Porridge gilt als gesundes und sättigendes Frühstück – vollwertig, ballaststoffreich und schnell zubereitet. Doch wie steht es um die Qualität der fertigen Instant-Produkte aus dem Supermarkt? Das Magazin Öko-Test hat in seiner März-Ausgabe 2026 insgesamt 19 Porridge-Produkte untersucht, viele davon mit Trockenfrüchten oder Samen. Das Ergebnis ist in Teilen erfreulich: Elf Produkte schneiden mit "sehr gut" ab, vor allem viele Bio-Porridge sind eine echte Empfehlung. Doch in einigen Mischungen stecken Pestizidcocktails, Mineralölrückstände und Schimmelpilzgifte, sowie überraschend viel Zucker. Ein bekanntes Markenprodukt erhält sogar die Note "ungenügend".
Welche Schadstoffe hat das Labor im Porridge-Test gefunden?
Öko-Test hat verschiedene Porridge unter die Lupe genommen. Ein klassischer Porridge auf Haferbasis liefert komplexe Kohlenhydrate, pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und hält lange satt. Besonders in Kombination mit frischem Obst ist er ein idealer Start in den Tag.
Die Laboranalyse von Öko-Test zeigt: In mehreren Produkten wurden Rückstände von Pestiziden, Mineralölbestandteilen (MOSH und MOAH) sowie Schimmelpilzgiften nachgewiesen. Mineralölrückstände stammen häufig aus der Verpackung oder der industriellen Verarbeitung. Sie stehen im Verdacht, sich im Körper anzureichern. Schimmelpilzgifte wie Ochratoxin A entstehen bei unsachgemäßer Lagerung der Getreidezutaten. Zwar lagen die gemessenen Mengen meist unterhalb gesetzlicher Grenzwerte, in einem gesunden Frühstück haben sie aber dennoch nichts verloren.
Einige Produkte enthielten einen regelrechten Pestizidcocktail. Besonders problematisch sind Rückstände von Imidacloprid, einem in der EU verbotenen Insektizid. Es gilt als gefährlich für Bienen und wird außerhalb Europas weiterhin eingesetzt. Die Spuren von Imidacloprid stammen laut Öko-Test vorwiegend aus importierten Zutaten – etwa Trockenfrüchten aus Südafrika oder Indien. Dort ist der Wirkstoff weiterhin in der Landwirtschaft im Einsatz. Hersteller tragen die Verantwortung, ihre Lieferketten sorgfältig zu kontrollieren und Analysen durchführen zu lassen. Viele Bio-Anbieter tun das bereits – mit sichtbarem Erfolg.
Welche Produkte schneiden beim Öko-Test am besten ab?
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den hohen Zuckergehalt mancher Porridge-Mischungen. Während naturbelassene Produkte oder reine Haferflocken kaum Zucker enthalten, bringen Varianten mit Trockenfrüchten oder Sirup schnell bis zu 20 Gramm Zucker pro Portion auf den Löffel. Zum Vergleich: Das entspricht etwa sechs Stück Würfelzucker. Besonders in vermeintlich "fitten" oder "proteinreichen" Varianten verbergen sich oft zugesetzte Süßungsmittel. Wer auf einen gleichmäßigen Blutzuckerspiegel achten möchte, sollte daher besser ungesüßte Sorten wählen und selbst mit Obst oder Zimt verfeinern.
Von den 19 getesteten Produkten erhielten elf die Note "sehr gut", fast alle mit Bio-Siegel. Sie enthielten weder bedenkliche Pestizidrückstände noch Mineralöl im Porridge und überzeugten mit einer guten Nährstoffbilanz und moderatem Zuckergehalt. Auch geschmacklich schnitten sie durchweg positiv ab. Zu den Porridge-Testsiegern zählen sowohl klassische Biomarken als auch Handelsmarken aus Supermarkt und Drogerie.
Ein konventionelles Markenprodukt fiel dagegen komplett durch: Das Seitenbacher-Porridge schneidet im Öko-Test 2026 schlecht ab. Konkret geht es um das Produkt "Seitenbacher Frucht Porridge", das im Test die Gesamtnote "ungenügend" erhält. Im Labor wurden darin Rückstände von insgesamt zehn verschiedenen Pestiziden gefunden, darunter Glyphosat und das in der EU verbotene Imidacloprid. Auch der Zuckergehalt liegt mit rund 22 Prozent deutlich höher als bei vielen Konkurrenzprodukten, was zusätzlich kritisch bewertet wird.
Was ist der Unterschied zwischen Porridge und Overnight Oats?
Beide Frühstückstrends basieren auf Haferflocken, unterscheiden sich aber in der Zubereitung. Porridge wird mit heißer Milch oder Wasser aufgekocht, während Overnight Oats über Nacht in Milch, Joghurt oder Pflanzendrink quellen. Der Geschmack ist ähnlich, doch Overnight Oats eignen sich besonders für warme Tage oder alle, die morgens Zeit sparen wollen. In puncto Nährwert sind beide Varianten nahezu gleich – entscheidend ist, was du hinzufügst.
Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst du Porridge schnell selbst machen. Für eine Portion genügt eine halbe Tasse Haferflocken, die du mit Milch oder Pflanzendrink aufkochst. Nach zwei bis drei Minuten ist der Brei cremig. Ergänze ihn mit frischem Obst, Nüssen und etwas Zimt – ganz ohne künstliche Zusätze und überflüssigen Zucker. So bestimmst du selbst, wie gesund dein Frühstück wirklich ist.
Der aktuelle Öko-Test beweist: Im Vergleich ist Instant-Porridge oft gesund und unbedenklich – wenn du zur richtigen Packung greifst. Bio-Produkte schneiden am besten ab, während konventionelle Mischungen häufiger Schadstoffe enthalten. Wer Zutatenliste und Zuckerwert kritisch liest oder seinen Porridge einfach selbst zubereitet, startet nicht nur lecker, sondern auch gesund und schadstofffrei in den Tag.