Es lässt sich immer wieder beobachten, dass Menschen morgens unterwegs ein schnelles Frühstück zu sich nehmen. Denn das erste Mahl ist meistens kurzweilig: In der Woche dauert es im Schnitt nur 15 Minuten, sonntags dagegen fast eine Stunde, ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts Nielsen. Für die meisten Deutschen gehört zumindest Kaffee, Brot und Marmelade in der Früh auf den Tisch. Je weiter südlich es in Deutschland geht, desto deftiger darf das Frühstück ausfallen. Das hat Rainer Werchner, Teammanager der deutschen Koch-Nationalmannschaft, zufolge klimatisch-historische Gründe.
Wurst habe wegen der teuren Gewürze als Zeichen von Wohlstand gegolten - der Norden sei ärmer gewesen und habe sich diese daher seltener leisten können. Bis heute bildet der Weißwurst-Äquator die Grenze. "Wurstgegenden" sind Sachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Legendär ist die bayerische Weißwurst, serviert mit süßem Senf, Brezen und Bier. Sie ist einzigartig in Deutschland. "Ausländer glauben, das sei ein deutsches Frühstück, wie es sein muss", sagt Werchner.


Am Sonntag gibt es Brötchen

Dabei gibt es durchaus noch andere typische Zutaten zum Frühstück: Brötchen etwa - der Sonntag ist nach der Erfahrung der Bäcker der typische Tag dafür. Weil mehr Zeit sei, gehen die Leute zum Brötchen holen, sagt Amin Werner vom Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks in Berlin. Je nach Region heißen sie unterschiedlich: So liegen in Berlin Schrippen, in München Semmeln oder in Hamburg Rundstücke im Körbchen.
Zur Feier des Tages gönnen sich manche Körnerbrötchen und regionale Spezialitäten wie Salzkuchen in Berlin oder mit Zimt und Zucker bestreute Franzbrötchen in Hamburg. Der Trend zu Bio hat sich bei Brot und Brötchen bislang nicht durchgesetzt. Er macht nur drei Prozent des Umsatzes aus.


Morgens energiereich frühstücken

Wer mit dem richtigen Frühstück in den Tag startet, ist leistungsfähiger. Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln empfiehlt morgens ein Frühstück mit viel Energie, das heißt Kohlenhydrate und etwas Fett - Vollkornbrot mit Käse etwa. Dadurch bekomme der Körper die nötige Energie für den Tag. Mittags sollte es viel Gemüse oder Obst sein. Abends ist erneut eiweißhaltige Kost wie Omelett und Fisch angesagt. Denn in der Nacht stehen Reparaturprozesse vom Organismus an, die von den im Eiweiß enthaltenen Aminosäuren unterstützt werden.


Deutsche frühstücken herzhaft

Die Mehrheit der Deutschen startet mit einem Frühstück in den Tag. Laut einer Umfrage im Auftrag des Süßwarenherstellers Ferrero nehmen 76 Prozent der Bundesbürger regelmäßig am Morgen die erste Mahlzeit zu sich. Dabei bevorzugen die meisten der Frühstücker (57 Prozent) etwas Herzhaftes, nur bei 38 Prozent kommen Marmelade oder Honig auf Brot oder Brötchen. Seltener werden Obst (12 Prozent), Müsli (9 Prozent) und Cornflakes (4 Prozent) gegessen. dpa-mag