Viele Gerichte profitieren von frischen Kräutern. Wann ist der richtige Zeitpunkt, sie beim Kochen dazuzugeben? Das variiert von Kraut zu Kraut. Auch passt nicht jedes Kraut zu jedem Gericht. Wir geben dir Tipps zum Kochen mit Kräutern.

Welche Kräuter dürfen mitgekocht werden?

Kräuter mit festen, robusten Blättern entfalten ihr Aroma erst durch Hitze. Dazu zählen Rosmarin, Thymian, Oregano, Lorbeer, Salbei, Lavendel oder Bohnenkraut. Sie eignen sich für Suppen, Eintöpfe, Fleischgerichte oder Ofengemüse und geben ihr volles Aroma während der Garzeit ab. Auch einige Gewürze wie Kümmel, Nelken oder Wacholderbeeren profitieren von längerer Kochzeit.

Zarte, feinblättrige Kräuter verlieren ihr Aroma schnell bei Hitze. Basilikum, Dill, Petersilie, Schnittlauch, Koriander, Kerbel oder Zitronenmelisse sollten deshalb erst kurz vor dem Servieren zugegeben werden. Bei längerer Hitzeeinwirkung verblassen Geschmack und Farbe, manche Aromen können sogar bitter werden. Der Grund liegt in den flüchtigen ätherischen Ölen: Sie verfliegen schnell bei Hitze, feine Noten gehen verloren, manche werden strohig oder bitter.

Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt weiter, Kräuter erst kurz vor dem Servieren zu waschen und zu schneiden. Zarte Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum sollten erst nach dem Kochen über das fertige Gericht gestreut werden. Getrocknete Varianten wie Oregano oder Thymian dürfen dagegen länger mitgaren, da die Hitze ihr Aroma erst richtig löst.

Praktische Tipps für die Küche

Beim Kochen mit Kräutern kommt es auf Dosierung, Schnitt und Lagerung an. Gebe Kräuter lieber nach und nach zum Gericht dazu und schmecke immer wieder ab, statt alles von Anfang an hineinzugeben. So vermeidest du, dass ein Kraut zu dominant in deinem Essen herausschmeckt.

Es ist sinnvoll, Kräuter erst kurz vor dem Servieren zu hacken. So bleibt das Aroma erhalten und du erhältst den intensivsten Geschmack. Bei der Lagerung solltest du beachten, dass frische Kräuter sich länger im Kühlschrank halten, wenn du sie in einem luftdichten Behälter oder in feuchtem Küchenpapier aufbewahrst.

Wer frische Kräuter länger nutzen möchte, kann sie einfrieren oder trocknen. Robuste Kräuter wie Rosmarin oder Thymian lassen sich gut trocknen, weiche Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch besser einfrieren. So bleibt Aroma auch außerhalb der Saison erhalten.

Welche Kräuter passen zu welchen Gerichten?

Basilikum passt hervorragend zu Tomaten, Mozzarella, Pasta oder Pesto und sollte möglichst frisch am Ende zugegeben werden. Auch Dill wird meist frisch verwendet – etwa für Gurkensalat, Fischgerichte oder Kräuterquark. Petersilie eignet sich für Salate, Suppen und Gemüse und kommt ebenfalls am besten erst kurz vor dem Servieren ins Gericht. Koriander wird vor allem in Currys und vielen asiatischen Gerichten verwendet und oft frisch über das fertige Essen gestreut.

Rosmarin passt gut zu Fleisch, Ofenkartoffeln oder mediterranem Gemüse und kann problemlos länger mitgaren. Auch Thymian eignet sich für längere Garzeiten und verfeinert Suppen, Saucen oder Schmorgerichte.

Salbei entfaltet sein intensives Aroma besonders gut beim Erhitzen, etwa in Butter für Pasta oder zu Fleischgerichten. Durch das kurze Anbraten werden die ätherischen Öle freigesetzt und der Geschmack wird deutlich intensiver.