• Die Deutschen und ihr Bier
  • Mythen über Bier - was stimmt und was nicht?
  • Die Vielfalt der Biersorten durch die Arbeit der Bierbrauer

Bei einer Studie zum Bierkonsum der Europäer aus dem Jahr 2020 kam heraus, dass die Deutschen einen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 94,6 Litern Bier haben. Das ist hoch. Aber zählen sie damit zu den Spitzenreitern? Das, und 10 weitere Mythen zu Bier haben wir überprüft.

Sinkt die Anzahl der Bierbrauer?

In Deutschland wächst die Anzahl der Braustätten. Während es  im Jahr 2015 noch 1.411 Brauereien gab, ist die Zahl der betriebenen Braustätten 2020 auf 1.528 gestiegen. Mit eingerechnet sind große Brauereifirmen, die mehrere Braustätten besitzen.

Einige Jungbrauer*innen wagten in den letzten Jahren die Selbstständigkeit und gründeten erfolgreich individuelle Brauer-Start-Ups. Sie brachten frischen Wind und erfreulich viele neue Sorten in die traditionelle Bierlandschaft. Sei es mit kreativen Ideen für leckere Craft-Biere oder mit Rohstoffen aus ökologischer Landwirtschaft oder schicken Flaschendesigns - sie erregten deutschlandweit die Aufmerksamkeit, kurbelten den Bierumsatz an und sorgten für ein Revival und neues Ansehen der Bierkultur.

Bier hat keine Nährwerte?

Bier besteht aus Hopfen, Malz und natürlicher Brauhefe, die dir Kalzium, B-Vitamine, Magnesium, Kalium und Phosphor liefern. Doch ist die Menge zu gering, um sich auf den Elektrolythaushalt des Körpers auszuwirken. Eine gesunde Ernährung ersetzt Bier nicht. Bier kann gesundheitsförderlich sein: Es beeinflusst den Blutdruck positiv. Grund dafür ist der niedrige Natriumgehalt. Ähnlich wie Wasser und Tee hat Bier einen harntreibenden Effekt. In kleinen Mengen wirkt es beruhigend und fördert den Schlaf.

Macht Bier dick?

Bier enthält pro 100 ml durchschnittlich ca. 40-60 kcal, je nach Biersorte. Manche leichte Sorte hat sogar deutlich weniger. Bier liegt in seinem Energiewert unter Wein, Sekt oder gesüßten Getränken. Es kommt auf die Menge Bier an, die du zu dir nimmst. Trinkst du zu deinen reichhaltigen Mahlzeiten viel Bier, wird das goldene Braugetränk womöglich dazu beitragen, deinen Körperumfang zu vergrößern. Daher solltest du mit Bedacht konsumieren.

Bier hat eine appetitanregende Wirkung. Alkohol und Kohlensäure regen die Produktion von Magensäure an. Das aufkommende Hungergefühl motiviert, erneut etwas zu essen oder noch ein Bierchen zu trinken. Unbemerkt kommt es so zu einer erhöhten Kalorienaufnahme. 

Frauen mögen kein Bier?

Die weitläufige Annahme, dass Damen kein Bier mögen, ist nicht wahr. Vielmehr ist es eine individuelle Geschmackssache und von Frau zu Frau unterschiedlich. Während manche Frauen sich mit dem deutlichen Bittergeschmack des Hopfens nicht so gut anfreunden können, bevorzugen andere herbe Biere sogar.

Für einen Teil der Frauenwelt ist das Ausprobieren von Biersorten ein freudiger Trend geworden. Sie finden Gefallen z.B. an fruchtigen oder hopfenbetonten Pales. Auch auf die Geschmackserlebnisse von dunklen Stouts oder Craftbeer lassen sich manche gerne ein, meint Mitgründerin der Berlin Beer Academy und Bier-Sommeliér Sylvia Kopp. Nach ihren Erfahrungen mögen Frauen ein sinnliches Erlebnis und legen Wert auf ein ansprechendes Bouquet, Geschmack und Textur des Bieres.

Dunkles Bier hat mehr Alkohol?

Je nach Vermälzung des Getreides, entstehen helle, dunkle, rauchige oder karamellige Malzarten. Die Braumeister wählen aus vielzähligen Malzarten die passende Komponente aus, um sie anschließend mit geschicktem Handwerk in jene Bierprodukte zu verwandeln, die ihrem gewünschten Aroma und der typischen Verfärbung entsprechen.

Die Farbe des dunklen Biers kommt also durch die Inhaltsstoffe zustande. Es werden verschiedene Malzarten (darunter geröstetes Malz) verwendet, was dem Bier seine schwarze Tönung  gibt und ihm den bitterlichen Geschmack verleiht. Einfluss auf den Alkoholgehalt nimmt das aber nicht.

Ein gut gezapftes Bier benötigt 7 Minuten?

Wer einmal in einer Gastronomie gearbeitet hat, weiß, dass ein frisch gezapftes Bier seine Zeit braucht, um sich perfekt zu entfalten. Ein Zapfvorgang von 7 Minuten ist aber zu lang. Das Bier wird warm und verliert zu viel an Kohlensäure. Der Trick ist: Du nimmst ein sauberes und kalt ausgespültes Glas, lässt das Bier schräg aus dem Zapfhahn ins Glas fließen und stellst es knapp zwei Drittel voll ab. Dann setzt sich der Schaum. Zum Schluss zapfst Du eine wunderschöne Schaumkrone nach, die aussieht wie eine Wolke aus Zuckerwatte. 

Bier auf Wein, das lass sein?

Beim Alkohol kommt es auf die Menge an und nicht auf die Reihenfolge. Wer an einem Abend unterschiedliche alkoholische Getränke verzehrt, verkennt häufig die insgesamt eingenommene Alkoholmenge. Die Anzahl der getrunkenen Gläser erhöht sich, wenn man durcheinander konsumiert. Trinkt man dagegen die gleiche Sorte Alkohol, gewöhnen sich die Geschmacksnerven der Zunge daran. Deren Sättigung trägt dazu bei, insgesamt weniger zu trinken.

Wer dennoch verschiedene Alkoholika am Abend verköstigen will, sollte zwischen den alkoholischen Getränken ausreichend Wasser trinken. Dann wird es für den Körper verträglicher und der Kater am nächsten Morgen, verläuft deutlich milder.

Ist es egal, aus welchem Glas das Bier getrunken wird?

Damit die biertypischen Aromen gut zur Geltung kommen, sollte mit dem richtigen Glas gezapft werden. Ein Pils wird in einem Tulpen- oder Flötenglas eingeschenkt. Weizen gehört in ein sich nach oben blähendes Glas, während Biersorten, die ein wuchtigeres Aroma haben, sich am besten in Gefäßen entfalten, die nach unten bauchig werden. Bierkenner wissen, dass Bier mit dem richtigen Glas ausgestattet wird.

Die Deutschen sind Europameister im Biertrinken?

Bei einer Studie über Bierkonsum der Europäer aus dem Jahr 2019 kam heraus, dass die Deutschen einen jährlichen pro Kopf Konsum von ca. 100 Litern Bier haben. Das ist hoch. Aber sie zählen nicht zu den Spitzenreitern. Die Tschechen tranken im Durchschnitt 142 und die durchschnittliche pro Kopf Menge der Österreicher lag bei 107 Liter. Damit belegt Deutschland immerhin Platz 3

Europäische Meister sind die Deutschen eher im Bierbrauen. Für den heimischen Markt und für den internationalen Export hat die deutsche Bierindustrie eine jährliche Bierproduktion von knapp 92 tausend Hektolitern (Stand 2019). Auch ihr Angebot an verschiedenen Biermarken, ist beachtlich.

Die Biersorten werden weniger?

Früher wurde in Deutschland hauptsächlich Pils, Hefe oder Helles gekauft. Pils ist immer noch der größte Exportschlager. Doch heutzutage werden vielfältige Sorten und Erscheinungsformen gebraut und getrunken. Darunter: Schwarzbier mit seinen starken Röstaromen, Kaffee- und Kakaonoten; Weizenbock mit fruchtiger oder Sherry-Würze. Auch mildes Eisbockbier, herb-frisches Alt, naturtrüb-hefeblumige Biere, Rauchbier, schwarzer Stout, fein fruchtiger Porter, frisches Pale Ale, oder der Zwickel mit seiner blumigen Hefenote... Die Liste der Biersorten ist lang und der Mythos, die Anzahl der Brauereien und Biersorten sinke, eindeutig ein Irrtum. 

Die Vielfalt der Biersorten durch die Arbeit der Bierbrauer

Der Biermarkt der Deutschen wird dynamischer und immer abwechslungsreicher. Auch hopfen-betonte und aromaintensive Bierspezialitäten, wie die neuen „Craftbiere“, bereichern die Vielfalt. Sie werden überwiegend nach dem fast 500 Jahre alten Reinheitsgebot gebraut. Je nach Getreide-Zutat,  Malz-Variante und Braukunst, existieren in Deutschland nahezu 5500 Typen an Biergetränken und verschiedenen Geschmacksvarianten.  


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Mit Kreativität und Qualität führen die Brauer den ungebrochenen Aufschwung der Bierkreationen fort. Durch das breite Wissen über Zutaten und Produktion, Erfahrung im Brauhandwerk und durch ihre Freude an kreativer Entwicklung, rufen Braumeister das richtige Geschmackserlebnis des Bieres hervor. Und viele von ihnen sorgen mit Leidenschaft dafür, dass Bier nicht gleich Bier ist.

Der Beruf des Brauers und des Brauerhandwerks ist nach wie vor gefragt. Die Ausbildung verläuft in dualer Form. Wer ausgebildet ist, kann, laut Brauerbund, mit den besten Karrierechancen im In- und Ausland rechnen oder aufbauende Lehr- und Studiengänge belegen, um sich zu spezialisieren. Die Nachwuchsförderung spielt besonders in familiengeführten und mittelständischen Brauereien eine große Rolle. In der Bierbranche arbeiten aktuell ca. 27.000 Beschäftigte. Außer im spannenden Aufgabenfeld der Bierbrauer gibt es in der Bierindustrie auch viele Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb, Verwaltung oder Marketing, die sich für das Kulturgut engagieren.

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