Nürnberg
Leckeres aus dem Garten

Tomaten: So gelingt der eigene Anbau im Garten

Selbst angebaute Tomaten sind häufig geschmacklich viel aromatischer und leckerer als die Tomaten aus dem Supermarkt. Das liegt nicht nur an der Liebe, die man während des Anbaus in die Pflanze steckt sondern auch an der längeren Reifezeit. Zudem unterstützt man mit dem Eigenbau die Umwelt. Wir zeigen Ihnen heute worauf es ankommt, dass Ihre Tomaten ein intensives Aroma bekommen, von welchen alten Sorten man profitieren kann und geben Tipps und Tricks zum Anbau.
Selbst angebaute Tomaten schmecken nicht nur besser, sondern unterstützen auch die Umwelt. Wir zeigen Ihnen wie der Anbau von aromatischen Tomaten einfach gelingt. Bild: danielcgold/ unsplash.com
Kostenfreie Garten-App
Jetzt installieren
Tipps für Garten & Balkon lesen!

Gemüse selbst anzubauen macht nicht nur Spaß und ist geschmacklich aromatischer, sondern unterstützt zudem auch die Umwelt. Tomaten aus dem Supermarkt kommen häufig aus den Niederlanden oder Spanien und müssen somit mit dem Lkw nach Deutschland transportiert werden. Die Gewächshäuser werden häufig beheizt und der Wasserverbrauch beim Anbau ist enorm. Das Thema Selbstversorgung mit Gemüseanbau im Hochbeet, im Garten oder auf Balkon und Terrasse wird immer beliebter.

Denn dadurch, dass die Tomaten beim heimischen Anbau auch mehr Zeit zum Reifen haben, ist der Geschmack viel intensiver und aromatischer als bei konventionellen Tomaten aus dem Supermarkt. Vor allem ältere Sorten, die einen individuellen Geschmack und eine ganz neue Aromatik mitbringen, findet man im Supermarkt nicht. Dabei ist ein erfolgreicher Anbau gar nicht so schwer, wir haben fünf essentielle Tipps für Sie zusammengefasst: 

Tipp #1: Standort & Boden

Für intensiv aromatische Tomaten benötigt man eine gute Basis. Dazu zählt ein durchlässiger, humusreicher,  und vor allem nährstoffreichen Boden. Da Tomaten Starkzehrer sind, ziehen sie besonders viele Nährstoffe aus dem Boden. Daher sollte man bei der Bodenvorbereitung darauf achten ausreichend Kompost oder ökologischen Tomatendünger mit einarbeiten um so eine Grundversorgung an Nährstoffen für die Tomaten zu sichern.

Tomaten kann man sowohl im Freiland, in Kübeln oder im Gewächshaus anpflanzen. Grundsätzlich brauchen Tomaten viel Platz, also sollte man beim Einpflanzen auf genügen Abstand und Platz achten. Will man Tomaten in Töpfen, Kübeln oder Pflanzsäcken anbauen, sollte  man Pflanzgefäße mit mindestens 10 bis 20 Liter Fassungsvermögen wählen fassen. Im Gewächshaus oder auf dem Beet sollte der Abstand zwischen den Pflanzen rund 50 Zentimeter betragen. Tomaten haben zudem ungern nasse Füße. Beim Anbau in Pflanzgefäßen sollte man deshalb darauf achten, dass Gieß- oder Regenwasser gut ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. 

Am besten eignet sich ein sonniger, warmer und Wettergeschützter Standort. Empfehlenswert ist zudem eine Überdachung für Tomaten, die im Freiland angebaut werden, denn Tomaten mögen keine Bewässerung von oben. Damit die Pflanzen auch noch stabil stehen können, wenn sie bereits Früchte tragen, sollte man den Pflanzen eine Rankhilfe als Stütze anbieten. 


Hier gibt's höhenverstellbare Rankhilfen für Ihre Tomaten

Tipp #2: Die richtigen Sorten

Bei der Auswahl der passenden Tomatensorte greifen viele Hobbygärtner inzwischen gerne auf alte Sorten zurück. Bei der Auswahl ist es jedoch wichtig, auf samenfeste Sorten zu achten. Denn nur sie lassen sich sortenrein durch Aussaat vermehren, sodass man die gleichen Tomaten problemlos erneut ziehen kann.

Samenfeste Sorten sind aus der klassischen Auslesezüchtung entstanden, das heißt, dass nur die Samen der besten Sorten gesammelt und im nächsten Jahr wieder ausgesät wurden. In der klassischen Landwirtschaft werden hingegen häufig sogenannte F1 Sorten verwendet. Diese unterscheiden sich kurzgefasst in der Genetik dadurch, dass zwei reinerbige Elterngenerationen  von Tomatenpflanzen miteinander gekreuzt werden, um homogene Sorten mit guten Eigenschaften zu erzielen. Wichtige Eigenschaften sind beispielsweise ein relativ gleichzeitiger Reifezeitpunkt und ungefähr gleich große Früchte.

Im eigenen Garten ist der Ertag zwar auch wichtig, allerdings haben die Pflanzen mehr Zeit um zu reifen und man freut sich schließlich auch über kleinere Früchte. Daher lohnt es sich, beim Tomatenanbau auch auf alte, samenfeste Sorten zurückzugreifen, da man mit dem Kauf auch den Erhalt des Saatguts unterstützt. Hat man kein Gewächshaus zur Verfügung, empfiehlt es sich, geeignete Sorten für das Freiland zu wählen, die toleranter gegen die Kraut- und Braunfäule sind. Tolle samenfeste Sorten sind beispielsweise:

  • Ochsenherztomate
  • Yellow Giant
  • Green Zebra
  • Black Cherry
  • Goldene Königin
  • Mexikanische Honigtomate

Viele Gärtnereien bieten inzwischen samenfestes Saatgut aber auch bereits vorgezogene alte Sorten an. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf im Internet einfach mal bei Ihrer lokalen Gärtnerei. 

Extra Tipp: Pflanzen man nicht nur eine, sondern gleich mehrere Tomatensorten an, kann man eine große Vielfalt an Früchten von Kirsch- bis hin zu Fleischtomaten ernten. Die Früchte lassen sich später vielseitig verwenden

Übrigens: Der Gemüseanbau gelingt auch prima auf dem Balkon! Alles rund um das Thema Naschbalkon gibt es hier!

Tipp #3: Aussaat und Pflanzung

Tomatensamen benötigen zur Keimung Wärme und Licht. Es empfiehlt sich daher erst Mitte bis Ende März auszusäen, da die Tomaten so nicht so schnell vergeilen. Obwohl Tomaten Starkzehrer sind, sollte die Aussaat in nährstoffarmer Erde erfolgen. So bilden die zarten Pflänzchen kräftigere Wurzeln aus, da sie aktiv nach Nährstoffen suchen müssen. Sobald sich etwa 3-4 Blättchen gebildet haben, kann die erste Dünung erfolgen. Gut geeignet ist dafür die halbe Konzentration eines organischen Gemüsedüngers, der über das Gießwasser zugefügt wird. Das wiederholt man etwa alle zwei Wochen bis die Jungpflanzen schön kräftig geworden sind.
Ab diesem Zeitpunkt kann man die Pflanzen auch pikieren und in einzelne Töpfe setzen. Wenn es bereits nicht mehr so kalt ist, kann man die Pflanzen auch tagsüber schon nach draußen stellen. Durch den Wind und die Wetterbedingungen gewinnen sie nochmal extra an Stärke.
Aber Vorsicht: Sie sollten nicht direkt in der prallen Sonne stehen, weil die noch empfindlichen Blätter schnell Verbrennungen erleiden können.

Alle Gartenbegriffe einfach erklärt
Jetzt das Garten-ABC in der kostenfreien Garten-App entdecken!

Jungpflanzen kann man etwa ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) ins Freiland setzen. Dabei pflanzt man die jungen Tomaten möglichst tief ein, so können sich am Stängel Adventivwurzeln bilden und die Pflanze hat einen besseren Stand.  Sollte nach dem Einpflanzen noch Frost drohen, können die Pflanzen mit Tomatenvlies abgedeckt werden. Nach dem Einsetzen in Gemüseerde sollte man mit der nächsten Düngung etwa 3 Wochen warten, da die frische Erde ja bereits Nährstoffe enthält. Danach kann wieder in normaler höhere Konzentration weitergedüngt werden.

Tipp #4: Die richtige Pflege

Eine regelmäßige Düngung ist bei Tomaten das A und O! Die Pflanzen brauchen große Mengen an Nährstoffen in Form von Dünger. Doch zu viel davon schadet den Pflanzen.  Generell gilt: lieber regelmäßig in normaler Konzentration als hin und wieder zu viel. Pro Quadratmeter oder pro Pflanze im Topf kann man mit drei Liter Kompost oder Flüssigdünger plus 150 Gramm Hornspäne oder -mehl im Jahr rechnen.  Pflanzen, die während des Wachstums regelmäßig gedüngt wurden sind kräftiger, größer und vor allem ertragreicher als Pflanzen, die nicht gedüngt wurden.

Hier finden Sie hochwertigen Flüssigdünger

Neben der regelmäßigen Düngung empfiehlt es sich die Tomaten in der Wachstumsphase auszugeizen. Da die Vegetationsperiode in er Regel kurz ist und die Pflanze ihre volle Kraft zur Fruchtbildung nutzen soll, sollte man regelmäßig ausgeizen, also die Seitentriebe in den Blattachseln des Hauptsprosses entfernen.  So konzentriert sich die Tomate auf die Fruchtbildung an einer Sprossachse.
Auch die Blätter unter den untersten Früchten sollten entfernt werden, damit die Luft besser zirkulieren kann. 

Beim regelmäßigen Gießen der Tomaten, sollte man darauf achten, dass kein Spritzwasser auf die Blätter kommt, denn dort bildet sich sonst schnell mal Kraut- und Braunfäule. Die Wurzeln der Tomatenpflanzen sollten weder austrocknen noch in Staunässe stehen. 

Tipp #5: Der richtige Umgang mit Schädlingen und Krankheiten

Die bekannteste Krankheit bei Tomaten ist die Kraut- und Braunfäule. Um ihr entgegenzuwirken sollte man die Pflanzen nur von unten gießen und sie vor Regen schützen. Bei Befall rollen sich die Blätter ein und werden schwarz, später werden die Früchte braun und faulen.

Lesen Sie auch:

Braune Stellen an den Früchten kann aber auch auf Blütenendfäule hindeuten. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Mangelerscheinung. Der Pflanze fehlt der Nährstoff Kalzium. Für einen gesunden Kalziumhaushalt sollte man regelmäßig in normaler Konzentration düngen. 

Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben entfernt man am einfachsten mit Nützlingen. Einen ausführlichen Artikel zum Thema Nützlinge im Garten finden Sie hier

Ernte und Lagerung

Tomaten werden an ihrem grünen „Hut“ geerntet. Dieser hat eine Sollbruchstelle und die Früchte lassen sich so einfach ablösen. Am intensivsten schmecken Tomaten wen sie an der Pflanze voll ausgereift sind und intensiv duften.
Im Herbst kann es vorkommen, dass einige Tomaten noch grün sind. Man kann sie dennoch ernten und sie im Haus, an einem dunklen Ort nachreifen lassen. Neben einem Apfel reifen sie besonders schnell, da Äpfel ein reifebeschleunigendes Gas abgeben. 

Leckere Rezeptideen und Inspiration rund um das Thema Tomatenverarbeitung finden Sie bei fraenkische-rezepte.de

Das Rezept für die Tomatensoße und viele weitere gibt's hier!

Wo man Tomaten am besten lagert und ob sie im Kühlschrank wirklich länger frisch bleiben erfahren Sie hier...

Das bedeutet der Einkaufswagen: Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis.
Im Sinne der Nachhaltigkeit und zur Unterstützung der lokalen Gärtner zeigen wir keine Angebote zu Samen, Setzlingen oder Pflanzen. Bitte nutzen Sie dafür das reichhaltige Angebot und die Fachberatung Ihrer Gärtnerei.