An einem schattigen Platz unter Bäumen sitzen, ein leckeres Bier trinken und dazu ein deftiges Gericht genießen - so lässt es sich in Franken gut im Sommer aushalten. Wer in Bamberg, Forchheim oder Kulmbach allerdings in den Biergärten oder auf den Bierkellern nach dem klassischen "Obazda" auf der Speisekarte sucht, wird wohl nicht fündig werden. Die fränkische Variante dieser Brotzeit nennt sich "Gerupfter" und wird auch ein wenig anders zubereitet als der Bayerische Klassiker. Er schmeckt deftiger als Obazda.

Uwe Steinmetz ist Wirt des Gasthauses "Zum Sternla" in Bamberg und bietet den Gerupften auch seinen Gästen an. Für inFranken.de bereitet er sein Rezept exklusiv zu. Dabei verrät er uns auch zwei Zutaten, die den Käseaufstrich richtig fränkisch werden lassen.

Doch zuerst erklärt er uns, woher der Gerupfte seinen Namen hat. "Eigentlich kommt der Name davon, dass man den Käse nicht schneidet, sondern rupft."

Folgende Zutaten werden für den Gerupften benötigt (für etwa 4-6 Portionen):

500 Gramm Camembert
75 Gramm "Stinkerkäse" z.B. Limburger, "Backschdakees" oder Knirps
150 Gramm weiche Butter
150 Gramm Frischkäse
70 Gramm geschlagene Sahne
2 Frühlingszwiebeln oder eine Gemüsezwiebel
1 rote Zwiebel
1 TL Kümmel (ganz)
1 EL Paprika edelsüß
1 TL Cayennepfeffer
Salz
Pfeffer
1 Schluck Ungespundenes Bier oder Rauchbier

Dazu passt: Laugenbreze, frisches Brot

Zubereitung eines Gerupften:

Der Camembert und der "Stinkerkäse" werden in Stücke geschnitten beziehungsweise gerupft. In einer großen Schüssel werden der Käse, die Butter, die Sahne und der Frischkäse vermengt. Anschließend werden die Gewürze hinzugefügt und mit einer Gabel zerstoßen und verrührt.

Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden und der Masse hinzufügen. Zu guter Letzt einen Schluck Bier zum Aufstrich geben und alles verrühren.

Auf ein Brotzeitbrett einen Klecks Gerupften geben. Mit dem Grün der Frühlingszwiebeln und den Ringen einer roten Zwiebel garnieren. Dazu reicht man frisches Brot, Laugengebäck und ein leckeres Bier.

Tipps von Uwe Steinmetz:

Uwe Steinmetz empfiehlt für das Aroma einen reifen Camembert zu verwenden. Damit sich die Masse gut mischen lässt und cremig wird, ist es zudem sinnvoll, dass weiche Butter hinzugefügt wird. Wer es gerne schärfer mag, kann eine Gemüsezwiebel anstelle der Frühlingszwiebeln verwenden.

Unterschied zum Obazda - das macht den Gerupften richtig fränkisch:

Der Wirt des Gasthauses "Zum Sternla" in Bamberg gibt seinem Gerupften mit einem "Stinkerkäse", also einem besonders würzigen Käse, eine besondere Note. Dadurch wird er deftiger als die bayerische Variante. Sein "Geheimtipp" ist der Schluck Bier, den er gegen Ende der Zubereitung des Aufstrichs hinzu gibt. "Der macht den Gerupften schön cremig und gibt das besondere Raucharoma hinzu."

 

 

 


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