Kohlenhydrate treiben die Insulinproduktion in die Höhe und das verlangsamt wiederum die Fettverbrennung. Kohlenhydrate führen also dazu, dass man zunimmt, weil sie in Fettgewebe umgewandelt und angelagert werden.

Wissenschaftler: Low-Carb verringert Lebenserwartung

Jetzt haben US-Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden, dass diese Low-Carb-Ernährung zu einem kürzeren Leben führen kann. In der Fachzeitschrift "The Lancet Public Health" wurde die Arbeit veröffentlicht. Bislang, so die Wissenschaftler, seien die Auswirkungen von Kohlenhydraten widersprüchlich dargestellt worden.

Daher haben die Forscher vom "Brigham and Women's Hospital" in Boston viele Studien angeschaut und diese intensiv geprüft. Sie haben Untersuchungen aus den Jahren 2012 bis 2017, bei denen die Ernährung der US-Bevölkerung behandelt wird, analysiert und auch internationale Studien herangezogen. So haben die Wissenschaftler rund 400.000 Menschen und ihr Essverhalten unter die Lupe genommen. Unter ihnen waren etwa 40.000 Todesfälle.

Ernährung: Kohlenhydrate sind nicht das Problem

Das Ergebnis der Studie: Nicht die wenigen Kohlenhydrate führen zur erhöhten Sterblichkeit, sondern die alternative Ernährung und der dadurch erhöhte Konsum von tierischen Eiweißen und Fetten. Wer also sie anstelle von Nudeln, Brot und Kartoffeln zu sich nimmt, kann bis zu vier Jahre früher sterben.

Low-Carb kann aber auch positiv sein: Nimmt man anstatt tierischer mehr pflanzliche Fette und Eiweiße zu sich, sinkt die Sterblichkeit. Man lebt länger. Auch sei, so die Forscher aus Boston, die Menge an Kohlenhydraten entscheidend für die Lebenserwartung: "Unsere Ergebnisse zeigen eine Beziehung zwischen Lebenserwartung und Kohlenhydrataufnahme. Die Lebenserwartung ist bei Menschen mit 50 bis 55 Prozent Kohlenhydratzufuhr am größten", so das Fazit der Wissenschaftler.