Wenn der Sommer sich seinem Ende entgegen neigt, nutzen nicht nur Natur und Tiere den Herbst, um sich auf den kommenden Winter vorzubereiten. Auch Hobbygärtner tun gut daran, an den Herbsttagen die Ärmel hochzukrempeln, denn es gibt viel zu tun. Je nachdem, was im Garten wächst, sind einige Vorbereitungen zu treffen, um sein Fleckchen Erde im nächsten Jahr richtig genießen zu können.
Beim Rasen gilt es, ab September den stickstoffbetonten Dünger in der Gartenhütte zu belassen. Eine kalibetonte Düngung kann in wintermilden Gebieten hingegen noch im Oktober erfolgen. Um Schneeschimmel vorzubeugen, einer Rasenkrankheit, die unschöne grau-braune Flecken verursacht, sollte der Rasen vor dem eigentlichen Winter kurz gemäht werden.
Im Gemüsegarten empfiehlt es sich, im September abgeerntete Beete mit sogenannten Grüneinsaaten zu bestellen, auch bekannt als Gründüngerpflanzen, wie Phazelia (auch bekannt als Bienenweide oder Büschelschön) oder Buchweizen. Winterrogen kann auch noch im Oktober ausgesät werden. Grüneinsaaten sind schnellwachsende Pflanzen, die dazu genutzt werden, kahle Stellen im Garten zu bedecken. Der Vorteil liegt auf der Hand: Grünsaaten sammeln über den Winter Nährstoffreste aus dem Boden und bewahren sie für das nächste Frühjahr. Sie schützen und stärken den Boden. Die Pflanzen werden, nachdem sie geblüht haben, sehr flach mit dem Spaten umgestochen oder ausgerissen und kompostiert. Alternativ kann das Umgraben auch kurz vor dem Frosteinbruch erledigt werden. Diese Arbeit bereits im Oktober oder Anfang November zu verrichten, davon rät Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie jedoch ab. Dies führe zu einer erhöhten Freisetzung von Stickstoff und in Folge dessen in den Wintermonaten zu Nitratauswaschungen. Ihr Tipp: "In den lang anhaltenden spätherbstlichen und winterlichen Wochen auf Samenunkräuter achten und diese vor der Samenreife entfernen. Zudem unbedingt die Beete umgraben, die für sehr frühes Gemüse unter Verfrühungsvlies vorgesehen sind." Diese Vliese werden im Frühling über die Beete gespannt und helfen dabei, eine verfrühte Ernte einfahren zu können.


Pflanzen richtig pflegen

Um Gehölz in Form zu halten und um Blüten- und Fruchtbildung zu fördern, müssen die Pflanzen regelmäßig geschnitten werden. Der Schnittzeitpunkt sollte Ausgangs des Winters liegen. Bei Obstgehölz sollte der Schnitt zudem möglichst spät erfolgen. Um frostempfindliches Gehölz vor Temperaturstürzen zu schützen, bietet es sich an, diese anzuhäufeln oder den Wurzelhalsbereich mit Fichtenzweigen zu bedecken. Als Anhäufeln wird das Aufhäufen von Erde rund um den Pflanzenstiel bezeichnet.
Stauden verlieren ihre Blätter über die Wintermonate und behalten so die Nährstoffe im Garten. Aus diesem Grund sollten dürre Stängel stehen gelassen und nur niederliegende Stängelteile entfernt werden. Etwaige Samenunkräuter sollten entfernt werden.
Für Gartenteichbesitzer gilt es, das Herbstlaub aus dem Wasser fernzuhalten beziehungsweise herauszufischen. Das Blattwerk sollte nicht zu Boden sinken. Abgestorbene Wasserpflanzen sollten ebenfalls herausgezogen werden. Um bei Frost eine geschlossene Eisdecke auf dem Gartenteich zu verhindern, bietet sich Schilfrohr oder Rohrkolben an. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Block aus Styropor auf der Oberfläche schwimmen zu lassen.
Hobbygärtner können in ihre Bemühungen auch Tiere, die oftmals in Gärten überwintern, mit einbeziehen und ihnen somit helfen, die kalte Zeit gut zu überstehen. Ein restlos aufgeräumter Garten, der keinen Unterschlupf mehr bietet, ist dabei kontraproduktiv. Verdorrte Stängel von Stauden etwa können Igeln ein Winterquartier bieten. Auch Kompost- oder Reisighaufen sind begehrte Verstecke.
Im Herbstlaub sowie in Polsterstauden sind Nützlinge wie Marienkäfer oder Schlupfwespen anzutreffen. Vögel profitieren von blühenden Stauden als Nahrungsquelle, wenn sie Samen in sich tragen. Eidechsen und Spinnen suchen sich in Steinhaufen oder Trockenmauern ein Plätzchen für den Winter. Wer einem Teil der heimischen Tierwelt also etwas Gutes tun möchte, fängt am besten in seinem eigenen Garten an. konst