Gräser gibt es in vielen grazilen Formen, die selbst noch im Winter eine harmonische Wirkung entfalten; vor allem aber, wenn Reif und Schnee auf ihnen lagert. Die alten Halme schützen in der kalten Jahreszeit die Austriebsknospen. Deshalb sollen die Gräser auch nicht im Herbst und Winter zurück geschnitten werden, sondern erst mit Vorsicht im Frühling. Außerdem besteht bei einem zu frühen Schnitt die Gefahr, dass in den verbleibenden Stoppeln in der kalten Jahreszeit Regen- oder Schmelzwasser wie in Bechern über eine lange Zeit stehen bleibt. Dies führt dann leicht zum Faulen und Absterben der Pflanze. Vor allem im Winter reagieren fast alle Gräser sehr empfindlich auf "nasse Füße".

Höhere Gräser wie das frostgefährdete Pampasgras sollten locker zusammen gebunden sein, damit sie nicht auseinander brechen und das Regenwasser außen ablaufen kann. Ein zusätzlicher Schutz für das Herz der Pflanze ergeben eine Dicke Laubschicht und ein Umbinden mit Fichtenreisig. Schnee ist ein natürlicher Winterschutz, der besonders im Februar den Pflanzen gut tut.

Sobald die Frühjahrsblüher einziehen, sprießen die grünen Halme der Ziergräser aus dem Boden. Damit die neuen Triebe sich richtig entfalten können, wird bei den höheren Arten Ende März oder Anfang April ein Schnitt notwendig. Dieser sollte aber vorsichtig erfolgen, um das Herz der Pflanze nicht zu verletzen. Bei manchen Gräser wie zum Beispiel Reit- oder Pfeifengras kann man einen Stängelbund auch schonend mit der Hand aus der Basis herausdrehen. Wintergrüne Gräser wie Blauschwingel und Bärenfellgras sollte man nicht schneiden, sondern nur im späten Frühjahr auszupfen. Das Gleiche gilt auch für Seggen und Hainsimsen.

Gräser sind zu einer richtigen Modepflanze geworden. Sie sollten aber sparsam verwendet werden. Chinaschilf hat sich zu einem beliebten Gartenschatz entwickelt, bei dem man unter vielerlei Größen, Färbungen und Blütenformen wählen kann. Die dominanteste ihrer Art, das Riesenchinaschilf, kann sogar bis vier Meter hoch werden. Auch das Reit-, das Pfeifen- und besonders das Pampasgras werden mit ihrer Größe zu prägenden Grasgestalten im Garten, die ausreichend Platz brauchen um wirken zu können. Kleiner, aber nicht weniger eindrucksvoll ist die Rutenhirse sowie in das Lampenputzergras. Außerdem gibt es auch kleine Ziergräser wie der Blauschwingel so wie die grazile Gestalt des Zittergrases.

Zwischen Rosen und Stauden wirkt hervorragend der Blaustrahlhafer als verbindendes Element. Gräser schaffen eine gewisse Leichtigkeit im Garten. Da sie trockene Standorte lieben, sind sie eine ideale Bepflanzung unter der Traufe des Hauses. Gräser lieben, bis auf wenige Ausnahmen wie die Waldschmiele, einen sonnigen Platz.
Dichte Teppiche können aus Blauschwingel oder Bärenfellgras hergestellt werden. Eine interessante einjährige Art ist das afrikanische Lampenpuzergras, welches als roter Farbtupfer im durchgehenden "Blütenband" bei der Landesgartenschau 1912 in Bamberg als eine der Leitpflanzen zu sehen war. Gräser gibt es inzwischen auch in braunen, gelben und blauen Farbtönen.