Hecken in der freien Landschaft sollten noch in diesem Monat geschnitten werden. Der aufsteigende Saft kann dann bei einer radikalen Verjüngung die Knospen aus den verbleibenden Stümpfen heraus drücken. Bei einem späteren Termin kommt es zu einem schwächeren Austrieb. Ab 2011 ist ein neues Naturschutzgesetz in Kraft getreten, dass den Schnitt nur von 1. Oktober bis 28. Februar erlaubt. Auch eine Verjüngung von stark verwilderten Sträuchern im Garten sollte zeitig erfolgen. Dies ist allerdings nicht bei allen Pflanzen möglich. Je mehr ein Strauch Bodentriebe hat, umso leichter lässt er sich, wie zum Beispiel die Forsythie und der Pfeifenstrauch verjüngen. Dann allerdings muss der Strauch wieder neu aufgebaut werden. Zu viele Bodentriebe müssen später ausgedünnt werden. Frühlingsblühende Sträucher haben allerdings im ersten Jahr nach dem Verjüngungsschnitt keine Blüten.

Kein Radikalschnitt bei veredelten Sorten
Bei veredelten Exemplaren sollte man nicht den radikalen Schnitt machen. Sonst kommt es unterhalb der Veredlungsstelle zum Saftstau und damit zu vielen wilden Trieben aus den Wurzeln der Unterlage. Dies ist besonders bei Flieder der Fall. Aber auch bei unveredelten Pflanzen wie dem Essigbaum kann es zu einer Ausuferung der Wurzelschösslinge kommen. Es können ganze "Essigbaumwiesen" bei einer Verjüngung entstehen. Normal werden die Sträucher im Garten im ausgehenden Winter nur ausgelichtet. Dabei werden nur die stärksten und damit ältesten Triebe an der Basis herausgenommen. Mit diesem laufenden Erhaltungsschnitt hat ein Strauch die "ewige Jugend". Ein Herumschnippeln in den oberen Bereichen, so wie es aus Unwissenheit immer mehr geschieht, führt zum Besenwuchs und damit zum Verkahlen von der Basis her.

Große Wunden nach dem "Köpfen"
Immer wieder kann man jetzt beobachten, dass Bäume einfach geköpft werden. Große Wunden brauchen aber oft Jahrzehnte, bis sie wieder zu heilen. Inzwischen kommt Fäulnis in den Stamm und der Baum wird damit instabil. Anders ist dies bei Kopfbäumen wie Kopfweiden, die jetzt einen Schnitt brauchen, damit sie wieder willig austreiben. Hier ist allerdings ein kopfartiger Aufbau von Jugend her nötig. Beim Schnitt brauchen keine Stummel stehen bleiben. Es reichen schon einige Zentimeter, damit genügend "schlafende Augen" für den Austrieb verbleiben. Werden die Triebe zu lang und schwer, droht ein Auseinanderbrechen des Kopfes durch eine zu starke Hebelwirkung. Fachlich unmöglich ist aber ein Schnitt unterhalb des Kopfes.

Moderne Bäume auf schwach wachsenden Wurzeln sollte man erst ab Mitte März schneiden. Denn je niedriger die Baumformen sind, desto größer die Frostempfindlichkeit. Im Bodennähe ist es in Strahlungsnächten oft fünf Grad kälter als in den Kronen großer Bäume. Dies ist ein Nachteil bei den modernen Züchtungen. Bei früh geschnittenen Bäumen, besonders bei den Angehörigen der Coxgruppe und beim Boskoop besteht die Gefahr des Aufreißens der Stämme. Dies sind vermeidbare große Wunden.

Aprikose, Pfirsich und Süßkirsche
Pfirsiche werden am besten geschnitten, wenn sie Blüten angesetzt haben. Dann kann auch der Leihe genauer unterscheiden, was echte und falsche Fruchttriebe sind. Echte Triebe haben Blatt- und Blütenknospen. Die Meinungen über den genauen Schnittzeitpunkt gehen auseinander. Viele schwören darauf, vor der Blüte zu schneiden, manche während der Blüte und, die ganz sichergehen wollen, nach der Blüte, um den Fruchtansatz zuerkennen. Auch die Aprikosen sollten nicht zu früh geschnitten werden. Süßkirschen werden am besten im Sommer während der Ernte ausgelichtet. Sauerkirschen sind wesentliche robuster und können schon im ausgehenden Winter geschnitten werden. Wichtig ist es bei diesen, viel neues Fruchtholz zu erzielen.

Gliederkakteen brauchen, wie alle anderen Stachelhäuter und Sukkulenten, lang anhaltende Ruhezeiten. Das Abwerfen der Glieder ist ausschließlich auf zu viel Feuchtigkeit zurückzuführen. Auf keinen Fall dürfen Gliederkakteen so oft und so viel wie Alpenveilchen gegossen werden. Normal blühen sie um Weihnachten oder Ostern. Das bedeutet: Mindestens vier Wochen nach der Blüte keinen Tropfen Wasser geben und dann wieder regelmäßig vorsichtig gießen. Anschließend beginnt die zweite Ruhezeit, die etwa sechs Wochen dauern sollte. Sie ist im September beim Weihnachtskaktus und Ende Januar bis Anfang Februar beim Osterkaktus vorteilhaft. Die Blätter können in der Ruhezeit ruhig ein wenig schrumpelig werden. Bald zeigen sich dann die runden Blütenknospen an den Gliederenden.