Viele halten gekeimte Zwiebeln und Knoblauchzehen mit grünen Trieben für ungesund oder sogar giftig und entsorgen sie deshalb. Wir erklären, worauf du achten solltest und wann du beides noch verwenden kannst.

Warum keimen Zwiebeln und Knoblauch?

Zwiebeln und Knoblauch sind kein gewöhnliches Gemüse, sondern Speicherorgane von Pflanzen. In ihnen steckt die benötigte Energie, um eine neue Pflanze wachsen zu lassen. Wenn also die Bedingungen stimmen und ausreichend Wärme, Feuchtigkeit und Licht vorhanden sind, beginnt dieser natürliche Prozess: Die Knolle treibt aus und bildet grüne Triebe. Wie auch Öko-Test berichtet, ist das Keimen von Zwiebeln und Knoblauch ein normaler biologischer Vorgang und kein Zeichen von Verderb.

Anders als bei schimmeligen oder fauligen Lebensmitteln bedeutet das Austreiben lediglich, dass die Pflanze aktiv wird. Die enthaltenen Nährstoffe werden dabei nach und nach in den Trieb umgeleitet. Deshalb werden Zwiebeln oder Knoblauch oft bewusst zum Keimen gebracht, um frisches Grün daraus zu ziehen.

Besonders häufig tritt das Keimen bei falscher Lagerung auf. Werden Zwiebeln oder Knoblauch zu warm oder zu hell gelagert, beschleunigt sich der Prozess. Auch hohe Luftfeuchtigkeit kann dazu beitragen, dass die Knollen schneller austreiben. Ein weiterer Faktor ist die Lagerdauer. Je länger Zwiebeln und Knoblauch liegen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie irgendwann keimen. Das gilt insbesondere für Ware, die bereits einige Zeit im Handel oder Transport verbracht hat.

Sind gekeimte Zwiebeln und Knoblauch noch essbar?

Gekeimte Zwiebeln und Knoblauch sind essbar und gesundheitlich unbedenklich. Die verbreitete Annahme, dass gekeimter Knoblauch giftig sei, beruht auf einer Verwechslung mit anderen Lebensmitteln wie Kartoffeln, die bei falscher Lagerung das giftige Solanin bilden können – vor allem in keimenden oder grün verfärbten Knollen. Doch sowohl die Knoblauchknolle selbst als auch die grünen Triebe können bedenkenlos gegessen werden, da beim Keimen keine giftigen Stoffe entstehen, die den Verzehr gefährlich machen würden. Das unterscheidet Zwiebeln und Knoblauch grundlegend von gekeimten Kartoffeln.

Allerdings kann sich der Geschmack leicht verändern. Zwiebeln werden beim Keimen oft etwas weicher und weniger scharf, während Knoblauch mitunter eine leicht bittere Note entwickeln kann, hauptsächlich im inneren Keim. Wer also den Geschmack milder halten möchte, kann beim Knoblauch den grünen Keim im Inneren entfernen.

Auch optisch sind gekeimte Exemplare meist noch völlig in Ordnung: Solange die Knollen fest sind, nicht schimmeln und keinen unangenehmen Geruch entwickeln, können sie problemlos verwendet werden. Weiche oder faulige Stellen sollten hingegen großzügig entfernt oder die Knolle entsorgt werden.

Wie lagert man Zwiebeln und Knoblauch richtig?

Zwiebeln und Knoblauch halten sich am besten, wenn sie trocken, luftig und dunkel gelagert werden. Wie unter anderem auch der Bayerische Rundfunk berichtet, ist ein gut belüfteter Vorratsraum oder eine offene Kiste ideal. Wichtig ist vor allem, dass sich keine Feuchtigkeit staut.

So ist der Kühlschrank zum Lagern von Zwiebeln und Knoblauch grundsätzlich ungeeignet, weil die hohe Luftfeuchtigkeit dort den Keimprozess beschleunigt und die Knollen schneller weich werden lässt. Kunststoffbehälter oder geschlossene Beutel sind ebenfalls ungünstig, weil sie ein feuchtes Klima schaffen, in dem die Knollen schneller treiben oder weich werden.

Damit Zwiebeln und Knoblauch möglichst lange frisch bleiben, solltest du sie außerdem vor Wärmequellen schützen und nicht direkt neben Lebensmitteln lagern, die viel Feuchtigkeit abgeben. Auch ein häufiger Standortwechsel kann das Keimen beschleunigen. Stabil, kühl und ruhig gelagert, bleiben sie dagegen deutlich länger haltbar.