• Was ist ein Märzen-Bier?
  • Was ist so besonders an dem Bier?
  • Wie beliebt ist das Märzen?
  • Wo bekommt man ein gutes Märzen - und wann?

Weltweit, so eine Schätzung, werden in etwa 10.000 bis 15.000 verschiedene Biere gebraut. Vom hellen Bier über dunkle Sorten bis hin zu exotischen Arten. Eines davon ist das sogenannte Märzen-Bier. Doch was ist der Unterschied zu den anderen Sorten und was ist das Besondere daran?

Was ist das Märzen-Bier?

Der Name entspringt der Geschichte und auch dem Reinheitsgebot. Früher durfte nur zwischen dem Tag des St. Michael am 29. September und dem Tag des St. Georg am 23. April gebraut werden. Das hatte auch damit zu tun, dass die Temperaturen für ein untergäriges Bier in der restlichen Zeit des Jahres einfach zu hoch waren. Die untergärige Hefe benötigt eine Temperatur von 4 bis 10 Grad Celsius, diese konnte im Sommer nicht gewährleistet werden. Auch war im Sommer die Brandgefahr zu hoch, sodass viele Herzöge sogar die Sudpfannen versiegeln ließen. Um auch im Sommer trotzdem ein Bier genießen zu können, wurden diese im Frühlingsmonat März stärker eingebraut, das heißt etwas mehr Hopfen und Malz verwendet, und in tiefen, kühlen Felsenkellern gelagert. Dadurch waren sie über den Sommer haltbar und bekamen den Namen Märzen-Bier. Auf dem Münchner Oktoberfest wurde lange Zeit mit dem Märzen-Bier angestoßen. Daraus entwickelte sich das "Fest-Märzen" und später das Festbier, welches in der Farbe heller ist, dafür weniger Malz, aber etwas mehr Hopfen enthält.

Jedes Bier, das wissen die Bierkenner*innen, hat seinen eigenen unverwechselbaren Geschmack und auch Alkoholgehalt. Wie sieht das beim Märzen-Bier aus? Mit 4,8 bis 5,6 Vol. % Alkohol ist es vergleichbar mit den gängigen Sorten wie Pils, Weizenbier oder Kölsch. Auch bei der Stammwürze ist der Unterschied nicht wesentlich, mit mindestens 13 % ist sie wie die meisten anderen Sorten angegeben. Der Unterschied liegt vielmehr am Geschmack. Es ist eher malzig, mit einem bitter-süßen Finish. Getrunken wird es aus dem "Seidel". 

Die Farbe ist ein warmer Goldton, der leicht ins Bernsteinfarbene übergeht, klar und leuchtend funkelnd. Der Schaum ist feinporig und stabil. Die feinen Malzaromen vereinen sich mit dem Geruch von Getreide, leicht geröstetem Brot und Karamell sowie einer leichten Hopfennote mit dem Duft von ein wenig Honig im Hintergrund. Ein Feierbier, zu dem hervorragend ein würziger Käse, aber auch der Sonntagsbraten passt oder aber als Begleiter für Kalbsgerichte.

Hat das Märzen-Bier noch Zukunft?

Märzen findet man heute meist nur noch in Bayern oder Baden-Württemberg. Es ist selten geworden und liegt mit unter 1 % vom Gesamtausstoß der Brauereien am unteren Ende. Ein Grund kann sein, dass durch die technische Entwicklung und die Abkehr vom Brauverbot im Sommer das ganze Jahr über gebraut werden kann. So ist das Märzen, welches man im Geschäft findet, nicht mehr mit dem ursprünglichen Märzen zu vergleichen. Oft ist es nur der Name, der als Marketingstrategie verwendet wird. Der für das deutsche Märzen durch die Verwendung von verschiedenen Malzsorten und die sehr lange Reifung im kalten Lagertank ausgeprägte Malzkörper fehlen meistens. So ist der Geschmack dann eher in der Richtung der "gängigen Sorten" anzusiedeln. 

Bestandteil eines jeden Bieres: Hopfen
CC0 / Pixabay / RitaE

Heutzutage ist Österreich das Land des Märzenbiers, mit mehr als der Hälfte des dort gebrauten Bieres. Doch wer nun glaubt, damit würde die Tradition fortgesetzt, der sieht sich getäuscht. Im frühen 18. Jahrhundert hatte das Märzen noch eine Stammwürze von 15 %, also etwas weniger als ein Bockbier, und galt als ein edles Bier. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch die österreichische Regierung eine Preissenkung für Bier angeordnet, damit auch die einfachen Arbeiter es sich leisten konnten. Die Brauer gingen unter der Bedingung, dass man den Stammwürzegehalt auf 12 % senken konnte, darauf ein. Doch im Laufe der Zeit spezialisierten sie sich auf billigere und einfachere Biersorten. Der Stil des Märzenbieres wurde, auch wenn sich einige Brauer wieder zurückbesannen, beibehalten. So entstand ein Bier, das sich im Grunde genommen nicht wirklich einordnen lässt. 

In Deutschland ist das Märzen vor allem im Süden immer noch ein Festbier. International betrachtet ist es ein etwas kräftigeres Lagerbier, jedoch für ein international anerkanntes Märzenbier zu schwach.