Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Appinio essen 85 Prozent der Deutschen Pizza am liebsten zu Hause - und Reste davon landen fast immer im Kühlschrank. Kalte Pizza zum Frühstück gilt vielen als Highlight, gerade nach einem langen Abend. Was dabei kaum jemand bedenkt: Unter bestimmten Umständen kann genau das eine Lebensmittelvergiftung auslösen.
Das Problem liegt nicht in der Pizza selbst, sondern darin, wie und wie lange sie gelagert wird. Dabei begehen viele Menschen täglich denselben Fehler - oft ohne es zu merken und ohne spürbare Folgen. Doch das Risiko ist real, und bestimmte Zutaten machen es deutlich größer.
Warum kalte Pizza zur Gefahr werden kann
Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz (LAVES) erklärt, dass sich Bakterien zwischen zehn und 50 Grad Celsius besonders gut vermehren - Lebensmittel sollten diesen Temperaturbereich beim Abkühlen deshalb so schnell wie möglich hinter sich lassen. Wer die Pizza nach dem Abendessen also einfach auf der Arbeitsplatte stehen lässt und erst Stunden später in den Kühlschrank stellt, schafft ideale Bedingungen für Keime.
Besonders heikel ist dabei der Belag. Fleischauflagen wie Salami oder Schinken sowie Käse bieten Bakterien wie Salmonellen eine gute Grundlage zur Vermehrung. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass Salmonellen in fetthaltigen Lebensmitteln wie Käse und Salami besonders gefährlich sind - dort reiche bereits eine geringere Keimanzahl aus, um eine Erkrankung auszulösen.
Für Gesunde läuft eine leichte Lebensmittelvergiftung oft glimpflich ab. Für Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann sie jedoch ernsthafte Folgen haben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zählt diese Gruppen ausdrücklich zu den besonders Gefährdeten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weist zudem darauf hin, dass die meisten Lebensmittelvergiftungen durch Bakterien aus rohen Lebensmitteln entstehen, die mit verzehrfertigen Lebensmitteln in Kontakt gekommen sind - ein Risiko, das auch im Kühlschrank selbst lauert, wenn Pizza offen neben anderen Lebensmitteln lagert. Gut zu wissen ist auch, welche Lebensmittel laut Wissenschaftlern den Darm schädigen können.
So lagerst du Pizzareste wirklich sicher
Die wichtigste Regel: Reste sollten zügig gekühlt werden. Die EFSA empfiehlt, gekochte Speisen nicht länger als zwei Stunden bei Raumtemperatur stehen zu lassen und sie anschließend sofort im Kühlschrank bei möglichst unter fünf Grad zu lagern. Gut verpackt in einer luftdichten Dose oder Frischhaltefolie sind Reste so mehrere Tage haltbar - wobei das BfR als Faustregel empfiehlt, Essensreste nicht länger als drei bis vier Tage im Kühlschrank aufzubewahren.
Beim Aufwärmen kommt es auf die Hitze an. Das BfR erklärt, dass Bakteriensporen durch das Kochen nicht inaktiviert werden und zwischen zehn und 60 Grad auskeimen können - die Pizza muss also wirklich heiß werden, nicht nur lauwarm. Die EFSA empfiehlt dafür mindestens 70 Grad - am besten erreicht im Ofen oder in der Pfanne. Die Mikrowelle ist dabei die schlechteste Wahl: Laut der Verbraucherzentrale Bayern bewirken Mikrowellen eine ungleichmäßige Temperaturverteilung - und wo das Lebensmittel nicht ausreichend erhitzt werde, entstehe ein Hygienerisiko.
Wer zudem beim Einkauf auf Kennzeichnungen achten möchte, sollte wissen: Der Nutri-Score wird überarbeitet - das solltest du jetzt wissen. Und wer nicht nur bei Pizza, sondern auch bei anderen Genussmitteln auf die richtige Lagerung achten möchte: Rotwein richtig aufbewahren und erkennen, wenn er umkippt - denn auch hier entscheidet die Lagerung über Genuss oder Verderb.
Aufwärmen, Lagerung und Auftauung: Die wichtigsten Faustregeln
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat im Rahmen ihrer Kampagne #Safe2Eat eine Checkliste für den sicheren Umgang mit Lebensmitteln zu Hause zusammengestellt. Die wichtigsten Punkte:
Temperatur und Lagerung:
- Gekochte Speisen nicht länger als zwei Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen
- Alle gekochten und leicht verderblichen Nahrungsmittel sofort im Kühlschrank lagern (möglichst unter fünf Grad Celsius)
- Essensreste nicht länger als drei bis vier Tage im Kühlschrank aufbewahren
Aufwärmen:
- Bereits gekochte Speisen gründlich erhitzen - mindestens 70 Grad
Kreuzkontamination vermeiden:
- Rohes Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchte getrennt von anderen Nahrungsmitteln aufbewahren
- Nahrungsmittel in Behältern lagern, um den Kontakt zwischen rohen und zubereiteten Speisen zu vermeiden
Sicheres Auftauen:
- Die sicherste Art, tiefgefrorene Lebensmittel aufzutauen, ist im Kühlschrank - nicht bei Raumtemperatur
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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