Bio boomt. Ob Obst, Gemüse, Milchprodukte oder Fleisch – wer beim Einkaufen auf das grüne EU-Bio-Siegel achtet, hat schnell Orientierung, was ökologisch erzeugt wurde und was nicht. Seit einigen Jahren gesellt sich auch sogenanntes Bio-Mineralwasser in die Supermarktregale, vermarktet als besonders naturbelassenes und umweltbewusstes Produkt.
Wer beim Bio-Mineralwasser aber das vertraute EU-Siegel sucht, schaut in die Röhre. Das Fehlen ist kein Versehen und auch kein Qualitätsmangel - es steckt ein grundsätzliches rechtliches Problem dahinter, das viele Verbraucher nicht kennen. Die Verbraucherzentrale Bayern klärt auf.
Verbraucherzentrale Bayern klärt auf: Darum fehlt beim Bio-Wasser ein wichtiges Siegel
Der Grund sei simpel, aber entscheidend: Wasser gelte rechtlich nicht als landwirtschaftlich erzeugtes Lebensmittel und falle deshalb grundsätzlich nicht unter die EU-Öko-Verordnung. Diese Regelung bestimmt, welche Produkte das EU-Bio-Siegel tragen dürfen. Wer also eine Flasche Bio-Mineralwasser kauft, kann sich nicht auf dieselben gesetzlichen Garantien verlassen wie beim Bio-Apfel oder der Bio-Milch aus dem Regal nebenan. Anders gesagt: Echtes Bio-Wasser gibt es gar nicht. Erlaubt sei die Bezeichnung "Bio-Mineralwasser" trotzdem.
"Der Bundesgerichtshof hat 2012 entschieden, dass entsprechende Produkte höhere Anforderungen erfüllen müssen als das für herkömmliches Mineralwasser gesetzlich vorgeschrieben ist", wird Anja Schwengel-Exner, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern in der Mitteilung zitiert. Was genau das bedeute, legten jedoch nicht staatliche Behörden, sondern private Zertifizierungsstellen eigenständig fest - eine staatliche Kontrolle dieser Zusatzstandards gebe es nicht. Neben Grenzwerten für Inhaltsstoffe könnten die Vorgaben auch Umweltaspekte, Nachhaltigkeit, Verpackung sowie soziale Standards umfassen. Derzeit sind demnach zwei Siegel mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen im Umlauf: das "Bio-Mineralwasser-Siegel" und das Siegel "Premiummineralwasser in Bio-Qualität".
Unabhängig davon unterliege jedes Mineralwasser den Anforderungen der Mineral- und Tafelwasserverordnung: Es muss von natürlicher Reinheit sein und aus vor Verunreinigungen geschützten, unterirdischen Quellen stammen. Für unerwünschte Bestandteile wie Nitrat, Kupfer oder Blei gelten feste Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen, so Schwengel-Exner. Wer beim Kauf ökologische Aspekte berücksichtigen möchte, sollte Mineralwasser in Mehrwegflaschen kaufen und Quellen aus der Region bevorzugen - das reduziere Transportwege und schont Ressourcen, so die Verbraucherzentrale. Übrigens kommt Leitungswasser oft besser weg als viele denken, wenn es um Ökobilanz und Alltagstauglichkeit geht. Ein Mineralwasser-Test von Öko-Test zeigt, welche Medium-Wasser gut abschneiden und welche durchfallen – und liefert damit eine nützliche Orientierungshilfe im Regal-Dschungel.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
Erfahre hier mehr über unsere KI-Richtlinien.