Eiernockerl sind ein klassisches österreichisches Gericht - und trotzdem sorgen sie jedes Jahr aufs Neue für Schlagzeilen. Der Grund: Sie gelten als Hitlers Lieblingsspeise. Sein Geburtstag, der 20. April, wird in rechtsextremen Kreisen als eine Art geheimer Feiertag begangen - und das Gericht wird von manchen bewusst an diesem Tag gegessen oder beworben.
Das Wiener Theater-Restaurant Kulisse hat daraus eine klare Konsequenz gezogen. Es strich die Eiernockerl am 20. April von seiner Speisekarte - und erklärte in einem Facebook-Post, warum.
Wiener Lokal will "Zeichen setzen": Eiernockerl gibt es am Hitler-Geburtstag nicht
"Auch dieses Jahr streichen wir am 20. April die Eiernockerl von unserer Karte. Wir wollen damit ein Zeichen setzen: für Verantwortung, für Erinnerung und gegen jede Form von Verherrlichung. Kein Fußbreit den Faschisten!", schrieb das Restaurant Kulisse auf Facebook - dazu ein Bild eines Tellers Eiernockerl mit einem roten Kreuz darüber.
Der Post ging viral und löste eine lebhafte Diskussion aus. Nur wenige Nutzer unterstützen die Geste, die meisten halten sie für übertrieben. "Das ist extrem lächerlich. Damit macht ihr das Thema groß", schreibt ein Kommentator. Ein anderer meint: "Einfach mal nicht drüber sprechen. Dann denkt auch keiner dran."
Wieder andere sehen den Zusammenhang mit Humor: "Jener schreckliche Kerl war Nichtraucher, Antialkoholiker und Vegetarier. Diese Kombination sollte man zumindest heute auch vermeiden!", lautet ein weiterer Kommentar unter dem Post.
Niederösterreichisches Hotel bietet Eiernockerl am 20. April an - dann ändert sich die Karte
Anders ging ein Hotel in Niederösterreich mit dem Datum um. Das GEA Hotel zur Sonne in Schrems (Bezirk Gmünd) hatte laut einem Bericht der österreichischen Boulevardzeitung Heute ausgerechnet für den 20. April Eiernockerl mit Zwiebeln für 9,50 Euro auf seiner Speisekarte stehen. Das Hotel gehört zum Unternehmen des bekannten Schuhmachers Heinrich Staudinger, der auch als Präsidentschaftskandidat 2022 in Erscheinung getreten war.
Auf Nachfrage von Heute erklärte eine Mitarbeiterin des Hotels, man habe den Menüplan für mehrere Wochen im Voraus erstellt und dabei nicht auf das Datum geachtet. "Wir wissen, es ist Hitlers Geburtstag", sagte sie laut dem Bericht. Den Fehler habe man bereits am Samstag bemerkt, aber seitdem habe sich niemand gefunden, der die Karte korrigieren könne.
Rund eine halbe Stunde nach dem Anruf der Redaktion war die Karte laut Heute plötzlich geändert: Statt Eiernockerln stand nun "Gemüse Strudel mit Dip" als vegetarische Option auf dem Menü. Ein Stammgast des Lokals hatte zuvor gegenüber Heute angemerkt, er habe dort noch nie Eiernockerl auf der Karte gesehen.
Wirt spricht bei Mittagskarte von Versehen - FPÖ-Kandidatin bekommt Bewährungsstrafe
Nicht nur in Niederösterreich, auch in Linz landete das Gericht am 20. April auf einem Mittagsmenü. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichteten, bot ein Linzer Gasthaus Eiernockerl mit grünem Salat an. Der Wirt beteuerte, es handele sich um ein Versehen - er werde das Gericht an diesem Tag nicht servieren. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz bezeichnete das Angebot laut den Oberösterreichischen Nachrichten als "unsensibel". Strafbar sei es aber nicht. Denn die bloße Bewerbung des Gerichts reiche nicht aus, um den Tatbestand der nationalsozialistischen Wiederbetätigung zu erfüllen.
Anders kann das aussehen, wenn das Posting mit eindeutig verfänglichen Kommentaren kombiniert wird. Wie die Kronen Zeitung im Januar 2026 berichtete, hatte eine 61-jährige FPÖ-Spitzenkandidatin aus Gänserndorf (Niederösterreich) am 20. April ein Foto von Eiernockerln mit grünem Salat auf Facebook gepostet. Ihr 66-jähriger Ehemann kommentierte: "Heute schmecken sie am besten." Die Frau vergab dafür ein "Gefällt mir". Weitere Kommentare in dem Thread enthielten Anspielungen auf Gaskammern sowie eine Videomontage mit einem Lied einer Rechtsrockband. Vor dem Gericht Korneuburg wurde das Trio schließlich verurteilt, wie die Kronen Zeitung berichtete.
Der 66-Jährige erhielt 14 Monate auf Bewährung, der 44-jährige Mitangeklagte 15 Monate bedingte Haft. Die 61-jährige Frau wurde freigesprochen. Ihre politischen Mandate hatten alle drei bereits nach der Wahl nicht angenommen, heißt es. Auch die deutsche Schlagersängerin Melanie Müller wurde kürzlich verurteilt - sie soll bei Konzerten mehrfach den Hitlergruß gezeigt haben. Derweil sorgt ein anderer Fall aus Österreich für internationales Aufsehen: Hier wurde Rattengift in einem Hipp-Babygläschen gefunden.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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