Der Griff zu Supermarktprodukten ist bequem, günstig und für viele kaum wegzudenken. Doch was viele nicht ahnen: Bestimmte Zusatzstoffe könnten unserer Darmgesundheit ernsthaft schaden. Und sie stecken in vielen Produkten, die in den meisten deutschen Haushalten vorrätig sind. 

Laut einem Bericht des britischen Nachrichtenportals BBC stehen sogenannte Emulgatoren im Verdacht, das Mikrobiom im Darm negativ zu beeinflussen. Emulgatoren sorgen dafür, dass Öl und Wasser sich verbinden - sie machen bestimmte Produkte cremig, halten sie feucht oder machen sie streichfähig. Das Mikrobiom – also das Zusammenspiel aller Mikroorganismen in unserem Darm - ist entscheidend für unsere Gesundheit. Wer wenig Vielfalt im Darm hat, sei anfälliger für Entzündungen und chronische Erkrankungen - wer viel hat, lebe sogar länger, berichtet die BBC. 

Schockierende Studien: So beeinflussen Emulgatoren den Darm 

Melissa Lane, Ernährungsepidemiologin an der Deakin University, beschreibt das Mikrobiom gegenüber der BBC wie einen Wald: Je mehr verschiedene Mikroben darin leben, desto widerstandsfähiger sei der Körper gegenüber Krankheiten. Das Problem: Bestimmte Lebensmittel scheinen genau diese Vielfalt zu reduzieren. Und das, obwohl sie in vielen Haushalten täglich auf dem Tisch landen. Sie führen einer Meta-Studie von Lane und Kollegen ersten Erkenntnissen zufolge tatsächlich zu "Veränderungen des Darmmikrobioms und verstärkten Entzündungsreaktionen". 

In einer Studie unter der Leitung von Benoit Chassaing vom Institut Pasteur in Paris seien Mäusen niedrige Dosen zweier weitverbreiteter Emulgatoren verabreicht worden. Das Ergebnis sei alarmierend gewesen: Die Darmbakterien hätten sich näher an die Darmwand bewegt, was zu Entzündungen und Krankheitsanzeichen geführt habe. Normalerweise schütze eine Schleimschicht im Darm die Wand vor den Bakterien – werde diese Schicht angegriffen, könnten chronische Entzündungskrankheiten entstehen. Mäuse, die ohnehin bereits zu Darmproblemen neigten, hätten unter noch stärkeren Entzündungen gelitten, berichtete die BBC

"Tatsächlich haben verschiedene Studien gezeigt, dass Lebensmittelzusatzstoffe die Darmgesundheit beeinträchtigen können, indem sie die Darmflora modulieren und Darmentzündungen verstärken", erklärt Tyler Seto von der McMaster University im kanadischen Hamilton. Eine Einschränkung gibt es allerdings: "Derzeit wird der Großteil dieser Forschung an Tiermodellen durchgeführt, was wesentliche Änderungen von Leitlinien und politischen Maßnahmen erschwert", so Seto. Dies müsse sich ändern, um dem dringlichen Thema noch näher auf die Spur zu kommen. 

Diese 5 Alltags-Lebensmittel enthalten Emulgatoren – Forscher warnen

1. Margarine: Margarine besteht zu großen Teilen aus pflanzlichen Ölen und Wasser – zwei Zutaten, die sich von Natur aus nicht verbinden. Damit das Ergebnis trotzdem streichfähig bleibt, kommen fast immer Emulgatoren zum Einsatz. Wer täglich Margarine aufs Brot streicht, führt seinem Darm regelmäßig Zusatzstoffe zu, die laut aktueller Forschung die schützende Schleimschicht im Darm angreifen können.

2. Fertigsoße: Ob Burgersauce, Grillsoße oder Hollandaise aus dem Tetrapak: Fertigsoßen sind vollgepackt mit Emulgatoren, Verdickungsmitteln und Aromen. Sie sorgen für Konsistenz und lange Haltbarkeit. Genau diese Kombination verschiedener Zusatzstoffe besorgt Forscher: Mehrere Stoffe zusammen könnten den Darm stärker belasten als jeder Stoff für sich allein. 

3. Fertigkuchen: Ein Muffin aus der Plastikverpackung bleibt dank Emulgatoren wochenlang weich - länger als jedes selbst gebackene Stück. Laut BBC ergab eine kleine klinische Studie mit Morbus-Crohn-Patienten, dass jene, die Emulgatoren weitgehend mieden, dreimal häufiger eine Linderung ihrer Crohn-Beschwerden erlebten als die Vergleichsgruppe. Ein Hinweis darauf, dass der Verzicht auf emulgatorenreiche Produkte wie Fertigkuchen für den Darm einen echten Unterschied machen könnte.

4. Schokolade: Industriell hergestellte Schokolade enthält fast immer Sojalecithin - einen der am häufigsten eingesetzten Emulgatoren überhaupt. Er sorgt dafür, dass Kakao, Zucker und Fett eine glatte Masse bilden. Wer täglich zu Tafelschokolade greift, nimmt darüber kontinuierlich Emulgatoren zu sich.

5. Fertigeis: Die samtige Textur von Industrieeis ist das Werk von Emulgatoren. Ohne sie würde Eis nach dem Auftauen körnig werden – mit ihnen bleibt es formstabil, enthält aber Substanzen, die das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen könnten.

Darm-"Cocktailproblem": Warum niemand genau weiß, wie gefährlich es ist

Trotz wachsender Beweise gibt es laut BBC bislang keine offiziellen Empfehlungen, Emulgatoren zu meiden. Der Grund: Es gibt zu viele verschiedene Zusatzstoffe – und die Wissenschaft weiß noch nicht, welche davon wie stark schaden. Möglicherweise sei es erst die Kombination mehrerer Stoffe, die dem Darm schade. Forscher nennen das den "Cocktaileffekt".

Dabei werden Emulgatoren vor ihrer Zulassung durchaus geprüft – allerdings nur auf Giftigkeit und DNA-Schäden. Beides sei unbedenklich, so Chassaing gegenüber der BBC. Was niemand bisher getestet habe: die direkte Wirkung auf das Mikrobiom. Erste Laborversuche an menschlichen Zellen deuten zudem darauf hin, dass mehrere Zusatzstoffe zusammen mehr Zellschäden verursachen könnten als jeder Stoff für sich allein.

In einer Studie, über die die BBC  berichtet, verglichen Wissenschaftler zwei Gruppen über drei Wochen. Beide aßen ähnlich viele Kalorien - eine Gruppe ernährte sich von Fertigprodukten, die andere von frisch zubereiteten Mahlzeiten. Das Ergebnis: Die Darmflora der Fertigkost-Gruppe sei deutlich weniger vielfältig gewesen, die Teilnehmer hätten häufiger unter Verstopfung und Bauchschmerzen gelitten.

Was du konkret tun kannst, um den Darm zu schützen: Diese Faustregel beachten 

Die gute Nachricht: Es braucht keine radikale Ernährungsumstellung. Ein paar einfache Gewohnheiten reichen, um den Darm zu entlasten. Die wichtigste Faustregel: Je kürzer die Zutatenliste, desto besser. Wer die Zutatenliste liest, sollte auf E-Nummern achten – dahinter verbergen sich Lebensmittelzusatzstoffe. Selbst gekochte Soße, hausgemachter Kuchen oder Handwerksschokolade sind automatisch ärmer an Emulgatoren als ihre Fertig-Pendants. Allerdings verbergen sich auch hinter anderen Begrifflichkeiten häufig E-Stoffe. Dazu zählen Zutaten wie Johannisbrotkernmehl (E 410), Xanthan (E 415), Lecithin (E322), Pektin (E 440) und Kaliumphosphat (E 340). 

Eine ausgewogene Ernährung muss dabei nicht kompliziert sein – manchmal reicht schon ein Blick auf die Zutatenliste, um die schlimmsten Produkte zu meiden. Wer seinen Darm schützen möchte, sollte auch wissen: Pflanzliche Ernährung ist nicht automatisch gesund. Falsch zusammengestellt kann sie sogar Darmentzündungen begünstigen und das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen. Und auch beim Thema Krebs lohnt sich ein Blick auf aktuelle Forschung: Eine neue Studie zeigt, wie stark Milch vor einer verbreiteten Krebsart schützen kann – ein überraschender Befund, der bisherige Annahmen herausfordert.

Die Botschaft ist klar: Wer seinem Darm etwas Gutes tun will, sollte so wenig Fertigprodukte wie möglich essen - nicht aus Fanatismus, sondern weil die Forschung immer deutlicher zeigt, dass es einen Unterschied macht.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

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