• Gartenarbeiten zur falschen Zeit: Es drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro
  • Rasenmähen, Lagerfeuer und Insekten schädigen kann teuer werden
  • Gartenarbeit aller Art kann teuer werden
  • Das erwartet dich, wenn du zur falschen Zeit im Garten arbeitest

Darüber, wann du deine Gartenarbeit erledigst, solltest du ganz genau nachdenken. Im Sommer legt man sich gerne auf einer Liege in den Garten und lehnt sich einfach mal für eine Minute zurück. Doch die Ruhe hält manchmal nicht lange an, wenn sich der Nachbar von nebenan entscheidet, genau zu diesem Zeitpunkt den Rasen zu mähen. Generell gilt natürlich eine unausgesprochene Rücksichtsregelung in deutschen Gärten, aber was ist eigentlich mit den Regeln, die mit echten Strafen verbunden sind?

Bußgeld für Grillpartys: Ab wann droht hier eine Strafe?

Tatsächlich sind die Bußgelder für so manches Vergehen im Garten etwas verwunderlich. Es gilt zwar eigentlich die Regel: "Dein Garten, deine Regeln", aber in der Realität wird das eigene Nutzungsrecht dann doch davon eingeschränkt, ob man Dritte oder die Umwelt mit seinen Aktionen belastet. Beispielsweise sind Grillpartys gar nicht so selbstverständlich, wie sie sich anhören.  Zwar gibt es keine gesetzliche Regelung für das Grillen, das Thema landete laut t-online.de allerdings schon mehrfach vor Gericht.

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Als Grund für eine Belästigung Dritter kann beispielsweise  der Rauch genannt werden, der beim Grillen oder einem Feuer entstehen kann. Dort sollte man sich im Falle eines Gemeinschaftsgartens am besten an der Hausordnung orientieren.  Ein Feuer ohne Feuerschale oder Feuerkorb ist ebenfalls nicht gestattet und muss vorher genehmigt werden. Hier unterscheiden sich die genauen Vorgaben auf kommunaler Ebene.

Was allerdings generell im Zusammenhang mit Gartenfeuern verboten ist,  ist das Verbrennen von Gartenabfällen. Dafür kann es um die 150 Euro Bußgeld geben. Gartenabfälle tragen ihren Namen auch nicht deswegen, weil man sie im Garten entsorgen darf - das ist ebenfalls verboten. Der Grund hierin liegt in der Geruchsbelästigung und dem Erhalt des Ökosystems. Zu diesen unerwünschten Abfällen gehören Laub, Tierkot, Erdaushub, Baumschnitt oder Grünschnitt. Bei größeren Vergehen ist hier laut t-online.de sogar eine Strafe von bis zu 2500 Euro möglich.

Unfassbare Strafen für Gartenarbeit: Rasenmähen an Feiertagen - es drohen bis zu 50.000 Euro

Als klar ordnungswidrig gilt auch die Lärmbelästigung. Allgemein kann ein Verstoß gegen die Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen oder in der Nacht von 22 Uhr bis 6 Uhr laut bußgeldkatalog.org bis zu 5000 Euro kosten.  Zu Lärmverursachern gehört natürlich auch der Rasenmäher. Doch die Strafe für das Rasenmähen an Sonn- und Feiertagen fällt exorbitant höher aus: Bei einem Vergehen können 50.000 Euro Strafe fällig werden.  Auch die Verwendung anderer maschineller Lärmerzeuger wie Laubbläsern kann  eine solche Strafe nach sich ziehen.

Zu guter Letzt ist es nicht gestattet, der Umwelt im eigenen Garten zu schaden. Das fängt bei der Nutzung bestimmter Pflanzenschutzmittel an, die durch chemische Stoffe das Grundwasser verschmutzen könnten. Bei einer Nutzung eines nicht gestatteten Unkrautvernichters können 25.000 Euro, manchmal sogar 50.000 Euro Strafe auferlegt werden. 

Ähnlich hoch fällt die Strafe für das Fangen, Schaden oder Töten von Insekten wie der gemeinen Wespe, der deutschen Wespe, der Kopfhornwespe, der Kreiselwespe, wilden Bienen, Hummeln, Hornissen und Schmetterlingen aus. Dabei kann es bei Zerstörung oder unberechtigter Verlegung des Nests zu 50.000 Euro Strafe kommen.  Man ist dazu angeraten, lieber eine Fachkraft anzurufen.

Bäume fällen: Diese Ausnahmen musst du beachten

Auch das Fällen von Bäumen ist untersagt, sofern sich dort bestimmte Tierarten aufhalten  oder gar dort ein Nest gebaut haben. Für Bäume gilt darüber hinaus,  dass sie nur zwischen dem 30. September und dem 01. März überhaupt gefällt werden dürfen und auch nur dann, wenn es sich nicht um bestimmte Laub- und Nadelbäume handelt, die einen Umfang zwischen 60 und 80 Zentimeter innehaben.

Verboten ist außerdem  das Abholzen von Walnussbäumen, Waldkiefern oder der Türkischen Baumhasel. Die Strafe für das unerlaubte Fällen von Bäumen kann in Bayern bis zu 50.000 Euro betragen, wie  bußgeld-info.de schreibt.

Der gleiche Zeitraum für das Abholzen von Bäumen gilt außerdem auch für das Pflegen der Hecke. Nur Form- und Pflegeschnitte sind gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz gestattet.  Aber bei Hecken gilt ebenfalls: Sollten sich lebendige Tiere in dieser befinden und durch das Beschneiden gestört, geschädigt oder getötet werden, so ist eine Beschneidung nicht erlaubt.

Hecken und Sträucher schneiden: Eigentümer sind dazu verpflichtet - aber nur in bestimmten Monaten

Hecken und Sträucher, die auf Gehwege oder in Straßen ragen können schnell zur Unfallstelle werden. So bringen sich zum Beispiel Fußgänger häufig in Gefahr, indem sie vom Gehweg auf die Straße wechseln, um Ästen auszuweichen. Eigentümer sind deshalb dazu verpflichtet, Hecken und Sträucher so zurückzuschneiden, dass mindestens zwei Meter über Gehwegen, 2,50 Meter über kombinierten Rad- und Fußwegen sowie 4,50 Meter über befahrenen Straßen frei sind. Verkehrsflächen sind dabei auch in ihrer vollen Breite freizuhalten. Auch Straßenschilder und Straßenlampen müssen freigehalten werden, so dass sie immer gut sichtbar sind.

Die Stadt Schweinfurt bittet beispielsweise in einer Pressemittteilung alle Grundstückseigentümer darum, dieser Pflicht nachzukommen und weist darauf hin, dass sie verkehrssicherungspflichtig sind und für Unfälle und Schäden haften, die durch einen Überwuchs entstehen können. Hecken, Bäume und Sträucher dürfen nach den naturschutzrechtlichen Vorgaben ausschließlich von Oktober bis Februar geschnitten werden. Außerhalb dieser Zeit sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte möglich, worunter der jährliche Rückschnitt meist fällt. Bei Neupflanzungen sollte bereits auf entsprechende Abstände zum öffentlichen Verkehrsraum geachtet werden.

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