Soja ist ein richtiger Allrounder: Soja-Milch ersetzt immer öfter Kuhmilch und Tofu wird als Fleischersatz immer beliebter. Doch einen guten Ruf haben die Bohnen nicht unbedingt. So sagt man ihnen nach, dass Männer durch bestimmte Inhaltsstoffe verweiblichen und dass Soja einen negativen Effekt bei Brustkrebspatientinnen haben kann.
Doch was ist an den Gerüchten dran? Die Verbraucherzentrale NRW hat sich die Soja-Mythen zur Brust genommen. Die Konsumentenschützer schicken eine Sache vorweg: Wie alle Hülsenfrüchte ist Soja gesund für Mensch und Umwelt. "Soja und Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrink können in üblichen Mengen Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung sein", erläutert die Verbraucherzentrale. Übrigens hat sich eine aktuelle Studie damit beschäftigt, ob Vegetarier tatsächlich gesünder leben - mit verblüffendem Ergebnis.
Negative Effekte von Soja für Männer und Krebspatientinnen? Experten geben Entwarnung
Der schlechte Ruf des Soja geht vor allem auf die in den Bohnen enthaltenen Isoflavone zurück - diese sind in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen sehr ähnlich. Dadurch entstehen Befürchtungen, dass Soja den Testosteronspiegel bei Männern senken und für eine "Verweiblichung"´sorgen könnte. Laut der Verbraucherzentrale ist diese Angst vollkommen aus der Luft gegriffen. "Die meisten Sorgen sind bei einem üblichen Verzehr von Sojaprodukten oft unbegründet", sagt Elisabeth van Thiel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale NRW. Übrigens hat die Diskussion um das Verbot von Begriffen wie Veggie-Schnitzel in den vergangenen Monaten für erhitzte Gemüter gesorgt.
Auch bei einer antihormonellen Brustkrebs-Therapie dürfte ein normaler Soja-Konsum keine negativen Folgen haben - die Verbraucherzentrale führt dabei den Referenzwert von 100 Gramm Tofu und 250 Millilitern Sojamilch pro Tag an. "Fachgesellschaften sehen keine Hinweise darauf, dass moderater Soja-Konsum das Risiko für ein Wiederauftreten erhöht", heißt es.
In zwei Punkten sollte man aber dennoch vorsichtig sein. Bei Jodmangel oder bestehenden Schilddrüsenerkrankungen können Isoflavone aus Sojalebensmitteln und isolierten, hoch dosierten Nahrungsergänzungsmitteln nachteilige Effekte haben. Vor allem Menschen mit östrogenabhängigen Krebserkrankungen und Schilddrüsenfehlfunktionen sollten auf Isoflavon-Supplemente eher verzichten - Negativwirkungen sind da noch nicht ausreichend erforscht.