Empfindliche Pflanzen wurden heuer, bedingt durch das allgemeine trübe Wetter, bis vor wenigen Tagen von Frostschäden verschont. Jetzt aber sieht man bei genauem Hinsehen doch, dass viele Gewächse, leicht braun zu werden beginnen. Die schon kräftige Sonneneinstrahlung der letzten Tage bewirkte in Verbindung mit den Nachtfrösten und dem sehr scharfen Ostwind noch Ende März an manchen Pflanzen Schädigungen. Je länger der Winter anhält, umso anfälliger werden nämlich die Pflanzen.

Ein Anschneiden der Rinde mit dem Messer gibt Auskunft, ob noch Leben in den Trieben vorhanden ist. Bei einer Braunfärbung des Kambiums treibt das Holz mit Sicherheit nicht mehr aus. Ein Rückschnitt erfolgt dann bis zur gesunden grünen Rinde. Deshalb sollte mit dem Schneiden von empfindlichen Gehölzen immer noch gewartet werden, bis das winterliche Wetter wirklich vorbei ist. Durch die Verzögerung des wirklichen Frühlingsbeginns, hat man im Garten noch nicht viel versäumt. Leider "stapelt" sich die Arbeit jetzt immer mehr. Bald wird die Natur das Defizit an Wachstum wieder aufholen.

Boden ist sehr trocken
Der Boden befindet sich jetzt schon in einem trockenen Zustand. Sobald der Frost aus dem Boden ist, sind die immergrünen Pflanzen wie Buchsbäume, Eiben und Kirschlorbeer zu gießen, damit die Wurzelballen richtig durchfeuchtet werden. Diese Gewächse haben auch im Winter, vor Allem aber in den letzten Wochen, durch ihr Laub Wasser abgegeben.

Der größte Teil vom Schnee und Regen wird ohnehin in den Blättern oder Nadeln festgehalten, verdunstet dort und gelangt deshalb nicht bis zum Boden. Leichte Regenschauer können das Defizit im Frühjahr kaum ausgleichen. Ein Gießen ist aber nur dann angebracht, wenn der Boden restlos aufgetaut und kein sehr starker Frost mehr zu erwarten ist. Die zusätzliche Feuchtigkeit kann sonst zur Folge haben, dass sich im Boden ein Eispanzer bildet und der Schaden größer wird als der Nutzen.

Aber auch Pflanzen wie die Frühlingsblüher und das Getreide auf den Feldern weisen schon durch die trockene Erde Schäden auf. Das Gefrieren des Bodens in der Nacht und das Auftauen am Tag bewirkt zudem ein Aufheben und Absenken. Dadurch reißen die Wurzeln ab und es kommt zu dem "Hochfrieren" der Pflanzen. Die gelben Getreidefelder geben zurzeit davon Zeugnis. Eine alte Bauernregel sagt dazu: "April windig und trocken, macht alles Wachstum stocken".

Bei den herbsttragenden Himbeersorten wie Autum Bliss, Golden Bliss, Himbo-Top und Polka tragen nur die neuen, also diesjährigen Ruten. Deshalb ist bei diesen pflegeleichten und madenfreien Himbeeren ein kompletter Rückschnitt nötig. Die sommertragenden Sorten wie Meeker, Rubaca, Schönemann und Tulameen fruchten an den letztjährigen unverzweigten Ruten. Diese müssen jetzt beim Schneiden stehen bleiben. Es werden hier nur die zweijährigen, abgetragenen und verzweigten Triebe bis zur Basis, ohne Zapfen stehen zu lassen, entfernt. Pro laufenden Meter belässt man etwa 8 bis 12 neue Ruten.

Laubkratzen schadet den Frühlingsblumen
Das obligatorische "Laubkratzen" unter Sträuchern ist im Frühling eine überflüssige Arbeit. Vorfrühlingsblüher wie Märzenbecher, Schneeglöckchen und Winterlinge können sich ohne diese schützende Decke nicht weiter vermehren und verschwinden wieder. Die Blätter von Christrosen, Storchschnabel, Immergrün, Haselwurz, Türkenbundlilien, Bärlauch und Leberblümchen "schlucken" das Laub ohnehin, welches bei zunehmendem Wachstum dann nicht mehr zu sehen ist. Tulpen und Osterglocken schaffen es sogar durch dicke Laubschichten zu stoßen.

Die winzigen Lebewesen, die sich vom Laub ernähren, sind für die Vögeln jetzt im Frühling geradezu lebensnotwendig. Die kleinen Pupillen ermöglichen Rotkehlchen und Co wie durch eine starke Lupe sehen zu können. Das Laub durch Rindenmulch auszuwechseln, ist kein guter Tausch. Der Hobbygärtner kann sich viel Arbeit und Geld sparen, wenn er nicht gegen die Natur, sondern mit ihr zusammen arbeitet.