Ein großer Lebensmittelbetrieb in Österreich soll laut Medienberichten im großen Stil verdorbene Eier zu Eigemisch verarbeitet und weiterverkauft haben. Das flüssige Gemisch sei an Bäckereien, Nudelhersteller und Gefrierkostfabrikanten geliefert worden, berichteten die "Süddeutsche Zeitung" und die "Oberösterreichischen Nachrichten". Die Staatsanwaltschaften St. Pölten in Österreich und München haben Ermittlungen aufgenommen.

Der SPD-Verbraucherschutzexperte im Bayerischen Landtag, Florian von Brunn, verlangte in einer schriftlichen Anfrage Aufklärung von der Staatsregierung. Es sei zu fragen, ob es Zulieferer und auch weiterverarbeitende Betriebe in Bayern gegeben habe. "Dafür spricht, dass die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen eingeleitet hat. Offenbar gibt es Geschäftsbeziehungen nach Oberbayern."

Ekel erregende Zustände im Betrieb

Die Medien stützen sich unter anderem auf Aussagen eines Privatdetektivs. Von ihm vorgelegte Fotos dokumentierten Ekel erregende Zustände. "Rohe Eier, aus denen Maden kriechen und an denen Schimmel haftet. Dotter, die eigelb sein müssten, aus denen aber pechschwarze Flecken hervorstechen, dazu bestialischer Gestank", schrieben die "Oberösterreichischen Nachrichten". Eier seien über Monate hinweg gelagert worden. Die Firma aus der Nähe von Linz verarbeitet nach eigenen Angaben täglich bis zu 1,5 Millionen Eier aus ganz Europa und liefert auch bio-zertifizierte Eierprodukte.

Ekel-Eier in Europa weiterverarbeitet

Den Berichten zufolge soll auch Hühnerkot regelmäßig in die Produkte gelangt sein. Frische und verdorbene Eier wurden offenbar gemeinsam pasteurisiert. Diese Mischung ging anschließend an Bäckereien, Eisdielen und Restaurants in Europa. Obwohl verdorbene Rohware nicht verarbeitet werden dürfe, sei sie möglicherweise als Grundlage für Backwaren, Nudeln, Milchreis oder Rühreier verwendet worden. "Sicher ist, dass die Eier irgendwo in Europa verarbeitet wurden", zitiert die "SZ" den anonymen Insider.

Der Betrieb im Bezirk Amstetten wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten bestätigte Ermittlungen wegen Betrugsverdachts. "Die Ermittlungen sind in einem frühen Stadium. Es gibt noch keinen abschließenden Überblick", sagte ein Behördensprecher.

red/dpa

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