Das relativ kühle Wetter war nach der großen Hitze für die Natur ein wahrer Segen. So können sich jetzt viele Pflanzen bei diesen Temperaturen erholen. Der bisherige Regen ist aber leider nur oberflächlich in den Boden eingedrungen. Im letzten Jahr bekamen bei der großen Hitze um diese Zeit viele Beerenfrüchte einen Sonnenbrand und schmeckten dann bitter. Bei sehr warmen Temperaturen erstarrt zudem das Wachstum.


Rosen lieben kurze Tage

Bei Rosen ist es angebracht, das Verblühte an den Trieben nicht nur oben zu entfernen, sondern mit dem Schnitt zwei bis drei Blattachseln weiter nach unten zu gehen. Der neue Austrieb ist dadurch kräftiger. Somit können die öfter blühenden Rosen noch einmal fast in ganzer Pracht im Spätsommer und bis in den Herbst hinein erstrahlen. Die Königin der Blumen liebt nämlich den Kurztag und setzt im Langtag das Blühen aus.


Sommersonnenwende steht an

Der längste Tag des Jahres ist schon am 21. Juni. Damit beginnt nach dem Kalender erst der Sommer. Die veränderliche Tageslänge im Jahresverlauf hat einen starken Einfluss auf die Blütenbildung. So sind Fuchsien und Rittersporn zum Beispiel Langtagspflanzen. Das heißt, sie legen erst bei einer Tageslänge ab etwa 14 Stunden Blüten an. Kopfsalat und Spinat fangen dabei als Langtagspflanzen an zu schießen, sofern es sich nicht um spezielle Sommersorten handelt. So kommen Langtagspflanzen in den Tropen nicht zum Blühen, da die erforderliche Tageslänge wie bei uns im Sommer nie erreicht wird.

Kurztagspflanzen blühen im Herbst oder im Frühjahr. So braucht die Herbstchrysantheme zur Blütenbildung lange Nächte. Ihre Blütezeit ist deshalb auch im Spätsommer und Herbst. Durch ein zusätzliches Beleuchten oder Verdunkeln kann man die Tageslänge in den Gärtnereien künstlich beeinflussen und somit viele Pflanzen wie Weihnachtssterne in ihrem Blühverhalten steuern. Es gibt aber auch tagneutrale Pflanzen, die unabhängig von der Tageslänge blühen können. Für viele Gemüsearten und Salate beginnt nach der Sonnenwende die Saison erst richtig.


Johanniskraut blüht

Rechtzeitig zur Sommersonnenwende blüht das Johanniskraut. Es wird auch Tüpfelhartheu genannt, weil es durch das eingebaute Öl in den Blättern lauter kleine Flecken hat. Aus dem zerquetschen Blüten kann man durch Übergießen mit Olivenöl ein Johanniskrautöl erstellen. Es färbt sich dabei rot. Es wird in kleinen Mengen eingenommen und wirkt wie der Tee bei Galle-, Magen- und Leberbeschwerden. Auch äußerlich kann das Johanniskrautöl zum Einreiben auf Wunden, Prellungen, Stauchungen und sogar bei Rheuma mit Erfolg angewendet werden.

Natürlich kann man die Blüten auch als Tee frisch oder getrocknet zubereiten. Nach dem Einnehmen von Johanniskraut sollte man aber die Sonne meiden, da dann die Lichtempfindlichkeit erhöht ist. Menschen, die Schilddrüsenhormone nehmen, können sehr sensibel auf dieses Kraut reagieren. Dann wirkt es nicht beruhigend, sondern fördert die Unruhe und das Herz schlägt schneller.