Es erscheint immer wichtiger, Naturzusammenhänge zu vermitteln, damit biologische Reaktionen richtig eingeschätzt werden können. Wer einmal einen Einblick in das Leben, Wachsen und Gedeihen unserer Pflanzen- und Tierwelt erhalten hat, der wird dieses Wissen als "Gold" empfinden.

Handeln im Kreislauf der Natur

Er wird sodann den Kreislauf der Natur beobachten und im Garten danach handeln. Das ist im Grunde nicht sehr schwierig. Der biologisch denkende Gärtner freut sich zum Beispiel jetzt über die Herbstfärbung der Blätter. Laub ist somit für ihn kein Abfall, sondern wertvolles organisches Material. Die Natur ist perfekt. Sie muss nicht vom Menschen verbessert werden. In diesem hochkomplexen Kreislauf vom Werden, Sein und Vergehen bietet sich jede Antwort für unser Leben.

Laub als natürlicher Frostschutz und Nahrungsquelle

Die Blätter wirken wie ein warmer Mantel. Sie lassen den Frost nicht so tief in den Boden eindringen. Frühjahrsblüher, wie Winterlinge, Blausternchen, Anemonen Schneeglöckchen, Tulpen und Osterglocken fühlen sich nur unter einer Laubdecke richtig wohl, da sie ohne diesen Schutz sehr schnell abbauen und dann ganz verschwinden.

Die abgeworfenen Blätter sind zudem die Lieblingsspeise der Regenwürmer. Einen besseren Untermieter kann sich der Gärtner nicht wünschen. Eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit für das Laub ist auch die Abdeckung frostgefährdeter Rosen und mediterraner Gewächse.

Auch in Gemüsebeeten ist ein Frostschutz mit Laub auf jeden Fall vorteilhaft.

Blätter als wertvolles Substrat

Laub auf dem Rasen. Selbstverständlich dürfen die Blätter nicht auf den Rasenflächen und Wegen liegen bleiben. Gut ist es, man mäht das Gras noch einmal Anfang November. Mit dem Rasenmäher vermischen sich die abgeschnittenen Grashalme mit den Blättern. Dabei bildet sich ein fein gehäckseltes Substrat, das so besonders gut verrotten kann. Es eignet sich hervorragend zum Abdecken der Blumenbeete. Laub ist also kein Abfallprodukt, sondern sehr wertvoll für jeden Gärtner.

An Winterquartiere für Tiere denken

Viele Menschen reiben sich an einer perfekten Ordnung auf. Es wäre schon viel geholfen, wenn Hobbygärtner 20% im Garten "gerade sein lassen" würden. Dazu gehören zum Beispiel Rückzugsorte für Insekten, Vögel, Eidechsen, Igel, Käfer und Regenwürmer.

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Bäume im Herbst rückschneiden? Oder lieber doch nicht?

Aus aktuellem Anlass wird darauf hingewiesen, dass das Schneiden an Bäumen jetzt im Herbst aufhören sollte. Die Gehölze können in der vegetationslosen Zeit ihre Wunden nicht mehr abschotten. Diese werden dann im Winter Eintrittspforten für Pilze. Eine alte Regel besagt, dass, das Schneiden nur bis zum 20. September möglich ist. In diesem Jahr verzögert sich allerdings dieser Termin, da die Gehölze teilweise ihr Wachstum später abgeschlossen haben.

Einige Autoren von Gartenfachbüchern vertreten aber manchmal eine gegenteilige Meinung. Wahrscheinlich kommen solche Ansichten daher, weil viele Gartenfachbücher aus England kommen.

Hier herrscht aber ein völlig anderes Klima als bei uns in Franken. Vor allem sind die Winter auf der Insel sehr viel milder. Der fachliche Inhalt der Bücher aus England wird meist kritiklos bei den Übersetzungen in die deutsche Sprache übernommen. Bei uns können aber Winter, trotz globaler Klimaerwärmung, noch immer ziemlich kalt werden.

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Lauch, Winterrettich und Möhren nochmal eine Chance geben

Die frühlingshaften Temperaturen zusammen mit genügend Feuchtigkeit haben dazu geführt, dass viele Sommerblumen noch einmal so richtig aufdrehen. Es ist schade, wenn diese zu früh herausgerissen und durch Winterflor ersetzt werden. Viele Gartenbesitzer machen oft voreilige und damit unnötige Arbeiten. Man kann im Garten nicht nach einem starren Zeitplan handeln. In jedem Jahr gibt es andere Vorgaben. So steht auch das Kohlgemüse heuer durch die günstigen Wetterbedingungen der letzten Zeit noch so richtig gut im Wuchs. Auch Lauch; Winterrettiche und Möhren legen noch zu.

Die richtige Zeit einen Nutzgarten anzulegen

Da der Regen den Boden spatentief so richtig aufgeweicht hat, ist es leicht, ein Stück Rasen umzugraben, um darauf im nächsten Jahr ein Nutzgärtchen anzulegen. Die Pflanzen wachsen auf dem "ausgeruhten" Boden in den nächsten Jahren besonders gut. Leider bestehen immer mehr Gärten nur noch aus geschnittenen Hecken und Rasen. Das ist jammerschade, wenn man bedenkt, was aus einem kleinen Stück Land alles anbauen kann. Zumindest sollten Pflücksalat, Petersilie, Schnittlauch, Salbei und andere Gewürzpflanzen im Garten vorhanden sein. Wie schön ist es, seinen Tee aus frischen Kräutern zu machen. Wenn wir unseren Kindern dabei noch beibringen können gesundes Obst und Gemüse selbst anzubauen, verbessern wir auch ihr Verhältnis zum natürlichen Essen und zur Umwelt.

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Über unseren Gartenexperten Josef Schröder: In drei Jahrzehnten als Kreisfachberater für Gartenbau in Lichtenfels hat Jupp Schröder mit fast jedem Gartenproblem schon einmal zu tun gehabt. Sein Lebensmotto lautet auch heute noch: "Wenn man die nötige Geduld aufbringt, stellt sich der Erfolg von selber ein".

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